Deutsche Bibelgesellschaft

Echte Ehrfurcht

Maleachi 1,6-14

Maleachi hält dem Tempelgottesdienst den Spiegel vor: Verehrung ohne inneren Ernst verfehlt ihr Ziel. Gott klagt „billige Opfer“ an, nicht, um zu beschämen, sondern um zu heilen. Echte Ehre zeigt sich dort, wo Herz, Worte und Handeln zusammenfinden. Das, was wir singen, soll unsere Woche prägen, und nicht nur die Stunde im Gottesdienst.

Bibeltext(e)

Maleachi 1

Gegen minderwertige Opfer

6Ein Sohn soll seinen Vater ehren und ein Knecht seinen Herrn. Bin ich nun Vater, wo ist meine Ehre? Bin ich Herr, wo fürchtet man mich?, spricht der Herr Zebaoth zu euch Priestern, die meinen Namen verachten. Ihr aber sprecht: »Womit verachten wir deinen Namen?« 7Damit, dass ihr opfert auf meinem Altar unreine Speise. Ihr aber sprecht: »Womit opfern wir dir Unreines?« Damit, dass ihr sagt: »Des Herrn Tisch ist für nichts zu achten.« 8Denn wenn ihr ein blindes Tier als Opfer darbringt – ist das etwa nicht böse? Und wenn ihr ein lahmes oder ein krankes darbringt – ist das nicht böse? Bring es doch deinem Statthalter! Meinst du, dass du ihm gefallen werdest oder dass er dich freundlich ansehen werde?, spricht der Herr Zebaoth. 9Und nun bittet doch Gott, dass er uns gnädig sei! Von euch ist solches geschehen. Meint ihr, er werde euch freundlich ansehen?, spricht der Herr Zebaoth.

10Dass doch einer unter euch die Türen zuschlösse, damit ihr nicht umsonst auf meinem Altar Feuer anzündet! Ich habe kein Gefallen an euch, spricht der Herr Zebaoth, und das Opfer von euren Händen ist mir nicht angenehm. 11Denn vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang ist mein Name herrlich unter den Völkern, und an allen Orten wird meinem Namen ein Räucheropfer und ein reines Opfer dargebracht; denn mein Name ist herrlich unter den Völkern, spricht der Herr Zebaoth.

12Ihr aber entheiligt ihn damit, dass ihr sagt: »Des Herrn Tisch ist unrein, und sein Opfer ist für nichts zu achten, samt seiner Speise.« 13Und ihr sprecht: »Siehe, welch eine Mühsal!«, und facht das Feuer an, spricht der Herr Zebaoth, und ihr bringt herzu, was geraubt, lahm und krank ist, und bringt es dar zum Opfer. Sollte mir solches gefallen von eurer Hand?, spricht der Herr. 14Verflucht sei der Betrüger, der in seiner Herde ein gutes männliches Tier hat und es gelobt, aber dem Herrn ein fehlerhaftes opfert. Denn ich bin ein großer König, spricht der Herr Zebaoth, und mein Name ist gefürchtet unter den Völkern.

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Micha 6

8Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.

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Psalm 51

19Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist,

ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.

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Maleachi beginnt mit einer einfachen, aber entwaffnenden Logik: „Ein Sohn ehrt den Vater und ein Knecht seinen Herrn. Bin ich nun Vater, wo ist meine Ehre?“. Gott ist für das Volk Israel Vater und Herr. Daher gebührt ihm Ehre.

Die Anrede gilt den Priestern am Tempel, die für die rechte Durchführung der Opfer verantwortlich sind. Ihnen wird vorgeworfen, Gott nicht zu ehren, sondern seinen Namen und damit Gott selbst zu verachten. Der Vorwurf erregt Widerspruch: „Womit verachten wir deinen Namen?“ Maleachi greift den Zwischenruf auf: Im Opfern blinder, lahme und kranker, also kultisch untauglicher Tiere. Das, so Maleachi, verachtet den Namen Gottes. Wer Gott als großen König bekennt, kann ihn nicht gleichzeitig erniedrigen, indem er ihm solche Opfergaben darbringt. Der Prophet zieht einen treffenden Vergleich: wenn eine solche Gabe schon den Statthalter des persischen Königs nicht milde zu stimmen vermag, um wieviel weniger Gott. Weil die Priester die Opfer ohne die gebotene Ehrfurcht feiern, sind sie verantwortlich, wenn Gott sich dem Volk nicht mehr zuwendet. Deshalb sollen die Tore des Tempels verschlossen werden, um diesen unnützen Kult zu beenden.

Im Folgenden weitet der Prophet die Kritik noch aus: Während die ganze Welt Gott verehrt, verachten die Kultteilnehmer – nicht nur die Priester, sondern das ganze Volk, das an den Opfern teilnimmt – nicht nur Gottes Name. Sie entweihen ihn durch ihre Haltung sogar. Wer Gott ein fehlerloses Tier als Dank verspricht, aber dann ein fehlerhaftes opfert, muss Gott erzürnen. Denn Gott ist ein großer König, dem Ehrfurcht gebührt. Und diese Ehrfurcht wird ihm durch ein solches Verhalten verweigert.

Impuls

Advent ist Prüfzeit für unser Inneres: Was wir über Gott singen, soll in Entscheidungen spürbar werden.

  • Welcher kleine Schritt würde Gott Ehrfurcht erweisen?
  • Woran erkennst du diese Woche, dass Herz, Worte und Handeln näher zusammengerückt sind?

Gebet

Gott, du bist würdig, geehrt zu werden – nicht nur mit Worten, sondern mit dem ganzen Leben.
Hilf mir, ehrlich zu werden vor dir und vor mir selbst.
Schenke mir ein Herz, das dich sucht, und Hände, die Gutes tun.
Lass meine Anbetung heute spürbar werden – in meinen Entscheidungen, in meiner Liebe, in meinem Alltag.
Amen.

Deutsche Bibelgesellschaftv.4.42.5
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