Deutsche Bibelgesellschaft

Passa, Passalamm

Das Passa (nach dem hebräischen Namen auch »Pessach« genannt) ist das erste der drei großen jährlichen Wallfahrtsfeste (5. Mose 16,1-8; 2. Kön 23,21-23; 2. Chr 35,1-16) und wird bis heute in der Nacht vom 14. auf den 15. Nisan (→ Monat) gefeiert. Es erinnert an die letzte Nacht vor dem Auszug Israels aus Ägypten, als jeder Hausvater ein Lamm schlachtete und mit dessen Blut die Türpfosten seines Hauses bestrich. Dieser Ritus bewahrte die Israeliten vor dem Verderben, das Gott mit der letzten von zehn Plagen über Ägypten brachte (2. Mose 12). Das Passafest wird schon früh mit dem Mazzotfest verbunden (»Fest der Ungesäuerten Brote«; → Brote). Bei ihm handelt es sich ursprünglich um ein Erntefest, das man im Frühjahr vom 15. bis 21. Nisan feierte. Es wird nun ebenfalls mit der Erinnerung an den Auszug aus Ägypten verbunden (2. Mose 13,1-6; 23,15; 34,18) und dabei der Brauch, ungesäuerte Brote zu essen, mit der Eile begründet, mit der die Israeliten aus Ägypten fliehen mussten (5. Mose 16,3).

Mit »Passa« wird auch das Opferlamm bezeichnet, das am Rüsttag des Passa (Joh 19,14) im Tempel geschlachtet wird und in der Passanacht im Kreis der Familie zusammen mit ungesäuerten Broten und bitteren Kräutern gegessen wird (2. Mose 12,7-10). Nach den gesetzlichen Bestimmungen soll das Passalamm ein einjähriges, fehlerfreies Tier sein, dem bei der Zubereitung kein Knochen zerbrochen wird (2. Mose 12,46). Auf diese Bestimmung bezieht sich das Johannesevangelium, das Jesus als Passalamm und sein Opfertod am Kreuz als Schlachtung des Passalamms deutet (Joh 19,36; vgl. Joh 1,36; 1. Kor 5,7; 1. Petr 1,19). Die Rede vom »Lamm Gottes« in der Offenbarung lässt dagegen keinen direkten Bezug auf das Passalamm erkennen.

Auch Jesus feierte das Passafest in Jerusalem (Joh 2,13). Umstritten ist jedoch, ob sein letztes Mahl, das er kurz vor seinem Tod mit seinen Jüngern feierte (Mk 14,18-21), ein Passamahl gewesen ist. Folgt man der Darstellung der synoptischen Evangelien, in der Jesus die Funktion eines Hausvaters einnimmt (Mk 14,12-25), ist dies wahrscheinlich. Nach der Zerstörung des Tempels durch die Römer (70 n. Chr.) und dem Ende des Opferkults in Jerusalem wird beim Passafest kein Lamm mehr geschlachtet. Doch die Erinnerung an den Auszug aus Ägypten und die Abfolge der symbolischen Speisen wie ungesäuertes Brot, Bitterkräuter und geriebene Äpfel sind in der Feier des Sederabends (Beginn des jüdischen Pessachfestes) genau festgelegt.

Deutsche Bibelgesellschaftv.4.42.4
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