Das Wort für Zunge bedeutet in den biblischen Ursprachen zugleich »Sprache« (1. Mose 11,1-9). Als eine Gabe des → Geistes galt in den ersten Christengemeinden das Reden »in Zungen« (Apg 10,46; 19,6; 1. Kor 14,2): ein Reden oder Beten (→ Gebet) in der Verzückung (Ekstase), in Lauten, die ohne Auslegung nicht verständlich sind. Vermutlich ist an die Sprache gedacht, in der die → Engel Gott lobpreisen. In der Gemeinde von Korinth (1. Kor 14,1-40) wurde diese Gabe als ein besonders wertvoller Erweis des Heiligen Geistes angesehen; Paulus betrachtet aber auch anderes, was wir der natürlichen Begabung zurechnen, als Gabe des Geistes, so etwa Dienste im karitativen Bereich oder in der Verwaltung. Dem prophetischen, verständlichen Reden gab er den Vorrang. Wichtig war ihm, dass die ganze Gemeinde in der Erkenntnis wächst (das meint der Begriff »Erbauung«).