Deutsche Bibelgesellschaft

Engel

Im Alten Testament gibt es kein eigenes Wort für »Engel«. Er wird als »Bote Gottes« bezeichnet, der zur Rettung oder Überbringung einer Botschaft auftritt. Er erscheint, wo er nicht erwartet wird: z. B. Hagar in der Wüste (1. Mose 16,7) oder Elia auf dem Weg zum Horeb (1. Kön 19,4-5). Der Seher Bileam bemerkt den Engel nicht einmal, bis ihm Gott die Augen öffnet (4. Mose 22,31). Engel können bisweilen so weit hinter ihren Auftraggeber zurücktreten, dass Gott selbst zu reden beginnt (Ri 6,12-16). In der apokalyptischen Literatur spielt der sog. Deuteengel eine besondere Rolle (Dan 7,16; Sach 1,9; 2,2). Namentlich erwähnt werden im Alten Testament die Engel Michael (Dan 10,13; 12,1) und Gabriel (Dan 8,15-19; vgl. Lk 1,26-38) und in den Apokryphen Rafaël (Tob 12,15).

Im Neuen Testament werden die zur Ratsversammlung Gottes gehörenden himmlischen Wesen (→ Gottessöhne; vgl. Hiob 1,6) als Engel verstanden. Sie bilden Gottes »Hofstaat« (Offb 7,11-12). Das Neue Testament kennt Engel mit verschiedenen Funktionen: Verkündigungsengel (Lk 1,11-13.30-33), Schutzengel (Mt 18,10; Apg 12,15), Gerichts-, Straf- und Todesengel (Mt 13,41-42.49-50; Offb 15,5-7). Auch das → Gesetz, das Mose von Gott empfangen hat, wird auf die Vermittlung durch Engel zurückgeführt (Apg 7,53; vgl. Gal 3,19; Hebr 2,2). In Lk 10,18 (vgl. 2. Petr 2,4; Jud 6) klingt die aus der apokalyptischen Literatur bekannte Vorstellung von den aus dem Himmel gestürzten »gefallenen Engeln« an.

Deutsche Bibelgesellschaftv.4.42.4
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