BasisBibel (BB)

Der Gottesdienst im ersten Bund

91Nun gibt es auch im ersten Bund9,1 erster Bund: Meint den Bund, den Gott mit seinem Volk am Berg Sinai geschlossen hat; vgl. 2. Mose/Exodus 19–24. Damit verbunden sind Anweisungen zum Bau des Heiligtums für Gott und Anweisungen zum Dienst der Priester, vgl. 2. Mose/Exodus 25–40 und 3. Mose/Levitikus.Vorschriften für den Gottesdienstund das Heiligtum hier auf der Erde.2Es wurde ein Zelt9,2 Zelt der Begegnung: Transportables Zeltheiligtum der Israeliten in der Zeit, als sie durch die Wüste ziehen und bis zum Bau des Tempels in Jerusalem. eingerichtet.Im vorderen Teil befinden sich der Leuchter9,2 Leuchter: Siebenarmiger Ständer, auf dem Öllampen abgestellt werden. Er stand im Heiligtum.und der Tisch mit den Schaubroten9,2 Schaubrote: Zwölf Brote, die auf einen Tisch im Heiligtum gelegt wurden. An jedem Sabbat wurden sie durch frische Brote ersetzt..Diesen Teil nennt man das »Heiligtum«.3Hinter einem zweiten Vorhang liegt der Teil des Zeltes,den man das »Allerheiligste9,3 Allerheiligstes: Ort der Gegenwart Gottes im Innersten des Heiligtums.« nennt.4Dort befinden sich der goldene Räucheraltar9,4 Räucheraltar: Spezieller kleiner Altar, auf dem Räucheropfer verbrannt wurden.und die Bundeslade9,4 Lade: Eine an Stangen tragbare Truhe aus Holz mit goldener Deckplatte, die für die Gegenwart Gottes bei seinem Volk steht. 2. Mose/Exodus 25,16 zufolge werden in ihr die Tafeln mit den Zehn Geboten aufbewahrt.,die ringsum mit Gold überzogen ist.Sie enthält das goldene Gefäß,in dem das Manna9,4 Manna: Nahrung, die direkt vom Himmel kommt. Mit ihr versorgte Gott die Israeliten auf dem Weg durch die Wüste, vgl. 2. Mose/Exodus 16. aufbewahrt wird.Außerdem liegen in ihr der Stab Aarons9,4 Stab Aarons: Vom Stab Aarons, der zu blühen beginnt, erzählt 4. Mose/Numeri 17,16-28.,der wieder Blätter bekommen hat,und die Tafeln mit den Geboten9,4 Tafeln mit den Geboten: Meint die Steintafeln mit den Zehn Geboten, die Mose von Gott erhält; vgl. 2. Mose/Exodus 34,27-28. Sie stehen sinnbildlich für alle Gebote, die Gott seinem Volk gegeben hat..5Über der Bundeslade befinden sich die Kerubim9,5 Kerubim: Himmlische Wesen mit einem menschlichen Gesicht, Flügeln und einem Löwenkörper. Ihre Abbilder im Heiligtum tragen den Thron Gottes.als Zeichen für die Gegenwart der Herrlichkeit9,5 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. Gottes.Sie breiten ihre Flügel ausüber dem Ort der Versöhnung9,5 Ort der Versöhnung: Der griechische Ausdruck bezeichnet ursprünglich die Deckplatte der Bundeslade, die im Allerheiligsten des Tempels stand. Beim Gottesdienst am Versöhnungstag wurde das Blut eines Opfertieres auf die Deckplatte gesprengt. Mit dieser religiösen Handlung wurden Sünde und Schuld aufgehoben und die Gemeinschaft zwischen Gott und Mensch wiederhergestellt, vgl. 3. Mose/Levitikus 16,11-17..Aber davon soll jetzt nicht im Einzelnen die Rede sein.

6So ist also das Zelt der Begegnung9,6 Zelt der Begegnung: Transportables Zeltheiligtum der Israeliten in der Zeit, als sie durch die Wüste ziehen und bis zum Bau des Tempels in Jerusalem. eingerichtet.Den vorderen Teil des Zeltes betreten die Priester9,6 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes.,um dort jeden Tag ihren Dienst zu tun.7Den hinteren Teil dagegenbetritt allein der Hohepriester9,7 Hohepriester: Er leitete am großen Versöhnungstag im Tempel in Jerusalem den Gottesdienst, in dem die Sünden beseitigt werden, die trennend zwischen Gott und den Menschen stehen. Indem Jesus Christus am Kreuz für die Sünden der Menschen gestorben ist, übernimmt er diese Rolle.und nur ein einziges Mal im Jahr.Er betritt ihn nicht ohne das Blut, das er darbringt9,7 das Blut, das er darbringt: Teil der religiösen Handlung, die zum großen Versöhnungstag gehört; vgl. 3. Mose/Levitikus 16,11-28.für sich selbst und für die Sünden9,7 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können.,die das Volk unwissentlich auf sich geladen hat.8Damit macht der Heilige Geist9,8 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. deutlich:Der Weg zum himmlischen Heiligtumsteht noch nicht offen.Das gilt, solange der vordere Teil des Zeltesbestehen bleibt.9Das ist ein Sinnbild für die gegenwärtige Zeit:Es werden zwar Gaben und Opfer9,9 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. dargebracht.Aber die können das Gewissen desjenigen,der Gott damit dient, nicht vollständig rein9,9 rein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. In der Bibel sind dabei bestimmte religiöse Vorschriften zu beachten. machen.10Es geht dabei nur um Speisen und Getränkeund verschiedene Waschungen.Das sind lauter weltliche Vorschriften.Sie gelten bis zu der Zeit,wenn die himmlische Ordnung in Kraft tritt.

Der Gottesdienst im neuen Bund

11Christus9,11 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. aber ist als Hohepriester9,11 Hohepriester: Er leitete am großen Versöhnungstag im Tempel in Jerusalem den Gottesdienst, in dem die Sünden beseitigt werden, die trennend zwischen Gott und den Menschen stehen. Indem Jesus Christus am Kreuz für die Sünden der Menschen gestorben ist, übernimmt er diese Rolle. gekommenund hat uns gebracht, was uns wirklich rettet9,11 was uns wirklich rettet: Wörtlich »die wirklichen Heilsgüter«. Durch seinen Tod am Kreuz hat Jesus Christus die Menschen mit Gott versöhnt und ihnen die Vergebung ihrer Sünden gebracht..Sein Weg führte ihndurch ein anderes Zelt der Begegnung9,11 Zelt der Begegnung: Transportables Zeltheiligtum der Israeliten in der Zeit, als sie durch die Wüste ziehen und bis zum Bau des Tempels in Jerusalem. hindurch,das größer und vollkommener ist.Denn es ist nicht von Menschenhand gemacht,gehört also nicht zu dieser Schöpfung.12Christus brachte nicht das Blut von Ziegenböcken9,12 Blut von Ziegenböcken: Ziegenböcke gehören zu den Tieren, die am großen Versöhnungstag als Opfer dargebracht wurden; vgl. 3. Mose/Levitikus 16,15-17.und Kälbern als Opfer dar, sondern sein eigenes Blut9,12 sein eigenes Blut: Aus Liebe zu den Menschen ist Jesus Christus am Kreuz gestorben. Sein Tod bringt den Menschen Versöhnung mit Gott und erinnert so an die Opfer im Tempel, durch die Menschen die Versöhnung mit Gott suchen..So ist er ein für alle Mal in das Heiligtum eingetretenund hat die ewige Erlösung erwirkt.

13Wenn Menschen unrein9,13 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. geworden sind, genügt es,sie mit Blut von Böcken oder Stieren zu besprengen –oder mit der in Wasser aufgelösten Asche einer Kuh9,13 Asche einer Kuh: In 4. Mose/Numeri 19 finden sich Anweisungen für die Herstellung eines Wassers mit der Asche einer roten Kuh. Es reinigt Menschen und Dinge von Unreinheit, sodass sie in Gottes Nähe kommen können..So wird ihr Leib wieder rein9,13 rein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. In der Bibel sind dabei bestimmte religiöse Vorschriften zu beachten., und sie sind heilig9,13 heilig: Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen..14Wie viel mehr bewirkt dann das Blut von Christus9,14 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt.!Geführt vom ewigen Geist Gottes9,14 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt.,hat er sich selbst als makelloses Opferfür Gott dargebracht.So reinigt sein Blut unser Gewissenvon den Werken, die zum Tod führen9,14 Werke, die zum Tod führen: Meint ein Leben, das nicht dem Willen Gottes entspricht..Dann sind wir dafür bereit,dem lebendigen Gott zu dienen.

Der neue Bund wird wirksam durch den Tod und das Blut von Jesus

15Deshalb ist Jesus9,15 Jesus Christus: Der Name Jesus Christus ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. auchder Vermittler eines neuen Bundes9,15 neuer Bund: Besteht darin, dass Christus den Menschen die endgültige Vergebung der Sünden gebracht und ihnen so den Zugang zu Gott eröffnet hat..Sein Tod hat die Erlösung von den Übertretungenaus der Zeit des ersten Bundes9,15 erster Bund: Meint den Bund, den Gott mit seinem Volk am Berg Sinai geschlossen hat; vgl. 2. Mose/Exodus 19–24. bewirkt.Dadurch können alle, die berufen sind,das versprochene ewige Erbe9,15 Erbe: Ursprünglich der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Im Neuen Testament bedeutet es ein Leben im Reich Gottes, in unmittelbarer Gemeinschaft mit ihm. erhalten.

16Soll ein Testament9,16 Testament: Das griechische Wort bedeutet sowohl »Testament« als auch »Bund«. in Kraft treten,muss der Tod dessen nachgewiesen werden,der es aufgesetzt hat.17Denn ein Testament wird erst nach dem Tod wirksam.Solange der lebt, der es verfasst hat,hat es keine Bedeutung.

