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28. Tag: Markus 14,53-15,15

In 30 Tagen durch das Markusevangelium

Bibeltext(e)

Jesus vor dem Hohen Rat

53Und sie führten Jesus zu dem Hohenpriester; und es versammelten sich alle Hohenpriester und Ältesten und Schriftgelehrten. 54Petrus aber folgte ihm nach von ferne, bis hinein in den Palast des Hohenpriesters, und saß da bei den Knechten und wärmte sich am Feuer.

55Aber die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat suchten Zeugnis gegen Jesus, auf dass sie ihn zu Tode brächten, und fanden nichts. 56Denn viele gaben falsches Zeugnis gegen ihn; aber ihr Zeugnis stimmte nicht überein. 57Und einige standen auf und gaben falsches Zeugnis gegen ihn und sprachen: 58Wir haben gehört, dass er gesagt hat: Ich will diesen Tempel, der mit Händen gemacht ist, abbrechen und in drei Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. 59Aber ihr Zeugnis stimmte auch darin nicht überein. 60Und der Hohepriester stand auf, trat in die Mitte und fragte Jesus und sprach: Antwortest du nichts auf das, was diese gegen dich bezeugen? 61Er aber schwieg still und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohepriester abermals und sprach zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten? 62Jesus aber sprach: Ich bin’s; und ihr werdet sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen mit den Wolken des Himmels.

63Da zerriss der Hohepriester seine Kleider und sprach: Was bedürfen wir weiterer Zeugen? 64Ihr habt die Gotteslästerung gehört. Was meint ihr? Sie aber verurteilten ihn alle, dass er des Todes schuldig sei. 65Da fingen einige an, ihn anzuspeien und sein Angesicht zu verdecken und ihn mit Fäusten zu schlagen und zu ihm zu sagen: Weissage uns! Und die Knechte schlugen ihn ins Angesicht.

Die Verleugnung des Petrus

66Und Petrus war unten im Hof. Da kam eine von den Mägden des Hohenpriesters; 67und als sie Petrus sah, wie er sich wärmte, schaute sie ihn an und sprach: Und du warst auch mit dem Jesus von Nazareth. 68Er leugnete aber und sprach: Ich weiß nicht und verstehe nicht, was du sagst. Und er ging hinaus in den Vorhof, und der Hahn krähte.

69Und die Magd sah ihn und fing abermals an, denen zu sagen, die dabeistanden: Dieser ist einer von denen. 70Und er leugnete abermals.

Und nach einer kleinen Weile sprachen die, die dabeistanden, abermals zu Petrus: Wahrhaftig, du bist einer von denen; denn du bist auch ein Galiläer. 71Er aber fing an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr redet. 72Und alsbald krähte der Hahn zum zweiten Mal. Da gedachte Petrus an das Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er fing an zu weinen.

Jesus vor Pilatus

1Und alsbald am Morgen hielten die Hohenpriester Rat mit den Ältesten und Schriftgelehrten, dazu der ganze Hohe Rat, und sie banden Jesus und führten ihn ab und überantworteten ihn Pilatus. 2Und Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er aber antwortete ihm und sprach: Du sagst es. 3Und die Hohenpriester beschuldigten ihn hart. 4Pilatus aber fragte ihn abermals und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen! 5Jesus aber antwortete nichts mehr, sodass sich Pilatus verwunderte.

Jesu Verurteilung und Verspottung

6Er pflegte ihnen aber zum Fest einen Gefangenen loszugeben, welchen sie erbaten. 7Es war aber einer, genannt Barabbas, gefangen mit den Aufrührern, die beim Aufruhr einen Mord begangen hatten. 8Und das Volk ging hinauf und bat, dass er tue, wie er ihnen zu tun pflegte. 9Pilatus aber antwortete ihnen: Wollt ihr, dass ich euch den König der Juden losgebe? 10Denn er erkannte, dass ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten.

11Aber die Hohenpriester wiegelten das Volk auf, dass er ihnen viel lieber den Barabbas losgebe. 12Pilatus aber antwortete wiederum und sprach zu ihnen: Was wollt ihr dann, dass ich tue mit dem, den ihr den König der Juden nennt? 13Sie schrien abermals: Kreuzige ihn! 14Pilatus aber sprach zu ihnen: Was hat er denn Böses getan? Aber sie schrien noch viel mehr: Kreuzige ihn! 15Pilatus aber wollte dem Volk Genüge tun und gab ihnen Barabbas los und ließ Jesus geißeln und überantwortete ihn, dass er gekreuzigt würde.

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Zum Text
Was Jesus vorausgesagt hatte, ist wahr geworden (Verse 66-71). Was Petrus noch vor Kurzem für unmöglich gehalten hatte, ist nun geschehen. Das Aus für sein Leben als Nachfolger von Jesus? Einmal verleugnen, das wäre noch gegangen, aber wider besseres Wissen dies gleich dreimal hintereinander zu tun: unverzeihlich! Zumindest nach menschlicher Logik (16,15-18; Joh 21,15-19). Vergebung für einen, der einem in der schlimmsten Stunde des Lebens den Rücken zugekehrt hat ⋯ Aber darum geht es ja gerade: Vergebung von Sünde. Dass Sünde uns nicht mehr endgültig von Gott trennt, dafür lässt Jesus sich freiwillig erniedrigen (14,65) und schlussendlich sogar töten (15,37).

Basic Jesus – Menschensohn
Wenn Jesus von sich selbst spricht, dann bezeichnet er sich häufig als Menschensohn. Der Ursprung dieses Titels liegt in Daniel 7,13-14, wo der kommende Messias (siehe 1. Tag) mit diesen Worten bezeichnet wird. Wahrscheinlich hat Jesus diesen messianischen Titel für sich gewählt, weil er im Vergleich zu anderen Titeln mit weniger anderweitigen Erwartungen belastet war (siehe 19. Tag). Die Juden der damaligen Zeit verstanden sehr wohl, dass Jesus durch die Bezeichnung Menschensohn von sich als dem Messias sprach (Joh 12,34). Dies war für sie Gotteslästerung (Mk 14,62-64). Jesus zeigte den Menschen, dass er der Menschensohn ist (2,10), lehrte über sein bevorstehendes Leiden (8,31) und verkündete seine Wiederkunft (8,38).

die-Bibel.dev.4.19.1
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