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38. Tag: Matthäus 27,1-31

In 40 Tagen durch das Matthäusevangelium

Bibeltext(e)

Jesus vor Pilatus. Das Ende des Judas

1Am Morgen aber hielten alle Hohenpriester und die Ältesten des Volkes einen Rat über Jesus, dass sie ihn töteten, 2und sie banden ihn, führten ihn ab und überantworteten ihn dem Statthalter Pilatus.

3Als Judas, der ihn verraten hatte, sah, dass er zum Tode verurteilt war, reute es ihn, und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und Ältesten zurück 4und sprach: Ich habe gesündigt, unschuldiges Blut habe ich verraten. Sie aber sprachen: Was geht uns das an? Da sieh du zu! 5Und er warf die Silberlinge in den Tempel, ging davon und erhängte sich.

6Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es ist nicht recht, dass wir sie in den Tempelschatz legen; denn es ist Blutgeld. 7Sie beschlossen aber, den Töpferacker davon zu kaufen zum Begräbnis für die Fremden. 8Daher heißt dieser Acker Blutacker bis auf den heutigen Tag. 9Da wurde erfüllt, was gesagt ist durch den Propheten Jeremia, der da spricht: »Sie nahmen die dreißig Silberlinge, den Preis, der geschätzt worden war – den hatten einige von den Israeliten geschätzt –, 10und gaben sie für den Töpferacker, wie mir der Herr befohlen hat.«

11Jesus aber wurde vor den Statthalter gebracht; und der Statthalter fragte ihn und sprach: Bist du der König der Juden? Jesus aber sprach: Du sagst es. 12Und als er von den Hohenpriestern und Ältesten verklagt wurde, antwortete er nichts. 13Da sprach Pilatus zu ihm: Hörst du nicht, was sie alles gegen dich vorbringen? 14Und er antwortete ihm nicht auf ein einziges Wort, sodass sich der Statthalter sehr verwunderte.

Jesu Verurteilung und Verspottung

15Zum Fest aber hatte der Statthalter die Gewohnheit, dem Volk einen Gefangenen loszugeben, welchen sie wollten. 16Sie hatten aber zu der Zeit einen bekannten Gefangenen, der hieß Jesus Barabbas. 17Und als sie versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Welchen wollt ihr? Wen soll ich euch losgeben, Jesus Barabbas oder Jesus, von dem gesagt wird, er sei der Christus? 18Denn er wusste, dass sie ihn aus Neid überantwortet hatten.

19Und als er auf dem Richterstuhl saß, schickte seine Frau zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute viel erlitten im Traum um seinetwillen.

20Aber die Hohenpriester und die Ältesten überredeten das Volk, dass sie um Barabbas bitten, Jesus aber umbringen sollten. 21Da antwortete nun der Statthalter und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr? Wen von den beiden soll ich euch losgeben? Sie sprachen: Barabbas! 22Pilatus sprach zu ihnen: Was soll ich dann machen mit Jesus, von dem gesagt wird, er sei der Christus? Sie sprachen alle: Lass ihn kreuzigen! 23Er aber sagte: Was hat er denn Böses getan? Sie schrien aber noch mehr: Lass ihn kreuzigen! 24Da aber Pilatus sah, dass er nichts ausrichtete, sondern das Getümmel immer größer wurde, nahm er Wasser und wusch sich die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen; seht ihr zu! 25Da antwortete alles Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!

26Da gab er ihnen Barabbas los, aber Jesus ließ er geißeln und überantwortete ihn, dass er gekreuzigt würde.

27Da nahmen die Soldaten des Statthalters Jesus mit sich in das Prätorium und versammelten um ihn die ganze Kohorte 28und zogen ihn aus und legten ihm einen roten Mantel an 29und flochten eine Dornenkrone und setzten sie auf sein Haupt und gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hand und beugten die Knie vor ihm und verspotteten ihn und sprachen: Gegrüßet seist du, der Juden König!, 30und spien ihn an und nahmen das Rohr und schlugen damit auf sein Haupt.

Jesu Kreuzigung und Tod

31Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an und führten ihn ab, um ihn zu kreuzigen.

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Zum Text
Zwei Männer: Einer ganz oben, aber nicht in der Lage frei zu handeln (Vers 24a) – einer ganz unten (Verse 28-31), aber in jeder Situation souverän (Vers 14). Einer, der weder in der Lage ist, eine Warnung ernst zu nehmen (Vers 19), noch seinen Überzeugungen gemäß zu handeln (Vers 23), geschweige denn zu dem zu stehen, was er in seiner Position entscheidet und zulässt (Vers 24b). Einer, der sich ganz und gar in die Hände der Menschen begibt (Vers 26+31), obwohl ihm alle Macht gegeben ist, weil er der (Vers 11) ist. Erstaunlich, wie sie (Vers 6) damit (Vers 7) – ohne es zu wollen – die Verheißungen aus der Zeit Jeremias erfüllen (Vers 8+9).

Basis Jesus – Jesu Prozess
In diesem Prozess läuft vieles verkehrt: Am Anfang steht nicht eine Tat und der mögliche Täter, sondern das gewünschte Urteil (Vers 1). Vor der Ermittlung, bei der in der Regel Spuren gesichert und Zeugen befragt werden, steht die Festnahme. Jesus steht ohne Anklage vor Gericht. Die Zeugenbefragung dient nicht der Wahrheitsfindung, sondern soll einen Grund für das harte Urteil liefern. Jedes Mittel ist recht (Vers 59). Dumm nur, dass die Zeugenbefragung nicht wie gewünscht verläuft (Vers 60) und das Urteil nicht von den religiösen Führern selbst vollstreckt werden kann. Aus dem Lukas-Evangelium wissen wir, dass weder Pontius Pilatus noch Herodes die erhobenen Anklagen bestätigt sehen, weshalb Pilatus das Urteil zunächst revidiert (Lukas 23,13-15) und nur auf massiven Druck vollstrecken lässt.

die-Bibel.dev.4.18.8
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