Einführung: Das Buch Amos
Der Prophet Amos stammt aus Tekoa, einem kleinen Ort in der Nähe von Jerusalem. Er lebt als Schafzüchter im Südreich Juda, bis Gott ihn als Prophet in das Nordreich Israel schickt. Dort soll er in der Hauptstadt Samaria das Gericht über König und Volk ankündigen. Seine Botschaft richtet sich vor allem gegen die Oberschicht, die sich durch Bestechung und Gewalt am wirtschaftlichen Aufschwung bereichert (3,9-11
Das Buch Amos ist kunstvoll in drei Abschnitte gegliedert: In seinem ersten Teil (1–2) steht ein Gedicht über Gottes Gericht an den Völkern. Es besteht ursprünglich aus fünf Gerichtsworten, die sich gegen die Aramäer, Philister, Ammoniter, Moabiter und Israel richten. Später wurden Sprüche gegen Tyros, Edom und Juda ergänzt. Dieser Fünfergruppe des Völkergedichts entspricht im dritten Teil (7–9) ein Zyklus von fünf Visionen. Den Mittelteil (3–6) bildet eine Sammlung von Worten des Amos, die den Anstoß zur Entstehung des Prophetenbuches gegeben haben. Mit 1,1 ist dem Buch eine Überschrift und mit 1,2 ein Motto vorangestellt. Den Abschluss bildet die Ankündigung einer heilvollen Zukunft (9,7-15
Besonders eindrücklich ist die Kompromisslosigkeit, mit der Amos seine Gerichtsbotschaft verkündet. Er kann sie sogar in der Form einer Totenklage vortragen (5,1-17
Im Neuen Testament wird in der Rede des Stephanus (Apostelgeschichte 7,42-43
(BasisBibel. Altes und Neues Testament, © 2021 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)