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10. Tag: Johannes 5,19-47

In 35 Tagen durch das Johannesevangelium

Bibeltext(e)

Die Vollmacht des Sohnes

19Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut in gleicher Weise auch der Sohn. 20Denn der Vater hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles, was er tut, und wird ihm noch größere Werke zeigen, sodass ihr euch verwundern werdet. 21Denn wie der Vater die Toten auferweckt und macht sie lebendig, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will. 22Denn der Vater richtet niemand, sondern hat alles Gericht dem Sohn übergeben, 23damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.

24Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. 25Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, dass die Toten hören werden die Stimme des Sohnes Gottes, und die sie hören, die werden leben. 26Denn wie der Vater das Leben hat in sich selber, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben zu haben in sich selber; 27und er hat ihm Vollmacht gegeben, das Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist. 28Wundert euch darüber nicht. Es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden, 29und es werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.

30Ich kann nichts von mir aus tun. Wie ich höre, so richte ich, und mein Gericht ist gerecht; denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.

Die Zeugen für den Sohn

31Wenn ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis nicht wahr. 32Ein anderer ist’s, der von mir zeugt; und ich weiß, dass das Zeugnis wahr ist, das er von mir gibt. 33Ihr habt zu Johannes geschickt, und er hat die Wahrheit bezeugt. 34Ich aber nehme nicht von einem Menschen Zeugnis an; sondern ich sage das, damit ihr selig werdet. 35Er war ein brennendes und strahlendes Licht; ihr aber wolltet eine kleine Weile fröhlich sein in seinem Licht. 36Ich aber habe ein größeres Zeugnis als das des Johannes; denn die Werke, die mir der Vater gegeben hat, damit ich sie vollende, ebendiese Werke, die ich tue, zeugen von mir, dass mich der Vater gesandt hat. 37Und der Vater, der mich gesandt hat, hat von mir Zeugnis gegeben.

Ihr habt niemals seine Stimme gehört noch seine Gestalt gesehen 38und sein Wort habt ihr nicht in euch wohnen; denn ihr glaubt dem nicht, den er gesandt hat. 39Ihr sucht in den Schriften, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie sind’s, die von mir zeugen; 40aber ihr wollt nicht zu mir kommen, dass ihr das Leben hättet.

41Ich nehme nicht Ehre von Menschen an; 42aber ich kenne euch, dass ihr nicht Gottes Liebe in euch habt. 43Ich bin gekommen in meines Vaters Namen, und ihr nehmt mich nicht an. Wenn ein anderer kommen wird in seinem eigenen Namen, den werdet ihr annehmen. 44Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander annehmt, und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, sucht ihr nicht?

45Meint nicht, dass ich euch vor dem Vater verklagen werde; der euch verklagt, ist Mose, auf den ihr hofft. 46Wenn ihr Mose glaubtet, so glaubtet ihr auch mir; denn er hat von mir geschrieben. 47Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?

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Zum Text
Richter, Ankläger, Zeugen, Beweiskraft ⋯ hier geht es richtig zur Sache! Jesus sagt klipp und klar, was er denkt. Keine »Schleifchen«, sondern Klartext. Und das ist nicht gerade schmeichelhaft für seine Zuhörer, die zudem noch von ihrer Unschuld überzeugt sind (Verse 37-40+42-47). Seine Argumentation ist ein wenig langatmig, aber stichhaltig. Was sind, auf den Nenner gebracht, seine »Hauptanklagepunkte«? Wer ist der Ankläger, wer der Richter und wer sitzt überhaupt auf der Anklagebank? Was müsste passieren, dass die Anklage fallen gelassen wird? Es bedarf keiner langwierigen Prozessfolge, um einen Freispruch zu erwirken, sondern ⋯ (Vers 24).

Basic Jesus – Jesus und sein Vater
Wenn Jesus von seinem Vater (Vers 19) redet, meint er damit meist nicht Josef, sondern Gott, den Vater. (Christen glauben an den sogenannten »dreieinigen Gott«: Vater, Sohn (Jesus) und Heiliger Geist, die drei sind und doch eins. Das ist für uns nicht oder nur schwer nachvollziehbar, aber in Gottes Dimension ist es möglich.) Mit diesem Vater ist Jesus in regem Austausch, ihm eifert er nach. Jede Person, die an Jesus glaubt, hat dadurch automatisch auch Gott zum Vater (20,17). Dieser göttliche Vater übersteigt aber die normalen (positiven) Vatereigenschaften bei Weitem, denn er ist viel stärker, liebevoller, gnädiger, geduldiger, ⋯

die-Bibel.dev.4.19.1
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