BasisBibel (BB)
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Die Zehn Gebote

51Mose5,1 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. rief ganz Israel5,1 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. zusammenund sagte zu ihnen:Höre, Israel, auf die Gesetze und Bestimmungen,die ich euch heute verkünde!Lernt sie, beachtet sie und handelt danach!2Der Herr5,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: HERR., unser Gott, schloss mit uns einen Bund5,2 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten.,als wir am Horeb5,2 Horeb: Auch »Sinai« genannter Gottesberg in der Wüste, auf dem Gott im Gewittersturm erscheint und Mose die Zehn Gebote erhält; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20. waren.3Nicht mit unseren Vorfahrenhat der Herr diesen Bund geschlossen.Er hat ihn mit uns geschlossen,die wir hier und heute leben.4Auf dem Berg sprach der Herr mitten aus dem Feuer.Von Angesicht zu Angesicht5,4 von Angesicht zu Angesicht: Dieser direkte Kontakt zwischen Gott und dem gesamten Volk Israel ist etwas Besonderes. In der Regel braucht es dafür eine vermittelnde Person wie einen Propheten. sprach er zu euch.5Ich stellte mich damals zwischen den Herrn und euchund habe euch seine Worte5,5 seine Worte: In den Versen 6-21 folgen die sogenannten Zehn Gebote, die auch in 2. Mose/Exodus 20,2-17 überliefert sind. weitergegeben.Denn ihr habt euch vor dem Feuer gefürchtetund seid nicht auf den Berg gestiegen.

Das aber sagte er:6»Ich bin der Herr, dein Gott!Ich habe dich aus dem Land Ägypten geführt5,6 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit.aus dem Leben in der Sklaverei.7Du sollst neben mir5,7 neben mir: Für Israel darf es keine anderen Götter geben. Ihre Verehrung wäre ein Vergehen gegen den Gott Israels. keine anderen Götter haben!8Du sollst dir kein Bild von Gott5,8 Bild von Gott: Aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes kleines Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. machen!Nichts, was im Himmel und auf der Erde istund im Wasser unter der Erde, kann ihn darstellen.9Du sollst keine anderen Götter5,9 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. anbeten und verehren!Denn ich bin der Herr, dein Gott.Ich bin ein eifersüchtiger Gott5,9 eifersüchtiger Gott: Gott will nicht, dass sein Volk andere Götter anbetet und sich von ihnen Hilfe erhofft. Er will sein einziger Gott sein.:Die mir untreu werden, lasse ich nicht davonkommen.Wenn die Väter Schuld5,9 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. auf sich geladen haben,ziehe ich auch die Kinder zur Verantwortung –bis zur dritten und vierten Generation.10Doch die mich lieben und meine Gebote befolgen,erfahren meine Güte noch in tausend Generationen.

11Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes,nicht missbrauchen5,11 missbrauchen: Beim Schwören wurde der Name Gottes in der Schwurformel verwendet. Wer lügt, soll sich auf keinen Fall auf Gott berufen..Denn wer das tut, den wird der Herr bestrafen.12Du sollst den Sabbat5,12 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. einhalten!Er soll ein heiliger Tag sein!So hat es der Herr, dein Gott, dir befohlen.13Sechs Tage in der Woche darfst du arbeitenund alle deine Tätigkeiten verrichten.14Aber der siebte Tag ist ein Ruhetag.Er gehört dem Herrn, deinem Gott.An diesem Tag darfst du keine Arbeit tun:weder du selbst noch dein Sohn oder deine Tochter,dein Sklave oder deine Sklavin5,14 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden.,dein Rind oder dein Esel,auch nicht dein Vieh oder der Fremde5,14 Fremder: Person, die nicht zur Gemeinschaft Israels gehört und häufig wirtschaftlich schlechter gestellt war. Fremde sind durch das Gastrecht geschützt. in deiner Stadt.Dein Sklave und deine Sklavinsollen genauso wie du ausruhen können.15Denk daran:Auch du warst einmal ein Sklave im Land Ägypten5,15 ein Sklave im Land Ägypten: 2. Mose/Exodus 1 erzählt von der Zeit, als die Israeliten als Sklaven in Ägypten lebten..Aber der Herr, dein Gott,hat dich von dort herausgeführt5,15 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit.mit starker Hand und machtvoll ausgestrecktem Arm.Deshalb hat der Herr, dein Gott, dir befohlen,den Sabbat als Ruhetag zu gestalten.

16Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren5,16 ehren: Die Eltern mit Respekt und Würde behandeln und auch bei Krankheit oder im Alter für sie sorgen.und für sie sorgen!So hat es der Herr, dein Gott, dir befohlen.Dann wirst du lange und gut leben in dem Land,das der Herr, dein Gott, dir geben wird.17Du sollst nicht töten!18Du sollst nicht ehebrechen5,18 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten.!19Du sollst nicht stehlen!20Du sollst nichts Falsches über deinen Nächsten sagen5,20 nichts Falsches sagen: Dieses Gebot bezieht sich ursprünglich auf die Falschaussage vor Gericht.!21Du sollst nicht die Frau eines anderen begehren!Du sollst nichts für dich haben wollen,was deinem Nächsten gehört:weder sein Haus noch sein Feld,seinen Sklaven oder seine Sklavin,sein Rind, seinen Esel oder irgendetwas anderes.«

22Diese Worte hat der Herr gesprochen,als ihr am Berg5,22 Berg: Meint den auch »Sinai« genannten Gottesberg Horeb, auf dem Gott dem Volk Israel im Gewittersturm erscheint; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20. versammelt wart.Er hat mit lauter Stimme gesprochen –mitten aus dem Feuer, der Wolke und dem Dunkel.Nur diese Worte hat er gesagt – sonst nichts weiter.Dann hat er sie auf zwei Tafeln aus Stein5,22 Tafeln mit den Geboten: Meint die Steintafeln mit den Zehn Geboten, die Mose von Gott erhält; vgl. 2. Mose/Exodus 34,27-28. Sie stehen sinnbildlich für alle Gebote, die Gott seinem Volk gegeben hat. geschriebenund mir gegeben.

Mose wird zum Mittelsmann zwischen Gott und dem Volk

23Als ihr die Stimme aus dem Dunkel gehört habtund der Berg5,23 Berg: Meint den auch »Sinai« genannten Gottesberg Horeb, auf dem Gott dem Volk Israel im Gewittersturm erscheint; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20. in Flammen stand, kamt ihr zu mir.Alle führenden Männer eurer Stämme5,23 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. und eure Ältesten5,23 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde.traten an mich heran.24Sie sagten: »Der Herr5,24 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: HERR., unser Gott, hat uns gezeigt,wie herrlich und mächtig er ist.Seine Stimme haben wir mitten aus dem Feuer gehört.Heute haben wir es erlebt:Der Herr kann mit Menschen redenund sie bleiben doch am Leben!25Und nun – warum sollen wir jetzt sterben?Denn dieses mächtige Feuer wird uns verbrennen.Wenn wir noch länger diese Stimme hören,die Stimme des Herrn, unseres Gottes,werden wir bald tot sein.26Denn welches sterbliche Wesenhat das jemals überlebt:die Stimme des lebendigen Gottes zu hören,wenn er mitten aus dem Feuer spricht?Aber wir haben das erlebt.27Geh du doch näher hin, Mose!Höre alles, was der Herr, unser Gott,uns zu sagen hat!Und dann teilst du uns mit,was der Herr, unser Gott, dir sagen wird.Wir wollen es hören und befolgen.«

28Der Herr hörte eure Worte,als ihr so auf mich eingeredet habt.Darauf sagte der Herr zu mir:»Ich habe gehört, was das Volk zu dir gesagt hat.Was sie gesagt haben, ist gut.29Ach wenn sie doch in ihren Herzen dabei blieben,Ehrfurcht5,29 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. vor mir zu haben und meine Gebote5,29 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. zu halten!Dann würde es ihnen und ihren Kindern immer gut gehen.30Mose5,30 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote., geh jetzt und sag ihnen,dass sie zu ihren Zelten zurückkehren sollen!31Du aber, stell dich hierher zu mir.Ich will dir alles Weitere mitteilen,alle Gebote, Gesetze und Vorschriften.Darin sollst du sie unterweisen.Sie sollen danach handeln in dem Land,das ich ihnen gebe, damit sie es in Besitz nehmen.«

32Also, ihr Israeliten:Befolgt sie und handelt danach!Macht es genau so,wie der Herr, euer Gott, es euch befohlen hat!Weicht nicht davon ab,weder nach rechts noch nach links.33Ihr sollt genau auf dem Weg5,33 Weg: Bild für ein Leben, das sich nach Gottes Willen und Geboten richtet. gehen,den der Herr, euer Gott, euch gewiesen hat.Dann werdet ihr am Leben bleiben,und es wird euch gut gehen.Ihr werdet lange in dem Land leben,das ihr in Besitz nehmen werdet.