5. Mose 1
Rückblick auf die Wüstenwanderung vom Horeb bis Kadesch
Sachwissen
Nach Kategorie filtern
Einführung: Das fünfte Buch Mose/Deuteronomium
Das 5. Buch Mose/Deuteronomium wird in den einleitenden Versen als Sammlung von Reden bezeichnet, die Mose vor den Israeliten gehalten hat (1,1-5). Die Israeliten sind auf ihrem Weg durch die Wüste an der Grenze zum versprochenen Land angekommen. Aber Mose darf das Land nicht betreten, das Ende des Buches berichtet von seinem Tod. Am letzten Tag seines Lebens hält Mose seine »Abschiedsreden«. Weil Mose darin die Gesetze und Gebote aus den ersten vier Büchern der Bibel wiederholt, heißt das Buch »zweites Gesetz«. Das ist die Bedeutung des ursprünglich griechischen Wortes »Deuteronomium«. Das Buch soll zusammen mit den Tafeln, auf denen die Zehn Gebote stehen, in die Bundeslade gelegt werden (31,24-29).
Einführung: Die geschichtlichen Bücher
Die geschichtlichen Bücher erzählen die Geschichte von Gottes Wirken in der Welt. Die Darstellung beginnt mit einem weiten Horizont: der Erschaffung der Welt (1. Mose/Genesis 1,1–3,24) und den Geschichten vom Anfang der Menschheit (1. Mose/Genesis 4,1–11,32). Sie konzentriert sich jedoch bald auf die Geschichte der Israeliten. Die letzten Ereignisse, die erzählt werden, hängen mit der Rückkehr aus Babylonien zusammen, wo ein Teil der Israeliten in der Verbannung lebte.
2.5. Das 5. Buch Mose/Deuteronomium (Dtn)
Das Deuteronomium (gr. zweites Gesetz, nach 17,18) ist eine als Rede des Mose an die Israeliten gestaltete Wiederholung des in Exodus bis Numeri geschilderten ersten Gesetzes. Von Kap. 31-34 abgesehen, zeigt das Dtn eine eigenständige Sprache und Theologie, die es von den anderen Mose-Büchern und deren Hauptbestandteilen unterscheiden. Inhaltlich geht es dem Dtn um den einen Kultus (Ort) des einen erwählten Volkes für den einen Gott JHWH. Kennzeichnend ist auch der besondere, paränetische (ermahnende) Stil: Israel wird zumeist direkt in der 2. Person angesprochen. Die Weisung wird im Dtn einerseits immer auf die bisherige Geschichte Gottes mit seinem Volk bezogen, andererseits geschieht an vielen Stellen bereits eine erste Gesetzesauslegung bzw. Modifikation älterer Vorschriften im Sinne des Zentralisationsgebotes. So wird nun in Dtn 16 geregelt, dass das Passa nur in Jerusalem zu feiern ist.
Libanon
Gebirgszug nördlich von Israel mit bis zu 3000 m hohen, dicht bewaldeten Bergen.
Mose
Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote.
Stämme Israels
Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen.
Baschan
Eine Hochebene von sprichwörtlicher Fruchtbarkeit im nördlichen Ostjordanland.
Amoriter
»Amoriterland« (Amurru) ist die frühbabylonische Bezeichnung für Palästina und Syrien. In der Bibel Bezeichnung für die vorisraelitische Bevölkerung Gesamtpalästinas, aber auch für einen Einzelstamm in Mittelpalästina (neben anderen kleinen Volksgruppen wie u.a. den Girgaschitern, Hiwitern, Perisitern und den in Jerusalem ansässigen Jebusitern; vgl. Dtn 7,1).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Ägypten (NT)
Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste.
