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20. Tag: Lukas 11,1-28

In 45 Tagen durch das Lukasevangelium

Bibeltext(e)

Das Vaterunser

1Und es begab sich, dass er an einem Ort war und betete. Als er aufgehört hatte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte. 2Er aber sprach zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht:

Vater!

Dein Name werde geheiligt.

Dein Reich komme.

3Gib uns unser täglich Brot Tag für Tag

4und vergib uns unsre Sünden;

denn auch wir vergeben jedem, der an uns schuldig wird.

Und führe uns nicht in Versuchung.

Der bittende Freund

5Und er sprach zu ihnen: Wer unter euch hat einen Freund und ginge zu ihm um Mitternacht und spräche zu ihm: Lieber Freund, leih mir drei Brote; 6denn mein Freund ist zu mir gekommen auf der Reise, und ich habe nichts, was ich ihm vorsetzen kann, 7und der drinnen würde antworten und sprechen: Mach mir keine Unruhe! Die Tür ist schon zugeschlossen und meine Kinder und ich liegen schon zu Bett; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben. 8Ich sage euch: Und wenn er schon nicht aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seines unverschämten Drängens aufstehen und ihm geben, so viel er bedarf.

Zuversicht beim Beten

9Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. 10Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.

11Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater um einen Fisch, und der gibt ihm statt des Fisches eine Schlange? 12Oder gibt ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion? 13Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!

Jesus und die Dämonen

14Und er trieb einen Dämon aus, der war stumm. Und es geschah, als der Dämon ausfuhr, da redete der Stumme, und die Menge verwunderte sich. 15Einige aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Dämonen aus durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen. 16Andere aber versuchten ihn und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel.

17Er aber kannte ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet und ein Haus fällt über das andre. 18Ist aber der Satan auch mit sich selbst uneins, wie kann sein Reich bestehen? Denn ihr sagt, ich treibe die Dämonen aus durch Beelzebul. 19Wenn aber ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein. 20Wenn ich aber durch den Finger Gottes die Dämonen austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen. 21Wenn ein gewappneter Starker seinen Palast bewacht, so bleibt, was er hat, in Frieden. 22Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt er ihm seine Rüstung, auf die er sich verließ, und verteilt die Beute. 23Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

24Wenn der unreine Geist von einem Menschen ausgefahren ist, so durchstreift er dürre Stätten, sucht Ruhe und findet sie nicht; dann spricht er: Ich will wieder zurückkehren in mein Haus, aus dem ich fortgegangen bin. 25Und wenn er kommt, so findet er’s gekehrt und geschmückt. 26Dann geht er hin und nimmt sieben andre Geister mit sich, die böser sind als er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie dort, und es wird mit diesem Menschen am Ende ärger als zuvor.

Zweierlei Seligpreisungen

27Und es begab sich, als er solches redete, da erhob eine Frau aus dem Volk ihre Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, an denen du gesogen hast. 28Er aber sprach: Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren.

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Zum Text
Dass Jesus als »Rauswerfer« (Vers 14) fungiert, damit scheinen die Leute kein allzu großes Problem zu haben. Die Resultate sind ja auch sehr positiv! Allerdings kommt schnell die Frage nach seiner Autorisierung auf. Dass ihre These diesbezüglich nicht so ganz stimmen kann, ist schnell klar. Jesu Argumente (Vers 18) sind eindeutig die besseren und für jeden, der nicht schon aus Prinzip kontra ist, überzeugend. Seine Autorität hat er von dem, den er seinen – und unseren – Vater nennt (Verse 2+20). Für all diejenigen, deren Beziehung zu diesem Vater geregelt ist, gelten die Zusagen in den Versen 9-13.

Basic Jesus: Jesus und der Vater
Wenn Jesus von seinem Vater (Vers 2) redet, meint er damit in den allermeisten Fällen nicht Josef, sondern Gott, den Vater. (Christen glauben an einen »dreieinigen Gott«: Vater, Sohn (Jesus) und Heiliger Geist, die drei sind und doch eins. Das ist für uns nicht nachvollziehbar, aber in Gottes Dimension ist es möglich.) Jesus steht in regem Austausch mit dem Vater. Das hilft ihm, die Herausforderungen des Lebens zu meistern (siehe 17. und 40. Tag). Wenn jemand an Jesus glaubt, hat er dadurch automatisch Gott zum Vater (Johannes 20,17). Diese Vater-Kind-Beziehung unterscheidet sich von der zu unserem leiblichen Vater, denn das Bild des Vaters ist viel zu klein, um Gott damit zu beschreiben. Weitere Stellen: Johannes 14,6-11; Jakobus 1,17; Lukas 11,11-13; 1Johannes 3,1.

die-Bibel.dev.4.19.1
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