BasisBibel (BB)
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Die Freiheit vom Gesetz

Galater 3,1–4,31

Die Galater wenden sich von der Botschaft des Glaubens ab

31Ach, ihr unvernünftigen Galater3,1 Galatien: Region in Kleinasien, heute Zentralanatolien in der Türkei.!Wer hat euch so verhext?Ist euch denn Jesus Christus3,1 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. nicht eindrücklich genugals Gekreuzigter3,1 Gekreuzigter: Das Kreuz ist Sinnbild für Gottes Zuwendung zu den Menschen, für die Jesus Christus sein Leben am Kreuz opferte. vor Augen gestellt worden?2Ich möchte nur eines von euch wissen:Warum habt ihr denn den Heiligen Geist3,2 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. empfangen?Weil ihr das Gesetz3,2 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. befolgtoder weil ihr die Botschaft des Glaubens gehört habt?3Seid ihr wirklich so unvernünftig?Begonnen habt ihr aus der Kraft des Heiligen Geistes.Und jetzt wollt ihr aus eigener Kraft3,3 eigene Kraft: Wörtlich »Fleisch«. Wer vom Fleisch bestimmt ist, glaubt nicht an Gott und die Versöhnung, die er den Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus geschenkt hat. Er vertraut sich selbst mehr als Gott. Das ist nach biblischer Vorstellung Sünde. zum Ziel kommen?4Habt ihr etwas so Großartiges umsonst erfahren?– Wenn es denn wirklich umsonst war! –5Gott gibt euch den Heiligen Geistund lässt bei euch Wunder3,5 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. geschehen.Geschieht das, weil ihr das Gesetz befolgtoder weil ihr die Botschaft des Glaubens angenommen habt?

Die Gute Nachricht gründet in dem Versprechen an Abraham

6Von Abraham3,6 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. heißt es3,6 heißt es: Zitat aus der griechischen Übersetzung von 1. Mose/Genesis 15,6.: »Er glaubte Gott,und das rechnete ihm Gott als Gerechtigkeit3,6 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. an.«7Seht es doch ein:Die wahren Nachkommen Abrahams sind diejenigen,die aus dem Glauben3,7 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. leben.8Die Heilige Schrift3,8 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden. hat es vorausgesehen:Gott wird die Völker als gerecht3,8 gerecht, als gerecht gelten: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen. anerkennen,weil sie aus dem Glauben an ihn leben.Schon im Voraus hat Gott dem Abrahamdiese Gute Nachricht verkündet3,8 verkündet: Zitat aus 1. Mose/Genesis 12,3.:»Durch dich sollen alle Völker gesegnet3,8 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. werden.«9Alle, die aus Glauben leben,werden also zusammen mit dem glaubenden AbrahamSegen empfangen.

