Deutsche Bibelgesellschaft

Gemeindeleiter

Anfangs gab es keine einheitlichen gemeindlichen und noch gar keine übergemeindlichen Leitungsstrukturen. Paulus hat hierin nichts verpflichtend gemacht. So war die Selbstorganisation der paulinischen Gemeinden flexibel; lediglich für Philippi erwähnt Paulus → Bischöfe (= Aufseher, vermutlich über die Finanzen) und → Diakone (Phil 1,1). Diese Dienste sind wohl in Anlehnung an bestimmte Ämter im griechischen Vereinswesen eingeführt worden. Im Hebräerbrief heißen die der Gemeinde Vorstehenden wörtlich »Anführer« (Hebr 13,7.17). Auch Frauen waren gemeindeleitend tätig (z. B. Phöbe; Röm 16,1). Lukas erwähnt → Älteste und setzt damit das Modell der Leitung jüdischer → Synagogengemeinden voraus (Apg 14,23; 20,17; vgl. 1. Tim 5,17-22; Tit 1,5). Wo beide Formen der Gemeindeleitung aufeinandertrafen, wurde zwischen der Aufgabe der Gemeindeältesten und der der Gemeindeleiter nicht unterschieden (vgl. Apg 20,17 mit Apg 20,28 oder Tit 1,5 mit Tit 1,7). In spät- und nachneutestamentlicher Zeit setzt sich, in den einzelnen Großregionen unterschiedlich schnell, folgende Ordnung durch: ein Gemeindeleiter (griechisch episkopos = »Bischof«), unter ihm das Kollegium der Gemeindeältesten (griechisch presbyteroi = »Älteste«), dazu die Gemeindehelfer (griechisch diakonoi = »Diakone«).

Deutsche Bibelgesellschaftv.4.42.4
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