Deutsche Bibelgesellschaft

Name (Gottes)

Der biblische Gott ist ursprünglich der Gott eines bestimmten Volkes (Israel) und trägt als solcher, wie alle Götter der alten Zeit, einen Eigennamen: »Jahwe« (in der Lutherbibel mit → »HERR« wiedergegeben). Für das hebräische Denken ist der Name nicht »Schall und Rauch«, sondern aufs Engste mit der Person des Namensträgers, dessen Wesen und Wirken verbunden. Durch das Aussprechen seines Namens wird Gott selbst gegenwärtig, z. B. im → Segenszuspruch der → Priester (4. Mose 6,22-27) oder beim Schwören (5. Mose 6,13). Daher soll der Name Gottes auch nicht missbräuchlich ausgesprochen werden (2. Mose 20,7). Wird Gottes Name über etwas ausgerufen, gehört es Gott (Jes 43,7; Jer 14,9; Am 9,12). Der → Tempel in Jerusalem wird als Wohnsitz für Gottes Namen bezeichnet. Dabei vertritt der Name die Gegenwart Gottes in seinem Heiligtum, sodass Gott dort im Gebet bei seinem Namen gerufen werden kann (1. Kön 8). Dadurch wird der Name zu der dem Menschen zugewandten und zugänglichen Seite des souveränen Gottes (Ps 75,2).

Deutsche Bibelgesellschaftv.4.42.4
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