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19. Tag: Markus 10,32-52

In 30 Tagen durch das Markusevangelium

Bibeltext(e)

Die dritte Ankündigung von Jesu Leiden und Auferstehung

32Sie waren aber auf dem Wege hinauf nach Jerusalem, und Jesus ging ihnen voran; und sie entsetzten sich; die ihm aber nachfolgten, fürchteten sich. Und er nahm abermals die Zwölf zu sich und fing an, ihnen zu sagen, was ihm widerfahren werde: 33Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und der Menschensohn wird überantwortet werden den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten, und sie werden ihn zum Tode verurteilen und den Heiden überantworten, 34und die werden ihn verspotten und anspeien und geißeln und töten, und nach drei Tagen wird er auferstehen.

Vom Herrschen und vom Dienen

35Da gingen zu ihm Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sprachen zu ihm: Meister, wir wollen, dass du für uns tust, was wir dich bitten werden. 36Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich für euch tue? 37Sie sprachen zu ihm: Gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit. 38Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde? 39Sie sprachen zu ihm: Ja, das können wir. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde; 40zu sitzen aber zu meiner Rechten oder zu meiner Linken, das zu geben steht mir nicht zu, sondern das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist.

41Und als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über Jakobus und Johannes. 42Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. 43Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; 44und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein. 45Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.

Die Heilung eines Blinden bei Jericho

46Und sie kamen nach Jericho. Und als er aus Jericho hinausging, er und seine Jünger und eine große Menge, da saß ein blinder Bettler am Wege, Bartimäus, der Sohn des Timäus. 47Und als er hörte, dass es Jesus von Nazareth war, fing er an zu schreien und zu sagen: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! 48Und viele fuhren ihn an, er sollte schweigen. Er aber schrie noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! 49Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie riefen den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf! Er ruft dich! 50Da warf er seinen Mantel von sich, sprang auf und kam zu Jesus. 51Und Jesus antwortete ihm und sprach: Was willst du, dass ich für dich tun soll? Der Blinde sprach zu ihm: Rabbuni, dass ich sehend werde. 52Und Jesus sprach zu ihm: Geh hin, dein Glaube hat dir geholfen. Und sogleich wurde er sehend und folgte ihm nach auf dem Wege.

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Zum Text
Mit jedem Mal wird er klarer in seinen Aussagen, jedes Mal kommen neue Details dazu (Verse 32-34). Trotzdem verstehen sie nicht. Ihre Vorstellungskraft gibt das einfach nicht her. Jesus kehrt ja aber auch alles um, was sie bisher kannten (Verse 42-45). Bei ihm sind Wort und Tat deckungsgleich (Joh 13, 4-17; 15,33-39). Brennt Jesus darauf, leiden zu müssen? Klingt er euphorisch, begeistert? Kurz vor dem Höhepunkt seines Leidensweges wird jedenfalls deutlich, dass er gerne eine andere Möglichkeit hätte (14,36). Es ist nicht die Freude am Leiden, die ihn diesen Weg gehen lässt, sondern der Blick auf das Ziel, auf das, was möglich wird, wenn er treu das zu Ende bringt, was er begonnen hat: ein freier Zugang für sündige Menschen zum heiligen Gott.

Basic Jesus – Jesus, der Sohn Davids
Der erwartete Messias war ein Nachfahre von König David, dem ein »ewiges Königreich« verheißen wurde (2 Sam 7,16). Daraus folgte ein sehr irdisches Verständnis vom Messias. Die Menschen erwarteten, dass der Messias ein mächtiger König ist, der sie aus der Gewalt der römischen Besatzungsmacht befreien wird. Dieses sehr politische Verständnis vom Messias als »Sohn Davids« war in Jesus’ Umfeld weit verbreitet. Um nicht falsche Vorstellungen zu schüren, hat er sich selbst nie so bezeichnet. Als er beim Einzug in Jerusalem von einem Bettler als »Sohn Davids« betitelt wird (Verse 47-48), akzeptiert er diese Anrede (Vers 52). Etwas später zeigt Jesus dann anhand der Schrift auf, dass der Messias mehr ist als ein irdischer König (12,35-37).

die-Bibel.dev.4.19.1
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