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Opfer, Opfergaben

Das Opfer ist eine bei allen Völkern des Altertums verbreitete, besonders wichtige und feierliche Form des Gottesdienstes, mit dem Sinn, der Gottheit Verehrung darzubringen, ihre Gunst zu gewinnen oder ihre Strafe abzuwenden. Es gibt blutige und unblutige Opfer. Zu den unblutigen zählen Früchte, Getreide, Brot, Wein, Öl, Weihrauch, für die blutigen sind geeignet Rinder, Kälber, Schafe, Ziegen, Tauben.

2.3. Das 3. Buch Mose/Levitikus (Lev)

Das Buch Levitikus gehört noch zu der im Exodus-Buch begonnenen Mitteilung der Tora Gottes an Mose. Es bietet im Wesentlichen Weisungen, kaum Erzählstoffe. Wichtige Themen sind der Kultus und die Fragen nach sittlicher und kultischer Reinheit. Zur bibelkundlichen Orientierung ist besonders das Wissen um die Grobgliederung wichtig.

Mose

Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote.

Mahlopfer

Das Mahlopfer wird als Dankopfer oder → Gelübdeopfer gefeiert. Mit ihm stattet das Volk oder ein Einzelner mit seinen Angehörigen und Freunden Gott seinen Dank für Rettung aus schwerer Not ab. Nachdem die Fettstücke, die als wertvollster Teil des Opfertieres gelten, auf dem → Brandopferaltar für Gott verbrannt worden sind (Lev 3) und der Opferpriester den ihm zustehenden Anteil erhalten hat (Lev 7,28-34), wird der Rest des Opfertieres von der feiernden Gemeinde im Tempelbereich verzehrt (Lev 7,15-21). Wie die Tischgemeinschaft Menschen in besonderer Weise verbindet, so stiftet das Opfermahl an der Stätte der Gegenwart Gottes Gemeinschaft zwischen Gott und den Menschen, die hier sozusagen Gäste an Gottes Tisch sind.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

heilig

Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen.

Opfer

Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt.

Blut

Gilt bei Mensch und Tier als Sitz der Lebenskraft. Wer Blut vergießt, nimmt das Leben, das Gott gegeben hat.

Aaron

Bruder von Mose und erster Hohepriester Israels. Er gilt in der Bibel als Stammvater der Priester.

heilig, heiligen, Heiligkeit

»Heilig« ist im Alten Testament alles, was Gott und der göttlichen Sphäre zugehört. Das ist aus priesterlicher Sicht der → Tempel und dort wieder in besonderem Maße die heiligen Geräte, die Altäre, die → Bundeslade und der innerste Raum des Tempels, der das »Allerheiligste« heißt. Nur wer selbst geheiligt (geweiht) ist, kann sich dieser Sphäre nahen, ohne Schaden zu nehmen (Num 4,15; Ex 30,29). Die → Opfer, die Gott dargebracht werden, sind in abgestuftem Maße heilig, und entsprechend dürfen unterschiedliche Personenkreise einen Anteil davon verzehren: beim Mahlopfer die ganze Gemeinde (Lev 7,15-21), bei den Erntegaben ans Heiligtum und bei bestimmten Opferanteilen alle Angehörigen der Priesterfamilien (Num 18,11-19), bei den Sühneopfern die Priester allein (Lev 6,19-22).

Wiedergutmachungsopfer

Eine Art des Sühneopfers, die mit einer zusätzlichen Wiedergutmachungsleistung gekoppelt ist (→ Opfer).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

rein (unrein)

Wegen der → Heiligkeit Gottes muss der Mensch, der sich ihm naht – sei es in der anbetenden Gemeinde, sei es beim Privatopfer –, rein sein. Dabei ist »rein« zunächst kein moralischer Begriff, sondern bezieht sich auf körperliche Vorgänge, die von der Nähe Gottes fernzuhalten sind – vermutlich weil sie zur Einflusssphäre dämonischer Naturmächte gehören, denen sich die Menschen der Frühzeit ausgesetzt sahen. Dazu zählt alles, was mit den Bereichen von Tod und Sexualität zu tun hat, aber auch Hautkrankheiten (→ Aussatz). Auch jede Berührung mit Menschen, die die Reinheitsvorschriften des → Gesetzes nicht beachteten, machte »unrein«. Ein wichtiges Gebiet waren die Bestimmungen über reine und unreine Speisen (→ Nahrungsvorschriften).

rein

Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. In der Bibel sind dabei bestimmte religiöse Vorschriften zu beachten.

Dankopfer

Eine Opfergabe, die Gott zum Dank für die erfahrene Rettung im Tempel dargebracht wird.

Gelübde

Versprechen, das ein Mensch Gott gibt. Es muss in jedem Fall eingelöst werden.