Aufseher, Aufsichtsbeamte
Amtsträger mit bestimmten polizeilichen Vollmachten, die u.a. bei der Rechtsprechung, beim Aufgebot des Volksheeres und bei der Beaufsichtigung öffentlicher Arbeiten mitwirkten. Ihre Befugnisse sind Teil der vorstaatlichen Stammesorganisation Israels.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Seïr
(hebräisch »behaart/bewaldet«) Ein Bergland im Gebiet von → Edom. Als die Edomiter sich nach der Zerstörung Jerusalems 586 v.Chr. im Bergland westlich der Senke zwischen Totem und Rotem Meer festsetzten, erhielt auch dieses Gebiet den Namen Seïr (vgl. Jos 11,17; 12,7, wo dieser spätere Sprachgebrauch vorliegt).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Kanaaniter
Bewohner des Gebietes zwischen Jordantal und Mittelmeer, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde.
Jordan
Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt.
Schilfmeer
Hebräische Bezeichnung für das Rote Meer, eingeschlossen den Golf von Akaba (Elat) und den Golf von Suez mit dessen nördlicher Fortsetzung in den Bitterseen entlang des heutigen Suezkanals. Die Beschreibung der Marschroute der ausziehenden Israeliten in Ex 13,17–14,9 legt nahe, dass der »Durchzug durchs Meer« im Bitterseengebiet stattfand und mit dem »Meer« einer der flachen Schilfseen jener Gegend gemeint ist. Wenn trotzdem vom »Meer« gesprochen wird, lässt sich daran ablesen, dass Israel seine Rettung vor der Streitmacht des Pharaos als Entsprechung zum Vorgang der Weltschöpfung verstand, die in sinnbildlicher Sprache als Besiegung des → Meeres gefeiert wurde (vgl. Jes 51,9-10).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Anakiter, Anakssöhne
Als riesenhaft geltende Sippen in Hebron und Umgebung, die den israelitischen Kundschaftern Angst einjagten (Num 13,33) und von Josua und Kaleb vernichtet wurden (Jos 11,21-22; 15,13-14).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Schilfmeer
Beim Auszug aus Ägypten rettete Gott sein Volk, indem er es durch das Schilfmeer führte.
Eufrat
Neben dem Tigris einer der beiden Hauptflüsse in Assyrien und Babylonien, im heutigen Irak.
Kadesch
Wüstenregion auf der Sinaihalbinsel, die nach der Oase Kadesch benannt ist.
Horeb
In einem Teil der alttestamentlichen Schriften Name für den Berg der Gottesoffenbarung, der sonst → Sinai genannt wird.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Josua
Nachfolger von Mose. Nach dessen Tod führte er Israel in das verheißene Land.
Moab(iter)
Mit Israel verwandtes Volk (Gen 19,36-37). Von guten Beziehungen zeugen Rut 1,1; 1 Sam 22,3-4; von Spannungen Num 22–24; Ri 3,12-30. Ursprüngliches Siedlungsgebiet war das fruchtbare Hochland südlich des Arnon. David unterwarf die Moabiter (2 Sam 8,2); in der Mitte des 9. Jh. v.Chr. gewann König Mescha die Selbstständigkeit zurück und dehnte seine Herrschaft auf das Gebiet nördlich des Arnon aus, wobei nach einer Inschrift Meschas der Stamm Gad aufgerieben wurde. Seit Mitte des 8. Jh. assyrischer und dann babylonischer Vasallenstaat; Ende des 5. Jh. ins Reich der → Nabatäer eingegliedert.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Moab, Moabiter
Nachbarvolk Israels im Ostjordanland.
Fremder
Person, die nicht zur Gemeinschaft Israels gehört und häufig wirtschaftlich schlechter gestellt war. Fremde sind durch das Gastrecht geschützt.
Fremder
Mit »Fremder/Fremde« (zu unterscheiden von den → Fremdarbeitern) wird in dieser Übersetzung das hebräische ger wiedergegeben, das im Alten Testament Menschen bezeichnet, die als Volksfremde dauerhaft im Gebiet eines der Stämme Israels Aufnahme fanden. Sie hatten als »Schutzbürger« bestimmte Rechte, waren jedoch den israelitischen Vollbürgern nicht gleichgestellt, konnten z.B. nicht an der Rats- und Gerichtsversammlung im Tor teilnehmen.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Jakob, Israel
Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen.
Weisheit
Lebenspraktisches Wissen oder handwerkliches Können, das durch Erfahrung erworben oder von Gott geschenkt wird.