Einführung: Das erste Buch Samuel
Das 1. und 2. Buch Samuel bildeten ursprünglich ein einziges Werk. Es wurde später geteilt, sodass es nun so etwas wie zwei Bände gibt. Die Trennung erfolgte vielleicht einfach aus praktischen Gründen, damit das Werk nicht zu umfangreich wurde. Die Bücher sind nach einer der Hauptfiguren benannt: Samuel ist der Mann, der die Einführung des Königtums in Israel begleitet hat. Die weiteren Hauptfiguren neben Samuel sind die Könige Saul und David.
Nach seinen Hauptfiguren kann man das 1. und 2. Buch Samuel gliedern: Im ersten Buch geht es um Samuel selbst (1–8), um Israels ersten König Saul (9–15) und um den Anfang der Geschichte von David: seinen Aufstieg bis zum Tod seines Vorgängers Saul und dessen Söhne. Zu dieser Geschichte gehören Davids Dienst für Saul (16,1–21,1
So wie Samuel beschrieben wird, verbindet er Eigenarten verschiedener biblischer Ämter: Samuel deutet den Willen Gottes wie ein Priester. Er verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat, wie ein Prophet. Er führt die Israeliten an und spricht Recht, wie es die »Richter« tun, von denen das Buch der Richter erzählt. Das 1. Buch Samuel berichtet zunächst von der Geburt dieses Mannes. Die Erzählung ist eng mit den Berichten über die anderen Personen verwoben, besonders mit der von Saul. Samuel macht Saul zum König (10,1-16
Das 1. und 2. Buch Samuel messen das Verhalten der Israeliten mit dem Maßstab, den das 5. Buch Mose/Deuteronomium setzt: Wenn Volk und Herrscher Gottes Gebote befolgen, geht es ihnen gut. Wenn sie sich widersetzen, haben sie keinen Erfolg. Das verbindet sie mit den Büchern Josua, Richter sowie 1. und 2. Könige.
Über die Entstehung der Bücher ist nicht viel bekannt. Wahrscheinlich wurden ursprünglich unabhängige Textsammlungen zu den Hauptfiguren über einen längeren Bearbeitungszeitraum miteinander verbunden und in Zusammenhang mit den Büchern davor und danach gebracht.
(BasisBibel. Altes und Neues Testament, © 2021 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)