Einführung: Der Brief an die Hebräer
Der Brief an die Hebräer ist seiner Form nach genau genommen kein Brief. Es fehlen die sonst üblichen Angaben zum Absender und den Empfängern. Man könnte die Schrift daher eher als Predigt bezeichnen, die mit einem briefartigen Schluss (13,22-25
Die Überschrift »an die Hebräer« wurde erst in der Zeit zwischen 100 und 200 n. Chr. hinzugefügt. Schon damals hatte man die vielen Bezüge und Anspielungen auf das Alte Testament innerhalb des Briefes bemerkt. Man meinte daher, dass sich der Brief an eine Gemeinde richtete, zu der viele Christen jüdischer Herkunft gehörten. Der Verfasser des Briefes war ein äußerst gebildeter Theologe. Er kannte das Alte Testament und die damals im Judentum übliche Schriftauslegung sehr genau. Entstanden ist der Brief an die Hebräer vermutlich um 90 n. Chr.
Der Hebräerbrief besteht aus drei großen Teilen. Innerhalb dieser Teile wechseln sich lehrhafte Ausführungen und Ermahnungen ab. Der erste Teil (1,1–4,13
Der zweite Teil des Briefes (4,14–10,18
Im dritten Teil (10,19–13,25
Auch wenn wir aus dem Brief keine genauen Informationen über die Empfänger erhalten, so lässt sich erahnen, mit welchen Problemen sie zu kämpfen hatten: Die erste Begeisterung für den Glauben ist gewichen, vielleicht auch, weil der Gemeinde Verfolgungen und Bedrängnisse drohten. Manche Christen sind den Versammlungen der Gemeinde ferngeblieben (10,25