Deutsche Bibelgesellschaft

Gottes Liebe – Ehrlich gefragt

Maleachi 1,1-5

Maleachi beginnt mit einer überraschenden Botschaft: „Ich habe euch lieb, spricht der HERR.“ Doch das Volk fragt zurück: „Wie hast du uns lieb?“ Die Adventszeit ist eine Zeit der Erwartung, aber auch der ehrlichen Fragen. Maleachi lädt ein, Gottes Liebe im eigenen Leben nachzuspüren. Advent ist die Gelegenheit, Gottes Zuwendung neu zu entdecken – auch dort, wo Zweifel und Fragen Raum haben.

Bibeltext(e)

Maleachi 1

Gottes Liebe zu Israel

1Dies ist die Last, die der Herr ankündigt über Israel durch Maleachi.

2Ich habe euch lieb, spricht der Herr. Ihr aber sprecht: »Wie hast du uns lieb?« Ist nicht Esau Jakobs Bruder?, spricht der Herr; und doch hab ich Jakob lieb 3und hasse Esau und habe sein Gebirge öde gemacht und sein Erbe den Schakalen zur Wüste. 4Und wenn Edom spricht: Wir sind zerschlagen, aber wir wollen das Zerstörte wieder bauen!, so spricht der Herr Zebaoth: Werden sie bauen, so will ich abbrechen, und man wird sie nennen »Land des Frevels« und »Das Volk, über das der Herr ewiglich zürnt«. 5Das sollen eure Augen sehen, und ihr werdet sagen: Der Herr ist herrlich über die Grenzen Israels hinaus.

Maleachi 1,1-5LU17Bibelstelle anzeigen

5. Mose 7

7Nicht hat euch der Herr angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker – denn du bist das kleinste unter allen Völkern –, 8sondern weil er euch geliebt hat und damit er seinen Eid hielte, den er euren Vätern geschworen hat. Darum hat der Herr euch herausgeführt mit mächtiger Hand und hat dich erlöst von der Knechtschaft, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten.

5. Mose 7,7-8LU17Bibelstelle anzeigen

Römer 8

38Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, 39weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

Römer 8,38-39LU17Bibelstelle anzeigen

Maleachi spricht in eine Zeit der Ernüchterung nach dem Exil. Die große Hoffnung auf einen Neuanfang ist der Realität gewichen: Der Tempel ist wieder aufgebaut, aber die großen Erwartungen haben sich nicht erfüllt, die Heilszeit ist nicht angebrochen, und es hat sich eine gewisse religiöse Gleichgültigkeit eingestellt. In diese Situation hinein beginnt Maleachi mit einer Liebeserklärung Gottes: „Ich habe euch lieb.“ Doch das Volk reagiert skeptisch: „Wie hast du uns lieb?“ – eine ehrliche, fast trotzig klingende Frage, wodurch sich diese Liebe zeigt.

Maleachi erinnert an die Geschichte Israels: Nicht wegen besonderer Leistung oder Größe hat Gott sein Volk erwählt, sondern aus freier Liebe. So war zum Beispiel Jakob, der Zweitgeborenen, der von Gott geliebte und erwählte, und Esau, der Erstgeborene, von Gott abgelehnt. Diese Liebe bleibt bestehen und ist nicht hinterfragbar. Das zeige sich auch am Niedergang der Edomiter, den Nachkommen Esaus. Edom hatte bei der ersten Eroberung Jerusalems durch die Babylonier 597 v. Chr. Teile des Landes Juda besetzt und schließlich an der Zerstörung Jerusalems 587 v. Chr. mitgewirkt. In jüngster Zeit hatten die Nabatäer immer wieder Edom angegriffen und dessen Städte zerstört, die Grenze nach Juda hin aber nicht überschritten. Das ist für Maleachi ein Zeichen, das Gottes Liebe immer noch den Nachkommen Jakobs gilt.

Impuls

Gottes Liebe ist nicht immer offensichtlich. Gerade im Advent, wenn Erwartungen und Realität auseinandergehen, lohnt sich die ehrliche Frage: Wo spüre ich Gottes Zuwendung? Wo habe ich Zweifel? Gottes Liebe ist nicht an Bedingungen geknüpft. Sie gilt auch dann, wenn wir sie nicht spüren oder verstehen. Advent ist die Zeit, diese Liebe neu zu entdecken – in Dankbarkeit, im Fragen, im ehrlichen Gespräch mit Gott.

  • Was bedeutet es für dich, dass Gottes Liebe unabhängig von Leistung zugesagt ist?
  • Wo möchtest du Gott deine Fragen und Unsicherheiten anvertrauen?
  • Wie kannst du heute einen Moment der Dankbarkeit für Gottes Liebe finden?

Gebet

Gott, du sagst: „Ich habe dich lieb.“
Hilf mir, deiner Liebe zu vertrauen – auch wenn ich sie nicht immer spüre.
Schenke mir offene Augen für deine Zuwendung und ein dankbares Herz.
Amen.

Deutsche Bibelgesellschaftv.4.42.5
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