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30. Tag: Johannes 17,1-26

In 35 Tagen durch das Johannesevangelium

Bibeltext(e)

Das hohepriesterliche Gebet

1Solches redete Jesus und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen: Verherrliche deinen Sohn, auf dass der Sohn dich verherrliche; 2so wie du ihm Macht gegeben hast über alle Menschen, auf dass er ihnen alles gebe, was du ihm gegeben hast: das ewige Leben. 3Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. 4Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue. 5Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.

6Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt. 7Nun wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt. 8Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie glauben, dass du mich gesandt hast. 9Ich bitte für sie. Nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, die du mir gegeben hast, denn sie sind dein. 10Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verherrlicht. 11Und ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir.

Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, dass sie eins seien wie wir. 12Solange ich bei ihnen war, erhielt ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, und ich habe sie bewahrt, und keiner von ihnen ist verloren außer dem Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt werde. 13Nun aber komme ich zu dir, und dies rede ich in der Welt, auf dass meine Freude in ihnen vollkommen sei. 14Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hasst sie; denn sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. 15Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. 16Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.

17Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. 18Wie du mich gesandt hast in die Welt, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. 19Ich heilige mich selbst für sie, auf dass auch sie geheiligt seien in der Wahrheit.

20Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, 21dass sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, auf dass die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. 22Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, auf dass sie eins seien, wie wir eins sind, 23ich in ihnen und du in mir, auf dass sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst.

24Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe die Welt gegründet war. 25Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich, und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast. 26Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.

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Zum Text
Beten bedeutet, mit Gott zu reden. Ist dir schon aufgefallen, dass nicht alle Menschen gleich reden? Schwaben schwätzen, Norddeutsche schnacken, Schweizer ⋯ Der Seniorchef einer großen international tätigen Firma gebraucht ziemlich sicher andere Worte als die Frau am Bahnhofskiosk. So ist es auch beim Gebet: Jeder darf so mit Gott reden, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Nur ehrlich soll es sein. Das, was du mit Gott besprichst, ist eine Sache zwischen ihm und dir. Dass dieses Gebet von Jesus allen Menschen zugänglich ist, ist eine Ausnahme. Es ist nicht als Kopiervorlage gedacht, aber vielleicht inspiriert es dich ja trotzdem ⋯

Basic Jesus – Jesu Gebet für seine Jünger
Jesus macht in diesem zentralen Gebet am Ende seines Lebens krasse Aussagen: In gleicher Weise wie er und der Vater sollen auch die Jünger untereinander untrennbar zusammengehören (Verse 11+22). In dieser liebenden Gemeinschaft (Vers 26) sind sie Träger der göttlichen Herrlichkeit (Verse 10+22) mit enormen Auswirkungen auf ihr Umfeld (Vers 23). Eben dazu sind sie von ihm in die Welt gesandt (Vers 18). Was uns wie eine Utopie erscheinen mag, meint Jesus durchaus ernst! Aber er weiß auch, dass diese Art von kraftvoller Gemeinschaft immer umkämpft sein wird. Deshalb bittet er den Vater um besonderen Schutz und Hilfe für die Jünger. Und er bittet heute immer noch für uns, denn es ist möglich, dass diese Dinge Wirklichkeit werden. Sprengt das deine Vorstellungskraft?

die-Bibel.dev.4.19.1
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