Niemand wird durch das Gesetz vor Gott gerecht

10Dagegen stehen alle,die auf die Erfüllung des Gesetzes3,10 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. bauen,unter einem Fluch.In der Heiligen Schrift steht3,10 in der Heiligen Schrift steht: Zitat aus 5. Mose/Deuteronomium 27,26. nämlich:»Verflucht ist jeder, der nicht alles einhält,was im Buch des Gesetzes vorgeschrieben ist.«11Durch die Befolgung des Gesetzeswird niemand vor Gott als gerecht gelten3,11 gerecht, als gerecht gelten: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen..Das ist ganz offensichtlich!Denn es heißt3,11 es heißt: Paulus verbindet in seiner Argumentation ein Zitat aus der griechischen Übersetzung von Habakuk 2,4 mit Zitaten aus der griechischen Übersetzung von 3. Mose/Levitikus 18,5 und 5. Mose/Deuteronomium 21,23.:»Aufgrund seines Glaubens3,11 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt.wird der Gerechte3,11 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. das Leben3,11 Leben, neues Leben: Durch den Glauben an Gott von ihm bereits in dieser Welt geschenktes Leben in Gemeinschaft mit ihm. erlangen.«12Für das Gesetz zählt nicht der Glaube.Hier gilt vielmehr3,12 hier gilt vielmehr: Zitat aus der griechischen Übersetzung von 3. Mose/Levitikus 18,5.:»Wer seine Vorschriften befolgt,wird durch sie das Leben erlangen.«13Christus3,13 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. hat uns von dem Fluch freigekauft,unter dem wir aufgrund des Gesetzes3,13 aufgrund des Gesetzes: Paulus geht davon aus, dass ein Mensch nicht alle Vorschriften des Gesetzes einhalten kann. »Gesetz« ist hier eine Bezeichnung für die fünf Bücher Mose. stehen.Denn er hat für uns den Fluch auf sich genommen.Es heißt ja in der Heiligen Schrift3,13 heißt in der Heiligen Schrift: Zitat aus der griechischen Übersetzung von 5. Mose/Deuteronomium 21,23.:»Verflucht ist jeder, der am Holz3,13 Holz: Paulus versteht das Holz als Hinweis auf das Kreuz, an dem Jesus hingerichtet worden ist. hängt.«14Durch Jesus Christus3,14 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. sollten die VölkerAnteil an dem Segen3,14 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. bekommen,den Gott Abraham3,14 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. zugesagt3,14 zugesagt: In 1. Mose/Genesis 12,3 verspricht Gott Abraham, dass er ein Segen für die Völker sein wird. Paulus zitiert diesen Vers in Galater 3,8. hatte.So wurde es möglich, dass wir aufgrund des Glaubensden Heiligen Geist3,14 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. empfangen.

Gottes Versprechen ist älter als das Gesetz

15Brüder und Schwestern3,15 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.,ich will es euch an einem Beispielaus dem alltäglichen Leben erklären:Wenn jemand ein Testament machtund es rechtskräftig wird,kann es niemand mehr außer Kraft setzen.Man kann auch keine Klausel mehr hinzufügen.16Nun wurde Abraham3,16 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. und seinem Nachkommen3,16 seinem Nachkommen: Wörtlich »deinen Samen«. Das Wort kann sowohl den einzelnen Nachkommen als auch Nachkommen in der Mehrzahl bedeuten. Als einzelner Nachkomme ist hier Jesus Christus gemeint.von Gott ein Versprechen gegeben3,16 ein Versprechen gegeben: Das Versprechen findet sich beispielsweise in 1. Mose/Genesis 12,7..Er sagt nicht: »und den Nachkommen«,als ob damit viele gemeint wären.Nein, es geht nur um einen: »dein Nachkomme«.Und das ist Christus3,16 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus..17Damit will ich sagen: Es gibt ein Testament,das Gott für rechtskräftig erklärt hat.Dies kann nicht durch das Gesetz3,17 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. aufgehoben werden,das erst 430 Jahre später3,17 430 Jahre später: Biblischer Zeitrechnung zufolge empfing Mose die Zehn Gebote und mit ihnen alle anderen Gebote und Vorschriften 430 Jahre nachdem Abraham das Versprechen von Gott erhalten hat. erlassen wurde.Das Gesetz kann Gottes Versprechen nicht aufheben.18Denn wenn das Erbe3,18 Erbe: In 1. Mose/Genesis 22,17-18 verspricht Gott Abraham eine große Nachkommenschaft, die ein Segen für die ganze Welt sein wird. Paulus versteht dieses Versprechen als Zusage für ein Leben im Reich Gottes, in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott. vom Gesetz abhängt,verdankt es sich nicht mehr dem damaligen Versprechen.Gott hat Abraham aber eben durch dieses Versprechenseine Gnade3,18 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. erwiesen.

