Deutsche Bibelgesellschaft

Gräuelbild der Verwüstung

Im Jahre 168 v. Chr. entweihte der seleukidische Herrscher Antiochus IV. Epiphanes den Jerusalemer → Tempel, indem er dort einen heidnischen Kult einrichten ließ (1. Makk 1,54). Das »Gräuelbild«, von dem in Dan 9,27; 11,31; 12,11 die Rede ist, war eine Kultstatue des Zeus Olympios oder ein kleiner Altaraufsatz, der auf den großen Brandopferaltar gestellt wurde, um die fremden Opfer durchführen zu können. Durch diesen Gegenstand wurde das ganze Heiligtum kultisch unrein (→ rein), sodass der jüdische → Opferdienst unmöglich gemacht wurde und der Tempel als »verwüstet« galt.

In Mk 13,14-23 und Mt 24,15-28 wird der Ausdruck »Gräuel der Verwüstung« aus Daniel übernommen und auf ein in der Endzeit erwartetes Geschehen bezogen. Zu denken ist an die Entweihung des Tempels durch einen Götzenopferaltar oder an das Auftreten des Antichrists an heiliger Stätte.

Deutsche Bibelgesellschaftv.4.42.4
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