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Redewendungen der Lutherbibel: 41/52

Dass also der Bock alle ihre Missetat auf sich nehme und in die Wildnis trage; und man schicke ihn in die Wüste. (3. Mose 16,22, Lutherbibel 2017)

Wenn man jemand in die Wüste schickt, geht man bewusst auf Distanz zu ihm, möchte nichts mehr mit ihm zu tun haben und setzt ihm darum den Stuhl vor die Tür. Die Redensart steht also für die entschlossene Abkehr von einem Menschen, der einem künftig gestohlen bleiben kann.
Ursprünglich bezieht sich die Formulierung auf das alte Ritual des Volkes Israel beim großen Versöhnungstag. Dabei wurden durch den Hohepriester einmal im Jahr die Sünden des Volkes auf einen Ziegenbock übertragen, der dann in die Wüste gejagt wurde, wo er verendete. Auf diese Weise sollte die Schuld des Volkes durch den Sündenbock getilgt werden. Später wird Jesus aus freien Stücken ein für allemal als Sündenbock die Schuld der Menschen auf sich nehmen und sie so für immer aus der Welt schaffen.

Klaus Jürgen Diehl

Bibeltext(e)

20Und wenn er die Entsühnung des Heiligtums vollbracht hat, der Stiftshütte und des Altars, so soll er den lebendigen Bock herzubringen. 21Dann soll Aaron seine beiden Hände auf dessen Kopf legen und über ihm bekennen alle Missetat der Israeliten und alle ihre Übertretungen, mit denen sie sich versündigt haben, und soll sie dem Bock auf den Kopf legen und ihn durch einen Mann, der bereitsteht, in die Wüste bringen lassen, 22dass also der Bock alle ihre Missetat auf sich nehme und in die Wildnis trage; und man schicke ihn in die Wüste.

3. Mose 16:20-22LU17Bibelstelle anzeigen

Text im Bild: In die Wüste schicken. 3. Mose 16,21

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