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7.7. Das Martyrium Polykarps (MartPol)

Übersicht über das Martyrium Polykarps

Präskript  
1,1f. Der Sinn der Martyrien („Damit der Herr uns von oben das dem Evangelium gemäße Martyrium zeige.“ )
2,1-4 Das standhafte Ausharren der Märtyrer im Leiden
3,1f. Das vorbildliche Martyrium des Germanikus
4 Der Abfall des Quintus
5,1-7,3 Flucht Polykarps auf Zureden der Gemeinde, Verrat und Verhaftung
8,1-3 Versuch des Eirenarchen, ihn zum Abfall zu überreden
9,1-12,3 Verhör im Stadion, Verurteilung zum Feuertod
13,1-16,2 Martyrium des Polykarp durch Feuer und Dolch (14,1-3 Gebet Polykarps)
17,1-18,3 Der Versuch der Juden, die Bestattung zu verhindern; Bestattung der Gebeine Polykarps („Dort wird uns, die wir uns nach Möglichkeit in Jubel und Freude dort versammeln, der Herr die Feier des Tages seines Martyriums ermöglichen, zum Gedächtnis derer, die zuvor gekämpft haben, und zur Übung und Vorbereitung für die, denen dies bevorsteht.“ [18,3])
19,1f. Abschluß der Schilderung des Martyriums (Polykarp war der 12. und letzte Märtyrer)
20,1f. Briefschluss; Aufforderung, den Brief auch an entfernter wohnende Gemeinden zu senden
21 Datierung des Martyriums (Nachtrag)
22,1-3 Später angefügter Epilog (in Moskauer Handschrift 22,1-5)

Abfassungssituation

Mit dem MartPol haben wir einen Brief vor uns, den die Gemeinde von Smyrna an die Gemeinde von Philomenum in Phrygien geschickt hat. Das Schreiben ist kurze Zeit nach dem Tode Polykarps (155/156) entstanden (vgl. 18,3).

Inhalt

Der Brief beinhaltet eine Schilderung des Martyriums des Bischofs Polykarp von Smyrna; es handelt sich also um ein Martyrium in Briefform. Dabei erfolgt die Schilderung der Ereignisse bereits weitgehend theologisch reflektiert. An vielen Stellen sind deutliche Parallelisierungen zur Passion Jesu erkennbar. Die Verfasser verbinden die Martyrien mit dem „Evangelium“ (1,1), so dass der Brief vor allem als Martyriumsparänese dient (vgl. 4; 18,3).

Überlieferung

Das MartPol hat eine vielschichtige Wirkungs- und Überlieferungsgeschichte durchlaufen, die sich auch im Text selbst niedergeschlagen hat. So sind die Datierung des Martyriums (Kap. 21) und der Epilog (Kap. 22) eindeutig als spätere Hinzufügungen erkennbar. Die Tatsache, dass Euseb in seiner Kirchengeschichte einen stark abweichenden Wortlaut bietet, hat darüber hinaus zu weitgehenden Quellenscheidungshypothesen geführt, die hier nicht im Detail aufgeführt werden können.

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Die Texte auf dieser Seite sind mit freundlicher Genehmigung übernommen aus:

Cover der Bibelkundes des Neuen Testaments von Klaus-Michael Bull

Bull, Klaus-Michael: Bibelkunde des Neuen Testaments. Die kanonischen Schriften und die Apostolischen Väter. Überblicke – Themakapitel – Glossar, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 8. Aufl. 2018.

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