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21. Tag: Lukas 11,29-54

In 45 Tagen durch das Lukasevangelium

Bibeltext(e)

Ablehnung der Zeichenforderung

29Die Menge aber drängte herzu. Da fing er an und sagte: Dies Geschlecht ist ein böses Geschlecht; es fordert ein Zeichen, und es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als nur das Zeichen des Jona. 30Denn wie Jona zum Zeichen geworden ist für die Leute von Ninive, so wird es auch der Menschensohn sein für dieses Geschlecht. 31Die Königin vom Süden wird auftreten beim Gericht mit den Leuten dieses Geschlechts und wird sie verdammen; denn sie kam vom Ende der Erde, zu hören die Weisheit Salomos; und siehe, hier ist mehr als Salomo. 32Die Leute von Ninive werden auftreten beim Gericht mit diesem Geschlecht und werden es verdammen; denn sie taten Buße nach der Predigt des Jona. Und siehe, hier ist mehr als Jona.

Bildworte vom Licht

33Niemand zündet ein Licht an und setzt es in einen Winkel, auch nicht unter einen Scheffel, sondern auf den Leuchter, damit, wer hineingeht, das Licht sehe. 34Dein Auge ist das Licht des Leibes. Wenn dein Auge lauter ist, so ist dein ganzer Leib licht; wenn es aber böse ist, so ist auch dein Leib finster. 35So schaue darauf, dass nicht das Licht in dir Finsternis sei. 36Wenn nun dein ganzer Leib licht ist und kein Teil an ihm finster, dann wird er ganz licht sein, wie wenn dich das Licht erleuchtet mit hellem Schein.

Weherufe gegen die Pharisäer und die Lehrer des Gesetzes

37Als er noch redete, bat ihn ein Pharisäer, mit ihm zu essen. Und er ging hinein und setzte sich zu Tisch. 38Als das der Pharisäer sah, wunderte er sich, dass er sich nicht vor dem Essen gewaschen hatte. 39Der Herr aber sprach zu ihm: Ihr Pharisäer, ihr haltet die Becher und Schüsseln außen rein; aber euer Inneres ist voll Raub und Bosheit. 40Ihr Narren, hat nicht der, der das Äußere geschaffen hat, auch das Innere geschaffen? 41Doch gebt als Almosen von dem, was da ist; siehe, dann ist euch alles rein. 42Aber weh euch Pharisäern! Denn ihr gebt den Zehnten von Minze und Raute und allem Kraut und geht vorbei am Recht und an der Liebe Gottes. Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen.

43Weh euch Pharisäern! Denn ihr sitzt gern obenan in den Synagogen und wollt gegrüßt sein auf dem Markt.

44Weh euch! Denn ihr seid wie die verdeckten Gräber, die Leute laufen darüber und wissen es nicht.

45Da antwortete einer von den Lehrern des Gesetzes und sprach zu ihm: Meister, mit diesen Worten schmähst du uns auch. 46Er aber sprach: Weh auch euch Lehrern des Gesetzes! Denn ihr beladet die Menschen mit unerträglichen Lasten und ihr selbst rührt sie nicht mit einem Finger an.

47Weh euch! Denn ihr baut den Propheten Grabmäler; eure Väter aber haben sie getötet. 48So seid ihr Zeugen für die Taten eurer Väter und billigt sie; denn sie haben sie getötet, und ihr baut ihnen Grabmäler! 49Darum spricht auch die Weisheit Gottes: Ich will Propheten und Apostel zu ihnen senden, und einige von ihnen werden sie töten und verfolgen, 50damit gefordert werde von diesem Geschlecht das Blut aller Propheten, das vergossen ist, seit der Welt Grund gelegt ist, 51von Abels Blut an bis zum Blut Secharjas, der umkam zwischen Altar und Tempel. Ja, ich sage euch: Es wird gefordert werden von diesem Geschlecht.

52Weh euch Lehrern des Gesetzes! Denn ihr habt den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen und habt auch denen gewehrt, die hineinwollten.

53Und als er von dort hinausging, fingen die Schriftgelehrten und die Pharisäer an, heftig auf ihn einzudringen und ihm mit vielerlei Fragen zuzusetzen, 54und belauerten ihn, ob sie etwas aus seinem Mund erjagen könnten.

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Zum Text
Sehr verständlich, dass nach diesen Worten Jesu (Verse 39-53) Mordgelüste wach werden bzw. sie sich intensivieren (Verse 53-54)! Wer lässt sich so was auch schon gerne vorhalten? Denn Jesus sagt ihnen ganz platt auf den Kopf zu, dass sie ihre Mitmenschen und ihre Beziehung zu Gott vernachlässigen (Vers 42), dass sie mehr auf die Anerkennung der Menschen aus sind als auf die von Gott (Vers 43), ja dass sie sogar Menschen von ihm fernhalten (Verse 44+52), indem sie ihnen z. B. ein völlig falsches Bild von ihm vermitteln (Vers 46). Sie kennen Gott nicht persönlich, daher liegen sie trotz ihrer sicherlich guten Absichten so oft daneben.

Basic Jesus: Jesus und die frommen Leute
Zwischen Jesus und den religiösen Führern seiner Zeit gab es des öfteren Streitigkeiten. Er prangerte ihr überfrommes Gehabe an. Dabei wollten sie doch nur alles richtig machen. Darüber haben sie allerdings das Wesentliche aus den Augen verloren: die Beziehung zu Gott (Vers 42). Um es »richtig« zu machen, stellten sie ein Regelwerk auf, das Seinesgleichen sucht. Nach und nach legten sie z. B. fest, wie viele Schritte man als gläubiger Mensch am von Gott verordneten Ruhetag gehen darf. Die Einhaltung dieser Regeln entschied über die Frömmigkeit der Menschen. Das Schlimme ist, dass dieses Regelwerk Menschen von Gott abhielt, denn weil es als Gottes Gesetz verkauft wurde, stellte es seinen Charakter völlig falsch dar.

die-Bibel.dev.4.18.8
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