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Wegen der Lüge zweier Ältester soll Susanna sterben. Sie ist so schön, dass die zwei Opfer ihrer eigenen Begierde werden und ihr bei ihrem Bad im Garten auflauern – mit gänzlich unedlen Absichten. Sie stellen Susanna vor eine furchtbare Wahl: entweder den beiden nachgeben, sündigen und sterben oder sich weigern, verleumdet werden und ebenfalls sterben. Weil Susanna gottesfürchtig ist, lässt sie sich verleumden. Die Ältesten beschuldigen sie, ihren Mann in dessen Garten mit einem anderen betrogen zu haben. Nur Daniel ist es zu verdanken, dass Susanna gerettet wird. Getrennt voneinander befragt er die beiden: Unter welchem Baum hast du Susanna und den Mann gesehen? Die Antworten fallen unterschiedlich aus und die Lügner sind enttarnt. Doch streng genommen ist es nicht Daniel, der Susanna rettet, sondern Gott – der „höchste Richter“ selbst – denn er erweckt den Heiligen Geist in Daniel und bringt so Gerechtigkeit für Susanna.

Und als die beiden Ältesten sie täglich dorthin kommen und umhergehen sahen, entbrannten sie in Begierde nach ihr und wurden darüber zu Narren und warfen die Augen so sehr auf sie, dass sie nicht mehr zum Himmel aufsehen konnten und nicht mehr an gerechte Urteile dachten. (Stücke zum Buch Daniel 1,8-9, Lutherbibel 2017)

Bibeltext(e)

Susanna und Daniel

1Es wohnte ein Mann in Babylon mit Namen Jojakim; 2der hatte eine Frau, die hieß Susanna, eine Tochter Hilkijas; die war sehr schön und fürchtete den Herrn. 3Denn sie hatte fromme Eltern, die ihre Tochter nach dem Gesetz des Mose unterwiesen hatten. 4Und Jojakim war sehr reich und hatte einen schönen Garten an seinem Hause. Und die Juden kamen stets bei ihm zusammen, weil er der Angesehenste von allen war.

5Es wurden aber im selben Jahr zwei Älteste aus dem Volk als Richter bestellt; das waren solche Leute, von denen der Herr gesagt hatte: Unrecht ging aus von Babylon von den Ältesten und Richtern, die das Volk zu leiten schienen. 6Die kamen täglich in Jojakims Haus; und wer eine Streitsache hatte, musste dorthin vor sie kommen.

7Und wenn das Volk mittags weggegangen war, kam Susanna, um sich im Garten ihres Mannes zu ergehen. 8Und als die beiden Ältesten sie täglich dorthin kommen und umhergehen sahen, entbrannten sie in Begierde nach ihr 9und wurden darüber zu Narren und warfen die Augen so sehr auf sie, dass sie nicht mehr zum Himmel aufsehen konnten und nicht mehr an gerechte Urteile dachten. 10Sie waren beide zugleich für sie entbrannt, verrieten jedoch einander ihre Leidenschaft nicht 11und schämten sich, einander ihre Begierde zu verraten; denn jeder hätte sich gern zu ihr gelegt. 12Und sie warteten täglich gespannt auf sie, um sie nur sehen zu können.

13Es sprach aber einer zum andern: Komm, lass uns heimgehen! Denn es ist nun Essenszeit. Und sie gingen hinaus und trennten sich. 14Danach kehrte jeder wieder um und sie kamen an derselben Stelle wieder zusammen. Als nun einer den andern nach dem Grund fragte, bekannten sie beide ihre Begierde. Danach kamen sie miteinander überein, darauf zu warten, wann sie die Frau allein finden könnten.

15Und als sie auf einen günstigen Tag lauerten, kam Susanna wie an den Tagen davor nur mit zwei Mägden in den Garten und wollte baden; denn es war sehr heiß. 16Und es war dort keiner außer den beiden Ältesten, die sich heimlich versteckt hatten und auf sie lauerten. 17Und sie sagte zu ihren Mägden: Holt mir Öl und Salben und schließt die Türen des Gartens zu, damit ich baden kann! 18Und die Mägde taten, wie sie befohlen hatte, und schlossen die Türen zu und gingen zur hinteren Tür hinaus, um ihr zu bringen, was sie haben wollte; aber sie sahen die Ältesten nicht, denn die hatten sich versteckt.

19Als nun die Mägde hinausgegangen waren, kamen die beiden Ältesten hervor, liefen zu ihr 20und sagten: Siehe, die Türen sind verschlossen, niemand sieht uns, und wir begehren dich; darum lege dich zu uns und sei uns zu Willen! 21Willst du aber nicht, so werden wir dich beschuldigen, dass ein junger Mann bei dir war und dass du deine Mägde deshalb hinausgeschickt hast. 22Da seufzte Susanna und sagte: In wie großer Bedrängnis bin ich! Denn wenn ich das tue, so bin ich des Todes; tu ich’s aber nicht, so komme ich nicht aus euren Händen. 23Doch ich will lieber unschuldig in eure Hände fallen, als gegen den Herrn zu sündigen.

24Und Susanna fing an, laut zu schreien; aber die Ältesten schrien gegen sie an. 25Und der eine lief hin zu den Türen des Gartens und öffnete sie. 26Als nun die Leute im Haus das Geschrei im Garten hörten, liefen sie durch die hintere Tür herbei, um zu sehen, was ihr widerfahren wäre. 27Und als die Ältesten gegen sie aussagten, schämten sich die Diener ihretwegen sehr; denn so etwas war bisher nie über Susanna gesagt worden.

