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17. Tag: Johannes 8,12-30

In 35 Tagen durch das Johannesevangelium

Bibeltext(e)

Das Licht der Welt

12Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. 13Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du gibst Zeugnis von dir selbst; dein Zeugnis ist nicht wahr. 14Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Auch wenn ich von mir selbst zeuge, ist mein Zeugnis wahr; denn ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe; ihr aber wisst nicht, woher ich komme oder wohin ich gehe. 15Ihr richtet nach dem Fleisch, ich richte niemand. 16Wenn ich aber richte, so ist mein Richten wahr, denn ich bin’s nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat. 17Auch steht in eurem Gesetz geschrieben, dass zweier Menschen Zeugnis wahr sei. 18Ich bin’s, der von sich selbst zeugt; und der Vater, der mich gesandt hat, zeugt auch von mir. 19Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennt weder mich noch meinen Vater; wenn ihr mich kenntet, so kenntet ihr auch meinen Vater. 20Diese Worte redete Jesus an dem Gotteskasten, als er lehrte im Tempel; und niemand ergriff ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.

Jesu Weg zur Erhöhung

21Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Ich gehe hinweg, und ihr werdet mich suchen und in eurer Sünde sterben. Wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen. 22Da sprachen die Juden: Will er sich denn selbst töten, dass er sagt: Wohin ich gehe, da könnt ihr nicht hinkommen? 23Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von unten her, ich bin von oben her; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. 24So habe ich euch gesagt, dass ihr sterben werdet in euren Sünden; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr sterben in euren Sünden.

25Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Und Jesus sprach zu ihnen: Was soll ich euch zuerst sagen? 26Ich habe viel über euch zu reden und zu richten. Aber der mich gesandt hat, ist wahrhaftig, und was ich von ihm gehört habe, das rede ich zu der Welt. 27Sie erkannten aber nicht, dass er zu ihnen vom Vater sprach. 28Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöhen werdet, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin und nichts von mir aus tue, sondern, wie mich der Vater gelehrt hat, so rede ich. 29Und der mich gesandt hat, ist mit mir. Er lässt mich nicht allein; denn ich tue allezeit, was ihm gefällt. 30Als er das sagte, glaubten viele an ihn.

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Basic Christsein – Zeuge sein
Dass die Pharisäer noch weitere Zeugen hören wollen, hat nicht nur damit zu tun, dass Jesus hier ihrer Meinung nach in eigener Sache aussagt (Verse 12+13). Selbst wenn es nicht um ihn selbst ginge, wäre eine einzige Zeugenaussage nach jüdischem Gesetz noch zu wenig. Um ein gerechtes Urteil zu fällen, bedarf es mindestens zweier übereinstimmender Zeugenaussagen (4Mose 35,30). Diese Regelung ist auch zu Jesu Lebzeiten noch gültig. Das ist mit ein Grund, weshalb Jesus seine Jünger immer mindestens zu zweit ausschickt (Lukas 10,1), nie aber allein. So können sie gemeinsam bezeugen, was sie von Jesus gehört und mit ihm erlebt haben. Genauso macht es auch Johannes, als er Boten losschickt, um von Jesus eine wichtige Auskunft einzuholen (Lukas 7,19).

Zum Text
Manche Argumente und Gedankengänge beim ersten Lesen noch nicht auf Anhieb verstanden? Nicht weiter schlimm, denn die zentrale Aussage, die Jesus hier macht, ist unmissverständlich (Verse 13+24+27)! Das ist es, worum es ihm immer wieder geht: um Zugehörigkeit und darum, sich zu positionieren. Für oder gegen Jesus, eine andere Option gibt es nicht. Dieser Entscheidungsprozess beginnt immer mit einer aufrichtigen Frage: »Wer bist du, Jesus?« (Vers 25) Warum gibt Jesus den Leuten so eine wenig aussagekräftige Antwort (Vers 19)? Wie sieht es mit Jesu Aussage über seine Zuhörer aus (Vers 21)? Wie passen die Verse 24 und 30 dazu?
Ich bin das Licht dieser Welt.
Johannes 8,12+9,5 (Kontext: 8,12-20)
Um sich im Dunkeln zurechtzufinden, behalf man sich zur Zeit Jesu mit kleinen Öllampen (Matthäus 5,15; 25,3), Kerzen oder Fackeln. Weil es noch kein elektrisches Licht gab, war eine solche Lichtquelle etwas Kostbares und man zündete sie auch nur so lange wie nötig an. Jede Lichtquelle erregte daher gerade in der Nacht viel höhere Aufmerksamkeit als heute. Jesus bezeichnet sich selbst als Licht, jedoch nicht als beliebige Lichtquelle, sondern als +das+ Licht der Welt, das für alle Menschen leuchtet (1,9) und sie zum Leben einlädt. Warum sie dieses Licht brauchen? Weil sie in einer Welt leben, die sich von Gott abgewandt hat und von seinen guten Gedanken und Lebensrichtlinien nichts wissen will (3,19). Sie leben in Trennung von Gott, was in der Bibel mit Finsternis und Tod gleichgesetzt wird (Matthäus 4,16). Gott dagegen ist das ultimative Licht, was für wahres Leben (1,4-14) und außerdem für Vollkommenheit, Wahrheit, Weisheit, Klarheit und Reinheit (1Johannes 1,5; Jakobus 1,17) steht. Jesus weist mit seinem Licht den Weg heraus aus der gottlosen Dunkelheit. Er selbst ist dieser Weg. Wer ihm vertraut und ihm folgt (8,12), findet wahres Leben in der Gemeinschaft mit ihm. Und er wird selbst zu einem Licht in dieser Welt (Matthäus 5,14; Epheser 5,8), um auch anderen den Weg zum wahren Leben zu weisen.
Fazit: Jesus gibt unmissverständlich und unübersehbar allen Menschen klare Orientierung, damit sie den Weg zum wahren Leben finden können. Ob sie darauf eingehen, ist ihre Sache.

die-Bibel.dev.4.19.1
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