Lutherbibel 1984 (LU84)
34

Nichtigkeit der Träume

341

34,1-7
Jer 23,25-32
Pred 5,6
Unweise Leute betrügen sich selbst mit törichten Hoffnungen, und Narren verlassen sich auf Träume. 2Wer auf Träume hält, der greift nach dem Schatten und will den Wind haschen. 3Träume sind nichts anderes als Bilder ohne Wirklichkeit.

4Was unrein ist, wie kann das rein sein? Und was falsch ist, wie kann das wahr sein? 5

34,5
Jer 14,14
Eigne Weissagung und Zeichendeutung und Träume sind nichts, und man sieht dabei Wahnbilder wie eine Gebärende; 6und wenn es nicht kommt
34,6
4. Mose 12,6
Hiob 33,15-18
durch Eingebung des Höchsten, so halt nichts davon. 7Denn Träume betrügen viele Leute, und es schlägt denen fehl, die darauf bauen. 8Aber das Gesetz trügt nicht und erfüllt sich, und was die Weisheit spricht mit wahrhaftigem Mund, das geschieht auch.

Erfahrung des Weisen und Vertrauen des Frommen

9Ein Mann,

34,9
Apg 27,9-10
der viel herumgekommen ist, versteht viel, und einer mit viel Erfahrung kann Weisheit lehren. 10Wer nicht erfahren ist, der versteht wenig; 11wer aber weit herumgekommen ist, der ist voll Klugheit. 12Weil ich weit herumgekommen bin, konnte ich viel lernen, und ich weiß mehr, als ich sage. 13Oft bin ich in Todesgefahr gekommen, doch durch mein Wissen daraus errettet worden.

14Der Geist der Gottesfürchtigen wird am Leben bleiben; 15denn ihre Hoffnung richtet sich auf den, der ihnen helfen kann. 16

34,16-17
Ps 27,1
112,17
Wer den Herrn fürchtet, der braucht vor nichts zu erschrecken noch zu verzagen; denn er ist seine Zuversicht. 17Wohl dem, der den Herrn fürchtet! 18Worauf verlässt er sich? Wer ist sein Halt?

19Die

34,19
Kap
Augen des Herrn sehen auf die, die ihn lieb haben. Er ist ein gewaltiger Schild, eine starke Stütze,
34,19
Jes 4,5-6
ein Schutz gegen die Hitze, ein schützendes Dach am heißen Mittag, er bewahrt vor dem Straucheln, er hilft vor dem Fall; 20er erfreut das Herz und macht das Angesicht fröhlich und
34,20
Ps 103,3-5
gibt Gesundheit, Leben und Segen.

Von unrechten und rechten Opfern

21

34,21-23
Spr 15,8
1. Sam 15,22
Wer von unrechtem Gut opfert, dessen Opfer ist eine Lästerung; 22und solche Gaben der Gottlosen sind nicht wohlgefällig. 23Die Gaben der Gottlosen gefallen dem Höchsten gar nicht, auch vergibt er Sünden nicht, selbst wenn man viel opfert.

24Wer vom Besitz der Armen opfert, der ist wie einer, der den Sohn vor den Augen des Vaters schlachtet. 25Der Arme hat nichts zum Leben als ein wenig Brot;

34,25
2. Sam 12,1-5
wer ihn auch noch darum bringt, der ist ein Mörder. 26
34,26-27
3. Mose 19,13
Tob 4,15
Wer seinem Nächsten die Nahrung nimmt, der tötet ihn. 27Wer dem Arbeiter seinen Lohn nicht gibt, der ist ein Bluthund.