18Deshalb wurde auch der erste Bund9,18 erster Bund: Meint den Bund, den Gott mit seinem Volk am Berg Sinai geschlossen hat; vgl. 2. Mose/Exodus 19–24.nicht ohne Blut in Kraft gesetzt:19Zunächst verkündete9,19 verkündete: 2. Mose/Exodus 24,3-8 erzählt, dass Mose dem Volk mitteilt, welche Handlungen den Bundesschluss am Berg Sinai abschließen sollen. Mose9,19 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. dem ganzen Volk alle Gebote,wie sie im Gesetz festgelegt sind.Dann nahm er das Blut von Kälbern und Ziegenböckenund vermischte es mit Wasser.Er gab karmesinrote Wolle und Ysop9,19 Ysop: 70 cm hoher Strauch mit kleinen runden, grau behaarten Blättern. dazu.Damit besprengte er sowohl das Buch des Bundes9,19 Buch des Bundes: Davon ist in 2. Mose/Exodus 24,7 die Rede. Ursprünglich sind damit vermutlich die Zehn Gebote in 2. Mose/Exodus 20,1-17 gemeint. Heute wird die Bezeichnung auf die Gesetzessammlung in 2. Mose/Exodus 20,22–23,33 bezogen.als auch das ganze Volk.20Dabei sagte er9,20 sagte er: Zitat aus 2. Mose/Exodus 24,8.: »Mit diesem Blut wird der Bund besiegelt,den Gott mit euch geschlossen hat.«21Ebenso besprengte Mose das Zelt der Begegnung9,21 Zelt der Begegnung: Transportables Zeltheiligtum der Israeliten in der Zeit, als sie durch die Wüste ziehen und bis zum Bau des Tempels in Jerusalem.und alle Geräte für den Gottesdienst mit Blut.22Nach dem Gesetz wird fast alles mit Blut gereinigt9,22 Reinigung, sich reinigen: Religiöse Handlung, mit der Menschen und Dinge dafür vorbereitet werden, in der Nähe Gottes zu sein..Und ohne Ausgießen von Blut gibt es keine Vergebung.

Christus ist das einmalige und endgültige Opfer

23Die Nachbildungen9,23 Nachbildungen: Das Heiligtum auf der Erde wird als Abbild des Heiligtums im Himmel verstanden, das Gottes Wohnsitz ist. dessen, was im Himmel9,23 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. ist,müssen also durch das Blut von Tieren gereinigt9,23 Reinigung, sich reinigen: Religiöse Handlung, mit der Menschen und Dinge dafür vorbereitet werden, in der Nähe Gottes zu sein. werden.Aber für die himmlischen Gegebenheitensind bessere Opfer9,23 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. nötig.

24Christus9,24 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. ging ja nichtin ein von Menschenhand errichtetes Abbilddes himmlischen Heiligtums.Er ging vielmehr in den Himmel9,24 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. selbst,um dort vor Gott für uns einzutreten.25Er ist auch nicht hineingegangen,um sich selbst immer wieder als Opfer9,25 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. darzubringen –so wie es der Hohepriester9,25 Hohepriester: Er leitete am großen Versöhnungstag im Tempel in Jerusalem den Gottesdienst, in dem die Sünden beseitigt werden, die trennend zwischen Gott und den Menschen stehen. Indem Jesus Christus am Kreuz für die Sünden der Menschen gestorben ist, übernimmt er diese Rolle. macht,wenn er jedes Jahr mit fremdem Blut9,25 fremdes Blut: Meint das Blut der Opfertiere.in das Heiligtum hineingeht.26Sonst hätte Christus seit der Erschaffung der Weltimmer wieder leiden müssen.Nein, jetzt, am Ende der Zeiten,ist er ein einziges Mal erschienen.Und durch sein Opfer9,26 sein Opfer: Aus Liebe zu den Menschen ist Jesus Christus am Kreuz gestorben. Sein Tod bringt den Menschen Versöhnung mit Gott und erinnert so an die Opfer im Tempel, durch die Menschen die Versöhnung mit Gott suchen. hat er die Sünde9,26 Sünde: Die Trennung des Menschen von Gott, seinem Schöpfer. Sie führt dazu, dass der Mensch sein Leben nicht nach Gottes Willen ausrichten kann. aufgehoben.

27Bei den Menschen ist es ja ähnlich:Sie müssen nur einmal sterbenund kommen dann vor das Gericht9,27 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht..28Genauso wurde auch Christus9,28 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt.nur einmal als Opfer dargebracht,um die Sünden der vielen wegzunehmen.Wenn er das zweite Mal erscheint,geht es nicht noch einmal um die Sünde9,28 Sünde: Die Trennung des Menschen von Gott, seinem Schöpfer. Sie führt dazu, dass der Mensch sein Leben nicht nach Gottes Willen ausrichten kann..Das geschieht vielmehr,um alle zu retten, die auf ihn warten.