Einführung: Der erste Brief an die Korinther
Korinth war zur Zeit des Paulus eine wichtige Hafen- und Handelsstadt im Süden Griechenlands, in der es große gesellschaftliche Unterschiede gab: Es lebten sehr wohlhabende Menschen, aber auch viele Sklaven in Korinth. Das religiöse Leben in der Stadt war vielfältig. Die Bewohner verehrten verschiedene Gottheiten und brachten ihnen Opfer dar. Auch viele, die später zum Glauben an Jesus gekommen sind und zur Gemeinde gehörten, verehrten davor andere Götter und nahmen an deren Opferfeiern teil.
Paulus ist auf seiner zweiten Missionsreise um das Jahr 49 n. Chr. von Athen nach Korinth gekommen. Er verkündete dort eineinhalb Jahre lang die Gute Nachricht. In dieser Zeit entstand eine Gemeinde, die sich zunächst sehr gut entwickelte. Den ersten Brief an die Korinther hat Paulus vermutlich am Beginn des Jahres 55 n. Chr. in Ephesus geschrieben (16,8
Paulus spricht die Fragen und Probleme der Gemeinde der Reihe nach an: Zum einen hatten sich innerhalb der Gemeinde Gruppen gebildet, die zueinander in Konkurrenz standen (1,10–4,21
Auch bei der Feier des Gottesdienstes gab es große Probleme (11,2–14,40
Für Paulus liegt die Ursache all dieser Probleme in einem schwerwiegenden Missverständnis der Guten Nachricht: Einige in der Gemeinde fühlten sich bereits als Teil der himmlischen Welt. Weil der Heilige Geist ihnen die Fähigkeit gab, in unbekannten Sprachen zu reden, wurden sie überheblich (14,1-5
Paulus spricht in seinem Brief die Probleme und Konflikte in Korinth schonungslos an. Er erinnert an den Tod von Jesus am Kreuz. Das Kreuz steht in klarem Gegensatz zu dem selbstherrlichen Denken und Handeln der Korinther (1,18-25
Um das Miteinander in der Gemeinde zu beschreiben, gebraucht Paulus das Bild vom menschlichen Körper. Die Gemeinde ist der Leib von Christus, und jedes Körperteil ist auf die jeweils anderen Körperteile angewiesen (12,12-31