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27. Tag: Markus 14,27-52

In 30 Tagen durch das Markusevangelium

Bibeltext(e)

Die Ankündigung der Verleugnung des Petrus

27Und Jesus sprach zu ihnen: Ihr werdet alle Ärgernis nehmen; denn es steht geschrieben Sach 13,7: »Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden sich zerstreuen.« 28Wenn ich aber auferstanden bin, will ich vor euch hingehen nach Galiläa.

29Petrus aber sagte zu ihm: Wenn auch alle Ärgernis nehmen, so doch ich nicht! 30Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute, in dieser Nacht, ehe denn der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. 31Er aber redete noch weiter: Auch wenn ich mit dir sterben müsste, werde ich dich nicht verleugnen! Das Gleiche sagten sie alle.

Jesus in Gethsemane

32Und sie kamen zu einem Garten mit Namen Gethsemane. Und er sprach zu seinen Jüngern: Setzt euch hierher, bis ich gebetet habe. 33Und er nahm mit sich Petrus und Jakobus und Johannes und fing an zu zittern und zu zagen 34und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wachet!

35Und er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf die Erde und betete, dass, wenn es möglich wäre, die Stunde an ihm vorüberginge, 36und sprach: Abba, Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst! 37Und er kam und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Simon, schläfst du? Vermochtest du nicht eine Stunde zu wachen? 38Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.

39Und er ging wieder hin und betete und sprach dieselben Worte 40und kam wieder und fand sie schlafend; denn ihre Augen waren voller Schlaf, und sie wussten nicht, was sie ihm antworten sollten. 41Und er kam zum dritten Mal und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr weiter schlafen und ruhen? Es ist genug; die Stunde ist gekommen. Siehe, der Menschensohn wird überantwortet in die Hände der Sünder. 42Steht auf, lasst uns gehen! Siehe, der mich verrät, ist nahe.

Jesu Gefangennahme

43Und alsbald, während er noch redete, kam herzu Judas, einer von den Zwölfen, und mit ihm eine Schar mit Schwertern und mit Stangen, von den Hohenpriestern und Schriftgelehrten und Ältesten. 44Und der Verräter hatte ihnen ein Zeichen genannt und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist’s; den ergreift und führt ihn sicher ab. 45Und als er kam, trat er alsbald zu ihm und sprach: Rabbi!, und küsste ihn. 46Die aber legten Hand an ihn und ergriffen ihn. 47Einer aber von denen, die dabeistanden, zog sein Schwert und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab.

48Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Seid ihr ausgezogen wie gegen einen Räuber mit Schwertern und mit Stangen, mich gefangen zu nehmen? 49Ich bin täglich bei euch im Tempel gewesen und habe gelehrt, und ihr habt mich nicht ergriffen. Aber so muss die Schrift erfüllt werden. 50Da verließen ihn alle und flohen.

51Und ein junger Mann folgte ihm nach, der war mit einem Leinengewand bekleidet auf der bloßen Haut; und sie griffen nach ihm. 52Er aber ließ das Gewand fahren und floh nackt.

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Zum Text
Ist es nicht verrückt: Jesus weiß, dass beispielsweise Petrus noch am selben Tag mehrfach behaupten wird, ihn gar nicht zu kennen, und trotzdem nimmt er ihn zu so einer intimen Begegnung mit seinem himmlischen Vater mit (Verse 30+33-36). Und wie dankt Petrus es ihm (Verse 37+40-41)? So sehr Jesus gehofft hatte, es möge vielleicht doch noch eine andere Lösung geben (Vers 36), so klar sieht er jetzt dem Unausweichlichen entgegen (Verse 41-43). Er ist gewappnet, hat sich von seinem Vater noch mal stärken lassen. Er kennt das Ziel, für das er nun leiden wird. Das ganze Prozedere ist letztlich eine Bestätigung: So wurde es in den alttestamentlichen Prophetien vorausgesagt und so tritt es nun auch wirklich ein.

Basic Jesus – Jesus und Judas
Judas Iskariot war einer der zwölf Jünger und gehörte somit zu den engsten Vertrauten von Jesus. Er hatte ein wichtiges Amt inne: Er verwaltete die gemeinsame Kasse und nutzte dieses in ihn gesetzte Vertrauen aus (Joh 12,6). Schon früh warnt Jesus vor einem Verräter im Jüngerkreis (Joh 6,70-71). Als die Ältesten des Volkes Jesus unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhaften wollen, damit es keinen Aufstand gibt (Mt 26,3-5), leistet Judas ihnen wertvolle Hilfe: Er wechselt die Seiten und verrät Jesus für einen Betrag von dreißig Silbergroschen (Mt 26,15). Dies ist genau der Betrag, den man gemäß 2Mose 21,32 leisten musste, wenn man den Tod eines Sklaven verschuldete.

die-Bibel.dev.4.19.1
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