Deutsche Bibelgesellschaft

Samaritaner, Samariter

Im Alten Testament bezeichnet der Begriff die Bewohner der Provinz → Samarien, die nach biblischer Überlieferung durch Umsiedlung eroberter Völkerschaften in dieses Gebiet entstand. Die aus der babylonischen → Gefangenschaft zurückgekehrten Juden erkannten sie deshalb nicht als vollwertige Israeliten an und wiesen ihre Mithilfe am Bau des → Tempels zurück (Esra 4,1-5). In der Perserzeit entwickelte sich eine eigene religiöse Gruppierung. Zeitweise hatten die Samaritaner einen Tempel auf dem Berg Garizim (zerstört 110 v. Chr.); dieser Berg war in ihren Augen der einzige legitime Ort des Gottesdienstes (Joh 4,20). Auch erkannten sie nur die fünf Bücher Mose (mit einigen Besonderheiten in der Textüberlieferung) als Heilige Schrift an. Zur Zeit Jesu bestand zwischen Juden und Samaritanern eine gegenseitige Abneigung (Lk 9,52-53; Joh 8,48). Jesus hat diese durch die Beispielerzählung vom barmherzigen Samariter (= Samaritaner) aufgebrochen (Lk 10,29-37) und die Begegnung mit Samaritanern nicht gescheut (Joh 4,5-10). Als kleine Gruppe leben Samaritaner noch heute in Nablus.

Deutsche Bibelgesellschaftv.4.42.4
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