Sprachwahl: DE EN
Sprachwahl: DE EN

Bibeljahr 2003 - bundesweit, regional und lokal

Magdeburg/Stuttgart. "Das Jahr der Bibel 2003 ist eine Aktion mit klar umrissenen Auftrag", betonte der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft Dr. Jan-A. Bühner. Die Aktion solle die Bibel als Buch erschlie-ßen, das die Kirchen, persönliches Leben und die öffentliche Kultur präge und trage. Die Vorbereitung auf das Bibeljahr bestimmte die diesjährige Vollversammlung der Deutschen Bibelgesellschaft (DBG) vom 27. bis 29. Mai in Magdeburg.

"2003. Das Jahr der Bibel" ist eine gemeinsame Initiative der christlichen Kirchen sowie von Werken und Verbänden in Deutschland, der Schweiz und österreich. Das Motto lautet "Suchen. Und Finden." Dr. Bühner erläuterte, dass die Aktion bundesweit, regional und lokal in Erscheinung treten werde. Zu den bundesweiten Initiativen gehört die Erlebnisausstellung "Bibel-Box", die in acht deutschen Großstädten zu sehen sein wird. Zu einer "Bibel-Entdecker-Tour" sind christliche Kindergruppen eingeladen. Der Bibeljahr-Etat von rund 2,1 Millionen Euro reiche aber nicht zu einer breit angelegten Medien- und Werbekampagne, so Bühner vor den 68 Delegierten der regionalen Bibelgesellschaften, christlichen Werke und evangelischen Kirchen. Ein Schwerpunkt im Jahr 2003 werden die Aktionen, Bibelwochen und Ausstellungen der Kirchengemeinden sein. Am ersten Bibeljahr 1992 haben sich 7000 Gemeinden beteiligt. Diesmal erwartet die Initiative einen deutlichen Anstieg. Referenten der Magdeburger Tagung waren der katholische Bischof Dr. Joachim Wanke (Erfurt) und Dr. Walter Klaiber (Frankfurt), Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland und Vorsitzender der Deutschen Bibelgesellschaft. Wanke betonte, dass das Bibeljahr "die missionarische Präsenz des Evangeliums in unserer Gesellschaft stärken" müsse. Er plädierte für gemeinsames Bibellesen in den Ortsgemeinden. Bischof Klaiber sagte, dass man in der Geschichte viel Mühe darauf verwandt habe, die "göttliche Seite" der Bibel zu zeigen, um Menschen für die Heilige Schrift zu gewinnen. Heute könne es aber wichtig sein zu betonen, dass "Gottes Wort im Menschenwort" geschehe. Bibelfilme, digitale Computerbibeln und Hörbibeln sind nach Ansicht von Klaiber aktuelle Medien um Menschen zu erreichen, die sich dem Buch nicht zuwenden. Die Ludwigsburger "Nachteulen-Gottesdienste" stellte Professor Siegfried Zimmer der Versammlung als Beispiel für die Bibel in einem "populären Kontext" vor. Die Gottesdienste erreichten vor allem Menschen, die in keinen üblichen Gemeindegottesdienst gingen, so Zimmer. Zum Konzept gehören populäre Musik, Vorträge und spontane Bewegung. Geworben wurde unter anderem in Szene-Kneipen und an einer Hochschule. Jetzt kommen regelmäßig mehr als 1000 Besucherinnen und Besucher. Wichtigster Grundsatz für Zimmer: "Wir müssen eine Sprache sprechen, die möglichst jeder versteht". Zu Beginn der Veranstaltung gedachten die Delegierten des gestorbenen Generalsekretärs Dr. Siegfried Meurer. Meurer war von 1981 bis 1997 Generalsekretär des Werkes. Er ist am 8. September 2001 im Alter von 70 Jahren gestorben. Zur Vollversammlung kommen Delegierte der 28 regionalen Bibelgesellschaften, der Evangelischen Kirche in Deutschland sowie der jeweils sieben Freikirchen und christlichen Werke. Gemeinsam mit 134 anderen Bibelgesellschaften gehört die DBG zum Weltbund der Bibelgesellschaften. In Deutschland unterhalten die DBG und regionale Gesellschaften 18 Bibelzentren. Als kirchliche Stiftung öffentlichen Rechts ist die Deutsche Bibelgesellschaft 1981 aus dem Zusammen-schluss von Evangelischem Bibelwerk und Deutscher Bibelstiftung entstanden. Sitz ist Stuttgart. "Übersetzung, Herstellung und Verbreitung der Bibel" nennt die Satzung als Aufgaben. Darüber hinaus fördert sie die Bibelmission, das Bibellesen und die Kenntnis der Heiligen Schrift. Bei der Deutschen Bibelgesellschaft erscheinen die Lutherbibel im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland und die Gute Nachricht Bibel als moderne Übersetzung in zeitgemäßer Sprache. Zu den 700 Titeln des Verlages zählen außerdem wissenschaftliche Ausgaben, Hörbibeln, elektronische Medien, fremdsprachige Bibeln und Kinderbibeln. Die nächste Vollversammlung tagt vom 16. bis 18. Juni 2003 in Ratzeburg (Schleswig-Holstein). Das Thema lautet die "Zukunft der regionalen Bibelgesellschaften". 

Ralf Thomas Müller / 30.05.02





Jetzt anmelden

Ich habe bereits ein Nutzerkonto:

Einloggen mit Ihrer E-Mail Adresse und Passwort.

Passwort vergessen?