Das Gesetz gilt nur für eine begrenzte Zeit

19Warum gibt es dann das Gesetz3,19 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose.?Es wurde erlassen, damit deutlich wird:Wir leben gegen Gottes Willen.Das Gesetz gilt so lange,bis der Nachkomme Abrahams da ist,auf den sich das Versprechen Gottes bezieht.Im Übrigen wurde es durch Engel3,19 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. angeordnetund von einem Mittelsmann3,19 Mittelsmann: Mose, der am Berg Sinai die Zehn Gebote von Gott erhielt; vgl. 2. Mose/Exodus 20,1-21 und 2. Mose/Exodus 34. überbracht20Ein Einzelner braucht keinen Mittelsmann.Und Gott ist doch nur Einer.

21Steht dann das Gesetz3,21 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose.im Widerspruch zum Versprechen Gottes?Auf keinen Fall! Das wäre anders,wenn ein Gesetz erlassen worden wäre,das Leben3,21 Leben, neues Leben: Durch den Glauben an Gott von ihm bereits in dieser Welt geschenktes Leben in Gemeinschaft mit ihm. schenken kann.Dann könnte die Befolgung des Gesetzes dazu führen,von Gott als gerecht anerkannt3,21 gerecht, als gerecht gelten: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen. zu werden.22Nun sagt aber die Heilige Schrift3,22 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden.,dass die ganze Welt der Sünde3,22 Sünde: Die Trennung des Menschen von Gott, seinem Schöpfer. Sie führt dazu, dass der Mensch sein Leben nicht nach Gottes Willen ausrichten kann. unterworfen ist.Umso mehr gilt das Versprechen,das die Glaubenden3,22 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. erhalten haben:Es genügt der Glaube an Jesus Christus3,22 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt.!

Wir sind nicht mehr Sklaven, sondern Kinder Gottes

23Bevor die Zeit des Glaubens3,23 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. kam,waren wir der Aufsicht des Gesetzes3,23 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. unterstellt.Wir sollten in Gewahrsam bleibenbis zur Offenbarung des Glaubens an Christus.24Das Gesetz war also unser Aufseherbis Christus3,24 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. kam.Denn aufgrund des Glaubens sollten wirvor Gott als gerecht gelten3,24 gerecht, als gerecht gelten: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen..25Aber seit die Zeit des Glaubens gekommen ist,sind wir nicht mehr dem Aufseher unterstellt.26Ihr seid alle Kinder Gottes,weil ihr durch den Glaubenmit Christus Jesus3,26 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. verbunden seid.27Denn ihr alle habt in der Taufe3,27 taufen: Wörtlich »(in Wasser) eintauchen«. Die Handlung steht zeichenhaft für das Abwaschen von Schuld und Sünde. Christus angezogen3,27 Christus angezogen: Meint in ein neues, von Christus bestimmtes Leben hineinzuschlüpfen wie in ein neues Kleid..Und durch sie gehört ihr nun zu ihm.28Es spielt keine Rolle mehr,ob ihr Juden3,28 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. seid oder Griechen3,28 Griechen: Menschen aus den Ländern im Mittelmeerraum, die keine Juden waren und Griechisch sprachen. Griechisch war im gesamten Osten des Römischen Reichs die gemeinsame Sprache.,Sklaven3,28 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden. oder freie Menschen,Männer oder Frauen.Denn durch eure Verbindung mit Christus Jesusseid ihr alle wie ein3,28 ein: Vgl. das Bild von der Gemeinde als dem Leib von Christus (1. Korinther 12,13; Römer 12,4-5) und als dem einen neuen Menschen (Kolosser 3,10-11; Epheser 2,15-16). Mensch geworden.29Wenn ihr aber zu Christus gehört,dann seid ihr Abrahams3,29 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. Nachkommen.Damit bekommt ihr auch das Erbe3,29 Erbe: In 1. Mose/Genesis 22,17-18 verspricht Gott Abraham eine große Nachkommenschaft, die ein Segen für die ganze Welt sein wird. Paulus versteht dieses Versprechen als Zusage für ein Leben im Reich Gottes, in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott.,das Gott ihm versprochen hat.