28Und am andern Tag, als das Volk im Hause Jojakims, ihres Mannes, zusammenkam, da kamen auch die beiden Ältesten in der schändlichen Absicht, Susanna dem Tod zu überliefern; und sie sagten vor allem Volk: 29Schickt nach Susanna, der Tochter Hilkijas, Jojakims Frau! Da schickten sie hin. 30Und sie kam mit ihren Eltern und Kindern und ihrer ganzen Verwandtschaft. 31Susanna aber war sehr schön von Gestalt und Angesicht; 32darum befahlen die Übeltäter, ihr den Schleier abzunehmen, mit dem sie verhüllt war, um sich an ihrer Schönheit zu ergötzen. 33Und alle, die bei ihr standen und sie sahen, weinten um sie.

34Und die beiden Ältesten traten auf mitten unter dem Volk und legten die Hände auf ihr Haupt. 35Sie aber weinte und hob die Augen auf zum Himmel; denn ihr Herz vertraute auf den Herrn. 36Und die Ältesten fingen an und sagten: Als wir beide allein im Garten umhergingen, kam sie hinein mit zwei Mägden und schloss die Türen zu und schickte die Mägde fort. 37Da kam ein junger Mann zu ihr, der sich versteckt hatte, und legte sich zu ihr. 38Wir aber waren in einem Winkel des Gartens, und als wir diese Schande sahen, liefen wir eilends hinzu. 39Und wir fanden sie beieinander, aber den jungen Mann konnten wir nicht überwältigen; denn er war uns zu stark und stieß die Tür auf und sprang davon. 40Sie aber ergriffen wir und fragten, wer der junge Mann wäre. 41Aber sie wollte es uns nicht sagen. Das bezeugen wir.

Und die Versammlung glaubte den beiden als Ältesten und Richtern im Volk, und man verurteilte Susanna zum Tode. 42Susanna aber schrie mit lauter Stimme: Ewiger Gott, der du alle Heimlichkeiten kennst und alle Dinge zuvor weißt, ehe sie geschehen, 43du weißt, dass sie falsches Zeugnis gegen mich vorgebracht haben. Und nun siehe, ich muss sterben, obwohl ich doch nicht begangen habe, was sie so bösartig gegen mich gelogen haben. 44Und der Herr erhörte ihr Rufen.

45Und als man sie zum Tode führte, erweckte Gott den heiligen Geist eines jungen Mannes, der hieß Daniel; 46und er rief mit lauter Stimme: Ich will unschuldig sein an ihrem Blut! 47Und das ganze Volk wandte sich ihm zu und fragte ihn, was er mit solchen Worten meinte. 48Er aber trat mitten unter sie und sprach: Seid ihr Männer von Israel solche Narren, dass ihr eine Tochter Israels verdammt, ehe ihr die Sache erforscht und Gewissheit erlangt habt? 49Kehrt wieder um vors Gericht, denn diese haben falsches Zeugnis gegen sie geredet! 50Und alles Volk kehrte eilends wieder um.

Und die Ältesten sagten zu Daniel: Setze dich her zu uns und berichte uns; denn dir hat Gott gegeben, was er sonst nur dem Alter gibt. 51Und Daniel sagte zu ihnen: Stellt die beiden weit auseinander, so will ich jeden für sich verhören! 52Als nun der eine vom andern getrennt war, rief er den einen und sagte zu ihm: In Bosheit bist du alt geworden, jetzt treffen dich deine Sünden, die du bisher begangen hast, 53als du ungerechte Urteile gesprochen und die Unschuldigen verurteilt, aber die Schuldigen losgesprochen hast, obwohl doch der Herr geboten hat: Du sollst den Unschuldigen und Gerechten nicht töten. 54Hast du nun diese Frau gesehen, so sag doch: Unter welchem Baum hast du die zwei beieinander gefunden? Er aber antwortete: Unter dem gespaltenen Baum. 55Da sagte Daniel: Ganz recht! Mit deiner Lüge bringst du dich selbst um dein Leben. Denn schon hat der Engel Gottes von Gott dein Urteil empfangen und wird dich mittendurch spalten.

56Und er ließ ihn wegbringen und den andern vor sich kommen und sagte zu ihm: Du Nachkomme Kanaans und nicht Judas, die Schönheit hat dich betört, und die Begierde hat dein Herz verkehrt. 57So seid ihr mit den Töchtern Israels verfahren, und sie haben euch aus Furcht zu Willen sein müssen. Aber diese Tochter Judas hat nicht in euer Unrecht eingewilligt. 58Nun sage mir: Unter welchem Baum hast du sie beieinander ertappt? Er aber antwortete: Bei dem gefällten Baum. 59Da sagte Daniel: Ganz recht! Mit deiner Lüge bringst du dich selbst um dein Leben. Der Engel Gottes wartet schon mit seinem Schwert und wird dich fällen, um euch so beide zu vernichten.

60Da fing die Versammlung an, mit lauter Stimme zu rufen, und sie priesen Gott, der denen hilft, die auf ihn hoffen und vertrauen.

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Text im Bild: Susanna im Bade

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