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Offenbarung

Aufbau der Offenbarung des Johannes

Die Offenbarung des Johannes steht in der Tradition der prophetischen Bücher. Sie schildert vor allem apokalyptische Visionen vom Ende der Welt. Doch diese sind verbunden mit der Hoffnung auf einen neuen Himmel und eine neue Erde.

Vermutlich ist das Buch am Ende des 1. Jh. n. Chr. in Klein¬asien, dem westlichen Teil der heutigen Türkei, entstanden. Das Gebiet gehörte zum Römischen Reich, in dem Kaiser Domitian (81–96 n. Chr.) regierte und sich schon zu Lebzeiten als Gott verehren ließ. Diesen Kaiserkult setzte er mit aller Härte durch und brachte dadurch die Christen, eine Minderheit in dieser Gegend, in schwere Bedrängnis. Denn wer das Bild des römischen Kaisers nicht anbeten wollte, wurde mit dem Tod bedroht (vgl. Offenbarung 13,15). Diese bedrängende Situation der christlichen Gemeinden bildet den Hintergrund der Offenbarung, die Johannes auf der Insel Patmos empfängt und niederschreibt.

Trotz der apokalyptischen Visionen geht es in der Offenbarung nicht darum, Angst zu machen und Schrecken über das Ende der Welt zu verbreiten. Das Gegenteil ist der Fall: Die Christen in Kleinasien sollen ermutigt werden, in ihrer konkreten Verfolgungssituation durchzuhalten und am Glauben an Jesus Christus festzuhalten. Denn Johannes lässt seine Gemeinden wissen, dass die Bedrängnisse schon in Kürze überwunden sein werden. Babylon, das Sinnbild für die Stadt Rom mit ihren Kaisern, wird dem Untergang preisgegeben. Darauf erscheint Christus selbst, um die widergöttlichen Mächte, das Tier und den Drachen, endgültig zu besiegen (19,11–20,15).

Das Neue Testament endet also nicht mit dem Weltuntergang, sondern mit dem Ausblick auf eine neue Zukunft, in der Gott selbst gegenwärtig ist. Dann wird er »abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein« (21,4).

Auf der folgenden Seite finden Sie zur Offenbarung des Johannes eine kurze Einführung in den Inhalt:

die-Bibel.dev.4.20.15
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