Einführung: Das fünfte Buch Mose/Deuteronomium
Das 5. Buch Mose/Deuteronomium wird in den einleitenden Versen als Sammlung von Reden bezeichnet, die Mose vor den Israeliten gehalten hat (1,1-5
Das 5. Buch Mose/Deuteronomium hat drei Teile: die einleitenden Reden des Mose (1–11), eine Gesetzessammlung (das »deuteronomische Gesetz«, 12–26) und abschließende Reden von Mose (27–34). Das letzte Kapitel enthält die einzige Erzählung des Buches, die vom Tod des Mose berichtet.
Die Wiederholung der Gesetze und Gebote lässt sich gut an den Zehn Geboten erkennen (5. Mose/Deuteronomium 5,1-21
In diesen Zusammenhang gehören zwei Texte, die die enge Verbindung der Israeliten mit Gott ausdrücken und sie an die Gebote erinnern sollen: das später für das Judentum zentrale Gebet »Höre, Israel« (Schma Jisrael, 6,4-9) und das Bekenntnis in 5. Mose/Deuteronomium 26,5-10
Die im 5. Buch Mose/Deuteronomium beschriebene Beziehung zwischen Gott und den Israeliten ist der Maßstab, mit dem in den folgenden Büchern das Verhalten der Israeliten bewertet wird. Die Bücher Josua bis 2. Könige erzählen die Geschichte von der Eroberung des versprochenen Landes bis zur Verbannung nach Babylonien. Die gesamte Darstellung ist geprägt von der Erfahrung, dass das Volk Israel sich nicht an die Gebote Gottes hält. Die Verbannung ist deshalb als Gottes Strafe dafür zu verstehen. Besonders deutlich wird das in der Geschichte von König Joschija, die im zweiten Buch der Könige erzählt wird (2. Könige 22,1–23,30): Während der Herrschaft des Joschija wird ein »Gesetzbuch« gefunden, das vermutlich eine frühe Fassung des 5. Buch Mose/Deuteronomium war. König Joschija versucht, die darin enthaltenen Vorschriften einzuhalten. Aber schon seine Nachfolger als Könige von Juda verstoßen wieder dagegen. Die Verbannung nach Babylonien kann deshalb nicht mehr abgewendet werden.
Die ältesten Teile des Buches könnten auf die Zeit von Joschija zurückgehen, der das Königreich Juda 640–609 v. Chr. regierte. Die Art der Darstellung und manche Inhalte des Buches weisen aber darauf hin, dass der Text, so wie er heute vorliegt, deutlich jünger ist: Der Text selbst bezeichnet sich als »Wiederholung« der Gebote, die Gott am Sinai verkündet hat (4,11-15
Die grundlegenden Gedanken aus der Gesetzessammlung im 5. Buch Mose/Deuteronomium sind an vielen Stellen in der Bibel aufgenommen worden. Im Alten Testament schärft beispielsweise der Prophet Jeremia den Israeliten ein, die Gebote aus dem 5. Buch Mose/Deuteronomium zu befolgen (Jeremia 11,1-5
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