28Wenn einer baut und der andre einreißt: was haben sie davon anderes als Mühe? 29Wenn einer betet und der andre flucht: wessen Stimme soll der Herr erhören? 30Wer

34,30
4. Mose 19,11-12
sich wäscht, wenn er einen Toten angerührt hat, und rührt ihn wieder an: was hilft ihm sein Waschen? 31So ist der Mensch, der für seine Sünden fastet und sündigt immer wieder: wer soll sein Gebet erhören, und was hilft ihm sein Fasten?
34,31
Jes 58,3-5

35

351

35,1-2
1. Sam 15,22
Gottes Gebote halten, das ist ein reiches Opfer. 2Gottes Gebote ehren, das ist das rechte Dankopfer. 3Gott danken, das ist das rechte Speisopfer.
35,3
Ps 50,1423
4Barmherzigkeit üben, das ist das rechte Lobopfer.
35,4
Hebr 13,16
5Von Sünden lassen, das ist ein Gottesdienst, der dem Herrn gefällt; und
35,5
Spr 21,3
aufhören, Unrecht zu tun, das ist ein rechtes Sühnopfer.

6Im Haus des Herrn aber sollst du

35,6
5. Mose 16,16-17
nicht mit leeren Händen erscheinen; 7denn das alles muss man tun
35,7
Mt 23,23
um des Gebotes willen. 8Des Gerechten Opfer macht den Altar reich, und
35,8
1. Mose 8,21
Opfergeruch ist dem Höchsten wohlgefällig. 9Des Gerechten Opfer ist angenehm und wird nicht mehr vergessen. 10Ehre Gott mit deinen Opfern gern und reichlich, und
35,10
2. Mose 23,19
gib deine Erstlingsgaben, ohne zu geizen. 11Was du gibst, das gib gern, und bringe den
35,11
3. Mose 27,30
Mal 3,10
Zehnten fröhlich dar. 12Gib dem Höchsten, wie er dir gegeben hat, und
35,12
2. Kor 9,7
gib gern und reichlich nach deinem Vermögen. 13Denn der Herr, der
35,13
1. Sam 26,23
vergilt, wird dir’s
35,13
Ps 79,12
siebenfach vergelten.

14

35,14-15
Mal 1,8
2. Chr 19,7
Bring deine Gabe nicht, um Gott zu bestechen; denn eine solche wird er nicht annehmen. 15Verlass dich nicht auf ein ungerechtes Opfer; denn der Herr ist ein Richter, und vor ihm gilt kein Ansehen der Person.

Das Gebet der Rechtlosen und seine Erhörung

16

35,16-19
5. Mose 10,17-18
2. Mose 22,21-22
Lk 18,7
Er hilft dem Armen ohne Ansehen der Person und erhört das Gebet des Unterdrückten. 17Er verachtet das Gebet der Waisen nicht noch die Witwe, wenn sie klagt. 18Die Tränen der Witwen fließen die Backen herab 19und schreien gegen den, der sie hervorgerufen hat. 20Wer Gott dient, wie es ihm gefällt, der ist ihm angenehm, und
35,20
Spr 15,29
sein Gebet reicht bis in die Wolken. 21Das Gebet der Elenden dringt durch die Wolken und lässt nicht ab, bis es vor Gott kommt, und hört nicht auf, bis der Höchste darauf achtet.

22Und der Herr wird recht richten und bestrafen und nicht säumen noch Langmut zeigen, bis er den Unbarmherzigen die Lenden zerschmettert 23und an solchen Leuten Vergeltung übt und alle Gewalttätigen vernichtet und die Macht der Ungerechten zerschlägt. 24Er

35,24
Jer 17,10
wird den Menschen nach ihren Taten vergelten und wird an ihnen handeln nach ihren Plänen, 25er wird seinem Volk Recht schaffen und es erfreuen mit seiner Barmherzigkeit. 26Wie der
35,26
Hos 6,3
Regen erquickt, wenn es lange trocken gewesen ist, so lieblich ist seine Barmherzigkeit in der Zeit der Not.

