Deutsche Bibelgesellschaft

Lebendiges Wasser – fester Grund

Sacharja 14,1-11

Sacharja zeichnet einen „Tag des Herrn“, an dem Bedrohung und Rettung nahe beieinanderliegen. Jerusalem erlebt Enge, doch Gott öffnet Wege: Der Berg weicht, am Abend wird es licht, und „lebendige Wasser“ beginnen zu fließen. Adventlich heißt das: Hoffnung ist kein Schönwettergefühl, sondern reift mitten in realen Brüchen. Gott verspricht Zukunft – und richtet sein Volk so aus, dass von ihm Leben ausströmt.

Bibeltext(e)

Sacharja 14

Jerusalem und die Völkerwelt am Tage des Herrn

1Siehe, es kommt für den Herrn der Tag, dass man in deiner Mitte austeilen wird, was man dir geraubt hat. 2Denn ich werde alle Völker sammeln zum Kampf gegen Jerusalem. Und die Stadt wird erobert, die Häuser werden geplündert und die Frauen geschändet werden. Und die Hälfte der Stadt wird gefangen weggeführt werden, aber das übrige Volk wird nicht aus der Stadt ausgerottet werden.

3Und der Herr wird ausziehen und kämpfen gegen diese Völker, wie er zu kämpfen pflegt am Tage der Schlacht. 4Und an jenem Tag werden seine Füße auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem liegt nach Osten hin. Und der Ölberg wird sich in seiner Mitte spalten vom Osten bis zum Westen zu einem sehr weiten Tal, sodass die eine Hälfte des Berges nach Norden und die andere nach Süden weichen wird. 5Und ihr werdet fliehen in das Tal zwischen meinen Bergen, denn das Tal zwischen den Bergen reicht nahe heran an Azal. Und ihr werdet fliehen, wie ihr vorzeiten geflohen seid vor dem Erdbeben zur Zeit Usijas, des Königs von Juda. Da wird dann kommen der Herr, mein Gott, und alle Heiligen mit ihm. 6Und an jenem Tag wird kein Licht sein, sondern Kälte und Frost. 7Und es wird ein einziger Tag sein – er ist dem Herrn bekannt! –, es wird nicht Tag und Nacht sein, und auch um den Abend wird es licht sein.

8Und an jenem Tag werden lebendige Wasser aus Jerusalem fließen, die eine Hälfte zum Meer im Osten und die andere Hälfte zum Meer im Westen, und so wird es sein im Sommer und im Winter. 9Und der Herr wird König sein über alle Lande. An jenem Tag wird der Herr der einzige sein und sein Name der einzige. 10Und das ganze Land wird verwandelt werden wie die Ebene von Geba bis nach Rimmon im Süden von Jerusalem. Die Stadt aber wird hoch aufragen und an ihrer Stätte bleiben, vom Tor Benjamin bis an die Stelle des ersten Tors, bis an das Ecktor, und vom Turm Hananel bis an des Königs Kelter. 11Und man wird darin wohnen; es wird keinen Bann mehr geben, denn Jerusalem wird ganz sicher wohnen.

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Hesekiel 47

Der Lebensstrom aus dem Tempel

1Und er führte mich wieder zu der Tür des Tempels. Und siehe, da floss ein Wasser heraus unter der Schwelle des Tempels nach Osten; denn die vordere Seite des Tempels lag gegen Osten. Und das Wasser lief unten an der südlichen Seitenwand des Tempels hinab, südlich am Altar vorbei.

Hesekiel 47,1LU17Bibelstelle anzeigen

Hesekiel 47

9und alles, was darin lebt und webt, wohin der Strom kommt, das soll leben. Und es soll sehr viele Fische dort geben, wenn dieses Wasser dorthin kommt; und alles soll gesund werden und leben, wohin dieser Strom kommt.

Hesekiel 47,9LU17Bibelstelle anzeigen

Offenbarung 22

1Und er zeigte mir einen Strom lebendigen Wassers, klar wie Kristall, der ausgeht von dem Thron Gottes und des Lammes, 2mitten auf ihrer Straße und auf beiden Seiten des Stromes Bäume des Lebens, die tragen zwölfmal Früchte, jeden Monat bringen sie ihre Frucht, und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker.

Offenbarung 22,1-2LU17Bibelstelle anzeigen

Große Ereignisse kündigen sich an: Der Tag des Herrn kommt, und zwar in allernächster Zukunft. Es ist der Tag des Gerichts. Die Initiative liegt allein bei Gott. Jerusalem wird erobert werden, die Häuser geplündert und die Frauen vergewaltigt. Das Volk wird zur Hälfte in die Verbannung geführt. Die Ereignisse des babylonischen Exils haben sich fest in das kollektive Gedächtnis des Volkes eingeprägt. Dass sie in die Schilderung des endzeitlichen Tages eingespielt werden, ist daher sehr plausibel. Dann wird Gott zum Krieg ausziehen gegen die Völker, die er selber zur Eroberung Jerusalems zusammengeführt hat.

Der Blick wechselt: Der Tag des Herrn wird beschrieben als Tag, an dem Gott in all seiner Macht und Größe erscheint. Er steht auf dem Ölberg im Osten Jerusalems. Durch sein Auftreten spaltet sich der Ölberg, sodass ein großes Tal entsteht. Durch dieses Tal kann sich der Rest der Bewohner Jerusalems retten. Aber mehr noch: Das Tal wird zur Prachtstraße, auf der Gott mit seinen Heiligen, seiner ganzen himmlischen und irdischen Heeresmacht, in Jerusalem einziehen wird.

An diesem Tag wird die von Gott garantierte Ordnung außer Kraft gesetzt. Es gibt nicht mehr Tag und Nacht. Der Tag des Herrn wird ein einziger Tag sein.

Die Gegenwart Gottes auf dem Zion bringt der Stadt Heil: In ihrer Mitte entspringt ein Strom lebendigen, lebensspendenden Wassers, dass nach Osten und Westen und zu allen Zeiten fließt. Das Heil wird universal. Der Grund dafür ist die weltumfassende Königsherrschaft Gottes. Er ist der einzige, der eine Gott.

Seine in Jerusalem offenbar werdende Weltherrschaft zeigt sich in der topographischen Verwandlung der ganzen Welt: die ganze Erde verwandelt sich zur Ebene, aus der Jerusalem in der Mitte hoch herausragt. Es wird zum Mittelpunkt des ganzen Erdkreises.

Impuls

Im Advent sind wir eingeladen, ehrlich auf unsere Enge zu schauen und Gottes Weg durch die Enge zu erwarten. Lebendiges Wasser heißt: Es gibt Ressourcen, die nicht aus uns selbst stammen und doch durch uns fließen können.

  • Wo erfährst du gerade Enge und was wäre „Gottes Durchgang“ darin?
  • Welchen Schritt hin zum Leben kannst du heute konkret gehen?
  • Wo könntest du „Wasserträger“ werden – ein Wort, eine Zeit, eine Entscheidung für das Gute?

Gebet

Gott, du bist Quelle des Lebens und Grund unserer Hoffnung.
Lass dein lebendiges Wasser fließen – in mein Herz, in meine Beziehungen, in diese Welt.
Schenke mir den Mut, auf deinen Durchgang zu vertrauen und selbst zum Träger deiner Hoffnung zu werden.
Lass mich heute ein Zeichen deiner Gnade und deines Trostes setzen.
Amen.

Deutsche Bibelgesellschaftv.4.42.5
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