Gelübdeopfer

Ein aufgrund eines → Gelübdes Gott versprochenes Opfer (→ Dankopfer).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Altar

Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden.

Brandopfer

Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt.

Blut

Das Blut gilt als Quelle und Sitz des Lebens. Da Gott der Lebensspender ist, gehört es ihm und darf von Menschen nicht gegessen oder getrunken werden. Das führt in Israel zu der Forderung, nur solches Fleisch zu essen, in dem keinerlei Blut zurückgeblieben ist (Gen 9,4), und damit zu einer Form des Schlachtens, bei der das gesamte Blut des Tieres ausfließt (Schächtung). Bei der rituellen Schlachtung (Opferung) wird das Blut der Opfertiere aufgefangen und an den Altar gegossen. Außerdem wird bei bestimmten Opferarten (→ Opfer) das Opferblut als Sühnemittel verwendet, um die verunreinigende Wirkung menschlicher Verfehlungen aufzuheben. Von daher wird im Neuen Testament der Opfertod von Jesus als → Sühne für die Sünden der Menschen verstanden (Hebr 9–10). In anderem Zusammenhang dient das Blut von Opfertieren zur Besiegelung des → Bundes zwischen Gott und seinem Volk (Ex 24,6-8). Auf diesem Hintergrund deutet Jesus seinen Tod als Inkraftsetzung des neuen Bundes (Lk 22,20).

Brot

In der Antike war Fladenbrot Grundbestandteil der Ernährung.

Sauerteig

Brotteig, bei dem eine kleine Menge gegorener Teig zum neuen Teig gegeben wird. Dadurch geht der Teig auf und wird locker.

Weisung

Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen.

Tempel (Jerusalem)

Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte.

Gebote

Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll.

Zehn Gebote

Sie bilden das Kernstück des biblischen Gesetzes und beschreiben in Kurzform, wie das Verhältnis der Menschen zu Gott und untereinander gestaltet werden soll.

Sinai

Der Berg, an dem Gott sich seinem Volk Israel geoffenbart und seinen → Bund mit ihm geschlossen hat (Ex 19–24; anderer Name Horeb). Seine genaue Lage ist aus der Bibel nicht zu entnehmen.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Priester

Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes.

Dankopfer

Tieropfer zum Dank für Gottes Hilfe, dargebracht in der mit einem Opfermahl verbundenen Form des → Mahlopfers (vgl. Ps 22,26-27). Zum Dankopfer gehört das Ausgießen eines → Trankopfers (der in Ps 116,13 erwähnte »Becher«; vgl. Num 15,8-10).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Zelt der Begegnung

Transportables Zeltheiligtum der Israeliten in der Zeit, als sie durch die Wüste ziehen und bis zum Bau des Tempels in Jerusalem.

Ringbrot

Eigentlich »Lochbrot«: runder Brotlaib, der in der Mitte durchstochen ist und so auf einer Stange aufgehängt werden kann, zum Schutz gegen Schimmel und Tierfraß.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Sündopfer

Gott schenkt dem Sünder die Möglichkeit, die Beziehung zu ihm in Ordnung zu bringen. Der Wert des Sündopfers hängt von der Stellung der Person ab.

übereignen, symbolisch

Opferteile, die den Priestern zustanden, wurden vorher durch einen Darbietungsritus Gott als dem eigentlichen Empfänger des → Opfers sinnbildlich zugeeignet (Emporheben oder Schwingen in Richtung auf den Altar).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Speiseopfer

Naturalien (Getreide, Backwerk, Feldfrüchte) als selbstständiges Opfer oder Beigabe zu anderen Opfergaben (→ Opfer).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Speiseopfer

Besteht aus Getreide, Mehl, ungesäuerten Backwaren und Öl. Ein Teil wird auf dem Altar verbrannt.

Opfermahl

Schlachtopfer

Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde.

Priester, Priesterdienst, Priestertum

Im Alten Testament Personen, die aufgrund ihrer Familienzugehörigkeit und ihrer besonderen Weihe dazu bestimmt waren, die Gottesdienste zu leiten, → Opfer darzubringen und den Willen Gottes zu deuten. Nach dem → Gesetz durften nur Nachkommen Aarons den Priesterdienst verrichten (Ex 40,12-15; Num 18,1-7), während die → Leviten für die übrigen Dienste im Heiligtum zuständig waren. Die Priester wurden in 24 Dienstgruppen eingeteilt (1 Chr 24,1-19), die sich in festgelegter Reihenfolge im Tempeldienst ablösten. An der Spitze der Priesterschaft stand in der Zeit nach dem → Exil der → Oberste Priester (herkömmlich »Hohepriester«).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)