Deutsche Bibelgesellschaft

Schrift, Heilige

Sowohl im Judentum als auch im Christentum kommt der Schrift als Mittel der Offenbarung Gottes und seines Willens zentrale Bedeutung zu. Im antiken Judentum entstehen noch bis ins 2. Jh. v. Chr. hinein Werke mit eigenem Offenbarungsanspruch. Die Idee, dass Israels Identität nicht nur in der Bindung an den einen Gott besteht, sondern auch an sein → Gesetz, ist älter als die Frage, welches Textkorpus als Gesetz Gottes zu gelten habe. Allerdings ist schon eine zunehmende Bedeutung der später kanonisch gewordenen Texte zu beobachten (vgl. z. B. Tob 2,6; Bar 2,20). So wurden bereits in der Antike diejenigen Schriften ins Griechische übersetzt, die später auch zum Kanon der Hebräischen Bibel gehörten. Regelungen von Religionsgesetzen ritueller wie ethischer Natur und Darstellung der Geschichte Israels waren die wesentlichen Gesichtspunkte antiken jüdischen Verständnisses der Heiligen Schrift. Die Bibel der ersten Anhänger Jesu ist im Wesentlichen das Alte Testament (→ Paulus kannte keines der vier kanonisch gewordenen Evangelien). Man zitiert v. a. das → Gesetz, die Prophetenbücher und die Psalmen (vgl. Lk 24,44), zumeist, um Jesus als → Messias zu präsentieren, gelegentlich auch in Fragen der Ethik.

Deutsche Bibelgesellschaftv.4.42.4
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