Deuteronomium 7
Der Verführung zum Ungehorsam vorbeugen
Gehorsam bringt Segen
Keine Angst vor den Völkern des Landes
Sachwissen
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Bann
Der Begriff gehört in den Zusammenhang des sog. Heiligen Krieges und bedeutet, dass die gesamte Kriegsbeute menschlichem Gebrauch und menschlicher Verfügung entnommen ist und Gott als dem eigentlichen Kriegsherrn gehört. Im strengsten Fall wurden die Siedlungen mit Feuer zerstört und alles Lebendige mit dem Schwert vernichtet. Aus den biblischen Berichten lässt sich erkennen, dass diese Form des Krieges nur aus besonderen Anlässen und mit eng begrenzten Zielen (z.B. als Strafaktion) geübt wurde. Die generelle Forderung des 5. Mose-Buches (Deuteronomium) nach Ausrottung aller vorisraelitischen Bewohner → Kanaans ist in der Praxis nicht durchgeführt worden (vgl. Ri 1; 2,1-3; 3,1-6). In ihr spiegelt sich das Bestreben, Israel vor fremden Einflüssen zu schützen, die seinem Glauben gefährlich werden konnten und, wie der Kampf der Propheten (Hosea, Jeremia, Ezechiël) zeigt, auch tatsächlich wurden.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
2.5. Das 5. Buch Mose/Deuteronomium (Dtn)
Das Deuteronomium (gr. zweites Gesetz, nach 17,18) ist eine als Rede des Mose an die Israeliten gestaltete Wiederholung des in Exodus bis Numeri geschilderten ersten Gesetzes. Von Kap. 31-34 abgesehen, zeigt das Dtn eine eigenständige Sprache und Theologie, die es von den anderen Mose-Büchern und deren Hauptbestandteilen unterscheiden. Inhaltlich geht es dem Dtn um den einen Kultus (Ort) des einen erwählten Volkes für den einen Gott JHWH. Kennzeichnend ist auch der besondere, paränetische (ermahnende) Stil: Israel wird zumeist direkt in der 2. Person angesprochen. Die Weisung wird im Dtn einerseits immer auf die bisherige Geschichte Gottes mit seinem Volk bezogen, andererseits geschieht an vielen Stellen bereits eine erste Gesetzesauslegung bzw. Modifikation älterer Vorschriften im Sinne des Zentralisationsgebotes. So wird nun in Dtn 16 geregelt, dass das Passa nur in Jerusalem zu feiern ist.
heilig, heiligen, Heiligkeit
»Heilig« ist im Alten Testament alles, was Gott und der göttlichen Sphäre zugehört. Das ist aus priesterlicher Sicht der → Tempel und dort wieder in besonderem Maße die heiligen Geräte, die Altäre, die → Bundeslade und der innerste Raum des Tempels, der das »Allerheiligste« heißt. Nur wer selbst geheiligt (geweiht) ist, kann sich dieser Sphäre nahen, ohne Schaden zu nehmen (Num 4,15; Ex 30,29). Die → Opfer, die Gott dargebracht werden, sind in abgestuftem Maße heilig, und entsprechend dürfen unterschiedliche Personenkreise einen Anteil davon verzehren: beim Mahlopfer die ganze Gemeinde (Lev 7,15-21), bei den Erntegaben ans Heiligtum und bei bestimmten Opferanteilen alle Angehörigen der Priesterfamilien (Num 18,11-19), bei den Sühneopfern die Priester allein (Lev 6,19-22).
Gesetz
Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose.
Bund
Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten.
Amoriter
»Amoriterland« (Amurru) ist die frühbabylonische Bezeichnung für Palästina und Syrien. In der Bibel Bezeichnung für die vorisraelitische Bevölkerung Gesamtpalästinas, aber auch für einen Einzelstamm in Mittelpalästina (neben anderen kleinen Volksgruppen wie u.a. den Girgaschitern, Hiwitern, Perisitern und den in Jerusalem ansässigen Jebusitern; vgl. Dtn 7,1).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
5. Mose 7,6-12 | 6. Sonntag nach Trinitatis | 12.07.2026
Im antiken Judentum zählte das Deuteronomium zu den wichtigsten Büchern. Unter den Handschriften vom Toten Meer ist von den fünf Büchern der Tora das Deuteronomium mit Abstand am häufigsten bezeugt. Der Begriff Tora („Weisung“) erhielt im Deuteronomium seine spezifische Bedeutung: Die Tora ist die schriftlich festgehaltene göttliche Weisung, die das Leben des Gottesvolkes bestimmt (vgl. u.a. Dtn 1,5; 4,44; 17,19; 27,3; 29,28; 31,9). Dieses Verständnis von Tora wurde auf den Pentateuch im Ganzen übertragen.
Altar
Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden.
Het, Hetiter
Von ihrem Stammland im Inneren Kleinasiens aus gründete das indogermanische Volk der Hetiter im 2. Jahrtausend v.Chr. ein bedeutendes Reich, das sich zeitweilig bis nach Damaskus und →Babylon erstreckte. Als es um 1200 v.Chr. zerbrach, bildeten sich aus seinen Resten in Nordsyrien neue Königreiche. Deren Bewohner und mit ihnen auch die Bewohner Palästinas wurden in der assyrischen Geschichtsschreibung »Hetiter« genannt. Daher erklärt sich wohl das Vorkommen der Bezeichnung für einen Teil der vorisraelitischen Bevölkerung des Landes → Kanaan. In diesem Sinn erscheint in der Völkertafel in Gen 10,15 Het, der Stammvater der Hetiter, als Sohn → Kanaans.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Kanaaniter
Bewohner des Gebietes zwischen Jordantal und Mittelmeer, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde.
Gebote
Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll.
Götterbild
Aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes kleines Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten.
Bund
Das Wort bezeichnet ursprünglich ein Rechtsverhältnis auf Vertragsbasis unter Gleichberechtigten oder einen Vasallenvertrag zwischen einem stärkeren und einem schwächeren Partner. Der Bund zwischen Gott und seinem Volk ist nicht ein Vertrag zwischen gleichgestellten Partnern. Immer geht die Initiative von Gott aus, der mit einem Einzelnen oder dem ganzen Volk Israel in ein besonderes Verhältnis tritt. Dieses Verhältnis umfasst von Gott her die Zusicherung von Heil und Segen (z.B. Land- und Nachkommenschaftszusage), vom Menschen her die Verpflichtung zur Treue gegenüber Gott und seinen Geboten.
Steinmal
Ein aufrecht hingestellter heiliger Stein: (a) als Denkstein für einen Vertragsschluss und Grenzstein (Gen 31,45); (b) als Grabstein (Gen 35,20); (c) als Gedenkstein an heiliger Stätte (Gen 28,18); (d) anstelle eines Götterbildes oder in Verbindung mit Götterbildern, darum in Israel streng verboten (Ex 34,13; Lev 26,1; Dtn 7,5; 12,3) und trotzdem immer wieder errichtet (1 Kön 14,23; 2 Kön 3,2).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Zorn Gottes
Sein Wille, Gericht zu halten.
Pfahl, geweihter