Richter 2
Israel muss das Land mit den Kanaanitern teilen
Der Ungehorsam des Volkes nach Josuas Tod
Sachwissen
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Bann
Der Begriff gehört in den Zusammenhang des sog. Heiligen Krieges und bedeutet, dass die gesamte Kriegsbeute menschlichem Gebrauch und menschlicher Verfügung entnommen ist und Gott als dem eigentlichen Kriegsherrn gehört. Im strengsten Fall wurden die Siedlungen mit Feuer zerstört und alles Lebendige mit dem Schwert vernichtet. Aus den biblischen Berichten lässt sich erkennen, dass diese Form des Krieges nur aus besonderen Anlässen und mit eng begrenzten Zielen (z.B. als Strafaktion) geübt wurde. Die generelle Forderung des 5. Mose-Buches (Deuteronomium) nach Ausrottung aller vorisraelitischen Bewohner → Kanaans ist in der Praxis nicht durchgeführt worden (vgl. Ri 1; 2,1-3; 3,1-6). In ihr spiegelt sich das Bestreben, Israel vor fremden Einflüssen zu schützen, die seinem Glauben gefährlich werden konnten und, wie der Kampf der Propheten (Hosea, Jeremia, Ezechiël) zeigt, auch tatsächlich wurden.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
3.2. Das Buch der Richter (Ri)
Das Richterbuch schildert die Situation der zwölf Stämme Israels nach der Landnahme und vor dem Beginn einer Königsherrschaft in Israel. Es handelt sich um die vorstaatliche Zeit, die oft als „Richterzeit“ benannt wird. Die Phase der Landnahme gilt als abgeschlossen, nun muss das Land gegen äußere Feinde gesichert werden. Dafür sind im Erzählverlauf die Richter, שֹׁפְטִים, šofetîm, zuständig, daher der in jüdischer und christlicher Tradition gleichlautende Name des Buches. Bei den Richtern unterscheidet die Forschung die kleinen von den großen Richtern. Damit wird nicht auf den deutlich unterschiedlichen Umfang der Berichte hingewiesen, mit dem von den verschiedenen Gruppen oder Personen erzählt wird. Es scheint so, als hätten die großen Richter als charismatische Heerführer gegen Israels Feinde gekämpft, die kleinen Richter gelten dagegen als tatsächliche Richter oder lokale Fürsten. Gelegentlich wird Schamgar auch als kleiner Richter gewertet, weil von ihm nur in zwei Versen (3,31 und 5,6) erzählt wird; seine Ruhmestat ist aber der Simsons vergleichbar.
Richter
Von Gott eingesetzte Anführer, vor allem für den Kampf gegen äußere Feinde.
Engel im Alten Testament
Der deutsche Begriff „Engel“ kommt vom griechischen ἄγγελος, angelos, her, das hebräisches מַלְאָךְ, mal’ak übersetzt. Das zugehörige Verbum מַלְאָךְ, la’ak (ugaritisch belegt) bedeutet „schicken, senden“, und so benennt מַלְאָךְ zunächst einen Boten schlechthin, beispielsweise als Gesandten eines Königs (2Kön 1,2). Etwa die Hälfte aller Vorkommen des Begriffes in der Bibel ist nicht auf einen göttlichen Boten bezogen, sondern auf politische oder militärische Gesandte.
Bund
Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten.
Engel
Das entsprechende hebräische Wort bedeutet »Bote/Gesandter«. In den älteren Schriften des Alten Testaments ist wiederholt vom »Engel des → Herrn« oder vom »Engel Gottes« die Rede. Dabei handelt es sich um einen Boten mit einem ganz bestimmten Auftrag, der hinter dem Auftrag völlig zurücktritt. Manchmal identifiziert sich dieser Engel so sehr mit Gott, dass der Eindruck entsteht, Gott selbst zeige sich hier in sichtbarer Gestalt (Gen 16,7-13; 22,11; 31,11.13; Ex 3,2; 23,20-23; Ri 2,1; 6,11-24; 13,3-23).
Engel
Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen.
Baal
Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt.
Schlachtopfer
Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde.
Götter
Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott.