Genesis 28
Jakobs Traum von der »Himmelsleiter«
Sachwissen
Nach Kategorie filtern
2.1. Das 1. Buch Mose/Genesis (Gen)
Diese erste Übersicht über das Buch Genesis orientiert sich an inhaltlichen Gesichtspunkten. Sie trennt die Urgeschichte als den Bereich ab, der sich mit der ganzen Menschheit vom Ursprung bis hin zu Abraham beschäftigt, darauf folgen Erzählungen über die Väter Israels und der große Bogen der Josefsnovelle. Über diese inhaltliche Strukturierung hinaus gibt es ein dem Text der Genesis eigenes Gliederungsmerkmal, die sogenannten Toledot-Formeln (תּוֹלְדוֹת, Geschlechterfolge, von hb. ילד jālad, gebären):
Himmel
Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.
Engel im Alten Testament
Der deutsche Begriff „Engel“ kommt vom griechischen ἄγγελος, angelos, her, das hebräisches מַלְאָךְ, mal’ak übersetzt. Das zugehörige Verbum מַלְאָךְ, la’ak (ugaritisch belegt) bedeutet „schicken, senden“, und so benennt מַלְאָךְ zunächst einen Boten schlechthin, beispielsweise als Gesandten eines Königs (2Kön 1,2). Etwa die Hälfte aller Vorkommen des Begriffes in der Bibel ist nicht auf einen göttlichen Boten bezogen, sondern auf politische oder militärische Gesandte.
Kanaan
Bezeichnung für das Gebiet zwischen Jordantal und Mittelmeer bis zur Stadt Sidon, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde.
Bet-El
Staatsheiligtum an der Südgrenze Israels, 16 km nördlich von Jerusalem.
Tempel (Jerusalem)
Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte.
zehnter Teil
Abgabe vom jährlichen Ernteertrag an das Heiligtum. Sie gehört Gott.
Engel
Das entsprechende hebräische Wort bedeutet »Bote/Gesandter«. In den älteren Schriften des Alten Testaments ist wiederholt vom »Engel des → Herrn« oder vom »Engel Gottes« die Rede. Dabei handelt es sich um einen Boten mit einem ganz bestimmten Auftrag, der hinter dem Auftrag völlig zurücktritt. Manchmal identifiziert sich dieser Engel so sehr mit Gott, dass der Eindruck entsteht, Gott selbst zeige sich hier in sichtbarer Gestalt (Gen 16,7-13; 22,11; 31,11.13; Ex 3,2; 23,20-23; Ri 2,1; 6,11-24; 13,3-23).
Engel
Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen.
Ismael
Sohn Abrahams mit der Magd Hagar und Stammvater der Nomadengruppe der Ismaeliter.
Gewaltiger
Wiedergabe der hebräischen Gottesbezeichnung Schaddai (oder El Schaddai), deren genaue Bedeutung nicht mehr bekannt ist. Die Wiedergabe mit »der Gewaltige« folgt dem Vorbild der alten griechischen Übersetzung, die Schaddai vermutlich mit einem hebräischen Wort für »überwältigen« in Zusammenhang gebracht und meist mit »der Allherrscher« wiedergegeben hat. Nach neuerer Auffassung bedeutet Schaddai möglicherweise »Bergbewohner«; in diesem Sinne würde es den Gott bezeichnen, der auf dem → Götterberg wohnt und von dort aus über die Welt herrscht.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Gelübde
Versprechen an Gott in einer Notlage. Zu Apg 21,23: Es handelt sich hier offenbar um ein »Nasiräergelübde«, durch das jemand u.a. auf den Genuss von Alkohol verzichtete (Num 6,13-20). Wer auf Zeit ein solches Gelübde ablegte, musste als Abschluss ein ziemlich kostspieliges Opfer darbringen. In diesem Zusammenhang steht die Aufforderung an Paulus, die Opferkosten für arme Nasiräer zu übernehmen und dadurch zugleich seine eigene Gesetzestreue zu beweisen. Damit er aber auch selbst an den Opferhandlungen im → Tempel teilnehmen kann, muss er, da er durch seinen Auslandsaufenthalt → unrein geworden ist, sich zuvor den sieben Tage dauernden Reinigungszeremonien unterziehen. Auch hierzu wird Paulus in Apg 21,24 aufgefordert. (Die verkürzte und unklare Darstellung wird daher rühren, dass Lukas bzw. schon sein Gewährsmann als Heidenchristen mit den jüdischen Gebräuchen nicht genügend vertraut waren.) → Nasiräer.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Ehrfurcht
Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt.
Jakob, Israel
Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen.
1. Mose 28,10-19a(19b-22) | 14. Sonntag nach Trinitatis | 21.09.2025
Das 1. Buch Mose, die Genesis („Entstehung“), in jüdischer Tradition nach dem ersten Wort בְּרֵאשִׁית bəre’šît „Am Anfang“ genannt, berichtet in seinem ersten Teil, der sogenannten Urgeschichte Gen 1-11, von der Erschaffung der Welt, dem ersten Leben auf Erden, den ersten Problemen dieses Lebens und den darauf bezogenen Reaktionen durch Gott sowie der Ausbreitung der Menschheit über die gesamte (zur Zeit der Entstehung des Buches im Blick befindliche) Erde. Der zweite Teil, die Erzelternerzählung Gen 12–50, berichtet von der Entstehung des späteren biblischen Israel in Form einer großen Familiengeschichte mit der Hauptlinie Abraham und Sara – Isaak und Rebekka – Jakob und Lea, Rahel, Bilha und Silpa, von denen mehrere Nebenlinien, nämlich „Israels“ Nachbarn: die Ismaeliter, Ammoniter, Moabiter und Edomiter, unterschieden werden. Die auf den zweitjüngsten Jakob-Sohn Joseph fokussierte Josephserzählung Gen 37; 39–50 berichtet schließlich, wie Jakob und seine Familie nach Ägypten gekommen sind. In Ägypten wird sodann aus den zwölf Jakob-Söhnen das Volk Israel, die Familiengeschichte somit zur Volksgeschichte: Ex 1.
salben, Salbung
Die Salbung wurde durch Einreiben oder Begießen des Kopfes und Leibes mit Öl (Olivenöl) vorgenommen. Sie war ein Zeichen der Lebensfreude und des Wohlstandes; deswegen unterließen Trauernde die Salbung. Außerdem hatte sie ihren besonderen Platz im religiösen Leben. Bestimmte Gegenstände und Personen wurden von Propheten oder Priestern gesalbt und damit für den Dienst Gottes geweiht: heilige Steine (Gen 28,18), das → Heilige Zelt, der → Altar (Ex 30,26-29), Propheten (1 Kön 19,15-16), Priester (Ex 30,30) und Könige (1 Sam 10,1; 16,1.13; → Christus).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Steinmal
Ein aufrecht hingestellter heiliger Stein: (a) als Denkstein für einen Vertragsschluss und Grenzstein (Gen 31,45); (b) als Grabstein (Gen 35,20); (c) als Gedenkstein an heiliger Stätte (Gen 28,18); (d) anstelle eines Götterbildes oder in Verbindung mit Götterbildern, darum in Israel streng verboten (Ex 34,13; Lev 26,1; Dtn 7,5; 12,3) und trotzdem immer wieder errichtet (1 Kön 14,23; 2 Kön 3,2).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)