36

Gebet des Gottesvolkes um Hilfe gegen seine Feinde

361Herr, allmächtiger Gott, erbarme dich unser, 2

36,2
Ps 80,15
sieh hin und
36,2
2. Mose 23,27
versetze alle Völker in Schrecken! 3Erhebe deine Hand gegen die fremden Völker, dass sie deine Macht sehen. 4Wie du vor ihren Augen dich heilig erwiesen hast an uns, so
36,4
Hes 28,22-23
zeige dich mächtig an ihnen vor unsern Augen, 5damit sie dich erkennen, wie wir erkannt haben, dass es
36,5
5. Mose 4,35
Jdt 9,15
keinen andern Gott gibt als dich, Herr.

6Tu neue Zeichen und neue Wunder.

36,6
Mi 7,15-16
7Verherrliche deine Hand und deinen rechten Arm. 8Errege Grimm und schütte Zorn aus.
36,8
Ps 79,6
9Wirf den Widersacher nieder und vertilge den Feind; 10
36,10
5. Mose 32,35
führe bald die Zeit herbei und
36,10
5. Mose 32,40-41
denke an deinen Eid, damit man deine Wundertaten preist. 11Der Zorn des Feuers soll die verzehren, die sich so sicher fühlen; und die deinem Volk Leid antun, sollen umkommen. 12Zerschmettre die Köpfe der Fürsten, die uns feind sind und sagen: Außer uns gibt es niemand!
36,12
Hab 1,11

13Versammle alle Stämme Jakobs und lass sie dein Erbe sein wie am Anfang.

36,13
5. Mose 30,3
14Herr, erbarme dich über dein Volk, das von dir den
36,14
Jes 43,1
Namen hat, und über Israel, das du einen
36,14
2. Mose 4,22
Erstgeborenen genannt hast. 15Erbarme dich über die Stadt Jerusalem, wo dein Heiligtum ist und wo du wohnst. 16Erfülle Zion mit deiner Majestät und dein Volk mit deiner Herrlichkeit.

17Bekenne dich zu denen, die von Anfang an dein Eigentum gewesen sind; und erfülle die

36,17
Röm 15,8
Verheißungen, die in deinem Namen verkündigt worden sind. 18Lohne es denen, die auf dich warten, damit das
36,18
2. Petr 1,19
Wort deiner Propheten bestätigt wird. 19Nach dem
36,19
4. Mose 6,23-26
Segen Aarons über dein Volk erhöre, Herr, das Gebet derer, die dich anrufen, damit alle, die auf Erden wohnen, erkennen, dass du der Herr bist, der ewige Gott.

Ratschläge für die Wahl der Frau, der Freunde und der Ratgeber

20Der Bauch nimmt verschiedene Speisen zu sich; doch ist die eine Speise besser als die andre. 21Wie die Zunge das Wildbret schmeckt, so merkt ein verständiges Herz die falschen Worte. 22Ein tückischer Mensch kann einen ins Unglück bringen; aber ein erfahrner weiß es ihm zu vergelten.

23Eine Frau wird jeden zum Manne nehmen; aber

36,23
1. Mose 29,16-18
unter den Töchtern nimmt man die eine lieber als die andre. 24Eine schöne Frau erfreut den Mann, und er sieht nichts lieber; 25wenn sie dazu freundliche und liebliche Worte spricht, so ist ihr Mann nicht zu vergleichen mit andern.
36,25
Kap

26Wer eine Frau erwirbt, erwirbt damit noch mehr: eine

36,26
1. Mose 2,18
Gehilfin, die zu ihm passt, und eine
36,26
Spr 31,10-11
Säule, an die er sich lehnt. 27Wo kein Zaun ist, wird Hab und Gut geraubt; und wo keine Frau ist, da irrt der Mann seufzend umher.
36,27
Kap
28Wie man einem bewaffneten Räuber nicht traut, der von einer Stadt in die andre schleicht, so traut man auch nicht einem Mann, der kein Heim hat und dort bleiben muss, wo er am Abend hinkommt.
36,28
Kap