Deutsche Bibelgesellschaft

Hoherpriester

Wenn es auch schon vor dem babylonischen Exil in Jerusalem und auch an anderen Heiligtümern oberste → Priester gab (1. Sam 1,9; 14,3; 2. Sam 15,24-29 u. ö.), so hat das Amt eines Hohenpriesters erst ab der Exilszeit seine überragende Bedeutung bekommen. Als Ahnherren des Hohenpriesteramts gelten → Aaron, der Bruder des → Mose (2. Mose 28–29; 30,10; 3. Mose 6,15 u. ö.), und Zadok, der zur Zeit → Davids und → Salomos oberster Priester in Jerusalem war (vgl. 1. Kön 2,26-27.35). In persischer und frühhellenistischer Zeit wurde der Hohepriester auch das politische Haupt in der Provinz Jehud. Zu einem Traditionsbruch kam es in der → Makkabäerzeit, als Mitglieder dieser Familie die Hohepriesterwürde erlangten, obwohl sie nicht aus dem Geschlecht Zadoks stammten. Für fromme Kreise war dies untragbar und so kam es zu schwerwiegenden Auseinandersetzungen (vgl. hierzu die Makkabäerbücher).

Seit → Herodes dem Großen wurde das hohepriesterliche Amt nicht mehr auf Lebenszeit verliehen und auch nicht mehr an die Söhne des Hohenpriesters vererbt. Das Neue Testament spricht von Hohenpriestern in der Mehrzahl, vermutlich deshalb, weil auch die abgesetzten Hohenpriester sowie die Glieder der hohepriesterlichen Familien so genannt wurden. Zur Zeit Jesu war der amtierende Hohepriester der Vorsitzende des Hohen → Rates. Im Hebräerbrief wird Jesus bildlich als Hoherpriester bezeichnet, der durch sein gehorsames einmaliges Selbstopfer die Grundlagen für ein positives Gottesverhältnis gesetzt hat (Hebr 7,15-28).

Deutsche Bibelgesellschaftv.4.42.4
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