Deutsche Bibelgesellschaft

Sühne, Sühnopfer

Die Vorstellung der Sühne kommt aus dem Opferkult (→ Opfer). Wenn die menschliche Sünde den Menschen von Gott trennt und ihn somit in die Sphäre des Todes stellt, so ermöglicht das Sühnopfer eine neue Beziehung zu Gott, indem der Mensch sein sündhaftes Leben symbolisch durch das Besprengen des Altars mit Blut dahingibt. Im Jerusalemer Tempel wird einmal im Jahr am Versöhnungstag (Jom Kippur) eine solche umfassende Sühne vollzogen und so Priester, Volk und Heiligtum von allen Sünden gereinigt (3. Mose 16). Der Versöhnungstag ist der höchste Feiertag im Judentum.

Auch nach neutestamentlichen Aussagen geht die Initiative der Sühne von Gott aus (Röm 3,25-26; 1. Joh 2,2; 4,10), nicht vom Menschen. In Röm 3,25-26 bezeichnet der → Gnadenstuhl wohl die Goldplatte, die nach 2. Mose 25,17-22 die → Bundeslade bedeckt, oder die Einfassung des Brandopferaltars in Hes 43,14. Der Gnadenstuhl ist Ort der Gegenwart Gottes; somit wird Jesus in Röm 3,25-26 als Ort der Gegenwart Gottes bezeichnet, an dem sich Reinigung und Weihe der Menschen für Gott vollzieht. In 1. Joh 2,2 und 4,10 wird die durch Christus gebrachte Sühne als Reinigung durch Jesu Blut sowie als Sündenvergebung konkretisiert (vgl. aber auch → Versöhnung).

Deutsche Bibelgesellschaftv.4.42.4
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