Deutsche Bibelgesellschaft

Ukraine

Sehnsucht nach der Bibel im Land der Tränen

"Seit Ausbruch des Krieges haben wir rund 1,6 Millionen Bibeln weitergegeben, das sind im Durchschnitt etwa 1000 Exemplare pro Tag. Und das Erstaunliche ist: Der Bedarf nimmt nicht ab, sondern wird immer größer. Denn Gottes Wort schenkt Hoffnung und Trost", sagt Oleksandr Babiychuk, Leiter der Ukrainischen Bibelgesellschaft.

Gespräch über eine Hoffnung, die trägt

Weltbibelhilfe: Wie erleben Sie die Menschen in der Ukraine in dieser Zeit?
Babiychuk: Wir müssen irgendwie durchhalten und diese dunkle Zeit überstehen. Die Müdigkeit ist allgegenwärtig – und doch gibt es diese zähe, starke Hoffnung auf die Zeit nach dem Krieg. Sie trägt uns. Viele halten bewusst an den kleinen Lichtblicken fest, die Gott uns heute schenkt. Sie sind wie kleine Bäche, die neue Kraft und Inspiration bringen.

Weltbibelhilfe: Wie blickt die Ukrainische Bibelgesellschaft auf den andauernden Krieg?
Babiychuk: Der Krieg ist eine Prüfung unserer Belastbarkeit und Treue – auch in unserem Dienst als Bibelgesellschaft. Fast jede ukrainische Familie trägt Schmerzen und Verluste, auch unsere Mitarbeitenden sind betroffen. Und doch erleben wir gerade jetzt eine große Offenheit: Menschen suchen nach Ermutigung, nach Halt, nach einer Kraftquelle, die ihnen hilft, überhaupt weiterzuleben.

Jede Spende hilft!

Für viele ist eine Bibel das Wertvollste, was sie bekommen können. Denn angesichts von so viel Leid und Tod werden die Fragen nach dem Sinn des Lebens und der Ewigkeit um so drängender.

Weltbibelhilfe: Welches Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen?
Babiychuk: Ganz persönlich bewegt mich unser Projekt „Hoffnung inmitten von Angst“. Es zeigt so deutlich, wie Gott durch sein Wort wirkt: Er schenkt Hoffnung mitten in Angst und Verzweiflung. Familien von mobilisierten Soldaten, Jugendliche, junge Erwachsene und ältere Menschen – sie alle sind unter enormem Druck. Ihnen dürfen wir Gottes Wort bringen! Besonders dankbar bin ich für das freiwillige Engagement vieler Menschen bei unseren Partnern, den Kirchengemeinden im Land und bei der Militärseelsorge. Sie leisten Unglaubliches: Sie führen seelsorgerliche Gespräche, geben unsere Bibeln weiter und organisieren praktische Hilfe, wo immer es geht. So erreichen wir Menschen im gesamten Land mit Bibeln, Kinderbibeln, Neuen Testamenten und Bibelgeschichten. Die Zusammenarbeit ist ein Segen!

Weltbibelhilfe: Wie erleben Sie Gottes Nähe in Ihrem eigenen Alltag?
Babiychuk: Jeder einzelne Tag ist ein Zeugnis von Gottes Barmherzigkeit. In Cherson leben wir nur wenige Kilometer von russischen Stellungen entfernt. Der Weg zur Kirche, zum Bäcker oder zum Arzt – alles ist durch Drohnen- und Raketenbeschuss potenziell gefährlich. Unter diesen Umständen ist mir Psalm23 besonders kostbar geworden: „Und ob ich schon wanderte im Tal des Todesschattens … du bist bei mir.“ Diese Worte leben wir hier jeden einzelnen Tag.

Pastor Ilja Herasym und sein Team in Charkiw verteilen in ihrer Kirche Bibeln und Lebensmittel. Dabei kommen sie mit vielen Familien über ihre Nöte und über Gottes Wort ins Gespräch.

Weltbibelhilfe: Warum sollten Christen in Deutschland helfen, in der Ukraine die Bibel zu verbreiten?
Babiychuk: Weil wir täglich sehen, wie biblische Worte in Verbindung mit praktischer Hilfe verwundeten Seelen Kraft und Heilung schenken. Viele Menschen hatten früher kaum einen Bezug zum Glauben. Jetzt – in diesen bitteren Zeiten – suchen sie nach etwas, das tragfähiger ist als politische Versprechen. Und sie entdecken die Bibel als verlässliche, lebendige Quelle der Hoffnung.

Weltbibelhilfe: Gibt es eine Sehnsucht nach der Bibel?
Babiychuk: Ja. Der Krieg zerstört vieles, auch vermeintlich sichere menschliche Werte. Dadurch beginnen Menschen neu zu fragen: Was bleibt? Was trägt? Sie suchen nach zeitlosen, unvergänglichen Werten – und finden sie in Gottes Wort.

Weltbibelhilfe: Was bedeutet es den Menschen, die biblische Botschaft zu entdecken?
Babiychuk: Gottes Wort inspiriert, tröstet, beruhigt und gibt Hoffnung für den morgigen Tag. Immer mehr Menschen beginnen über das ewige Leben nachzudenken – und über die Quelle des Trostes, die Gott selbst ist.

Weltbibelhilfe: Warum kann die Bibel den Menschen so viel Trost spenden?
Babiychuk: Das Buch der Bücher hat über Jahrhunderte viele Zweifler gehabt und besteht dennoch. Es hat Relevanz bis zum heutigen Tag. Die Bibel hält jedem Druck stand. Ihre Botschaft hat Würde und Gewicht. Die Bibel ist keine menschliche Idee – sie ist Gottes Wort, eine unerschöpfliche Quelle der Kraft. Und deshalb schenkt sie in jeder Situation Hoffnung, die trägt.

Weltbibelhilfe: Vielen Dank für das Gespräch.

So helfen Sie den Menschen in der Ukraine:

Gegen Hunger, Kälte und Hoffnungslosigkeit: Damit möglichst viele Kinder und Erwachsene durch die biblische Botschaft Hoffnung schöpfen können und in dieser schweren Zeit Hilfe und Zuspruch erfahren.

€45

für fünf altersgerechte Kinderbibeln

€96

ermöglichen, 12 Bibeln weiterzugeben.

€250

finanzieren Seelsorgeteams und Bibeln.

Weitere von uns unterstützte Projekte in der Ukraine:

  • Bibelprogramme und Kinderbibeln für Kinder in Waisenhäusern
  • Praktische und geistliche Unterstützung für Familien in Not
  • Existenzsicherung der Bibelgesellschaft

Deutsche Bibelgesellschaftv.4.42.5
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