Gute Nachricht Bibel (GNB)

Über Reden und Schweigen zur rechten Zeit

201Mancher Tadel kommt zur Unzeit; es ist manchmal klüger zu schweigen.

2Es ist besser, jemand zur Rede zu stellen, als den Ärger in sich aufzustauen.

3Wer sich zu seiner Tat bekennt, dem bleibt Schaden erspart.

4Wer mit Gewalt das Recht durchsetzen will, gleicht einem Eunuchen, der darauf brennt, ein Mädchen zu verführen.

20,4
30,20

5Manche gelten als weise, weil sie nicht reden; und manche sind allen verhasst, weil sie zu viel reden.

20,5
37,20
Spr 17,28

6Einer schweigt, weil er nichts zu sagen weiß; ein anderer schweigt, weil er die rechte Zeit zum Reden abwarten kann.

20,6-8
Spr 17,27

7Ein kluger Mensch schweigt bis zum richtigen Augenblick; ein Prahlhans oder Dummkopf verpasst ihn.

20,7
1,23-24
20,20
Koh 3,7

8Wer zu viel redet, gilt als unausstehlich. Wer Sonderrechte für sich beansprucht, macht sich verhasst.20,8 Zusatz Gh: Wie schön ist es, wenn einer, der getadelt wird, sein Leben ändert! Auf diese Weise gibt er einen Fehler aus eigenem Antrieb auf.

Widersprüchliches

9Manchmal hat jemand Glück im Unglück und manchmal wird aus Gewinn Verlust.

10Das eine Mal machst du ein Geschenk und erreichst damit nichts; das andere Mal bringt es dir das Doppelte ein.

11Manchmal wird einer gestürzt, weil er zu hoch stand, und manchmal steigt einer aus dem Nichts zu hohen Ehren auf.

12Manchmal glaubst du, für wenig Geld viel bekommen zu haben, und hast doch siebenmal mehr bezahlt, als es wert war.

13Ein kluger Mensch weiß sich mit ein paar Worten beliebt zu machen; aber die Liebenswürdigkeiten eines dummen Schwätzers sind vergebliche Liebesmühe.

14Wenn ein unverständiger Mensch dir etwas schenkt, hast du nichts davon;20,14 Zusatz Gh: ebenso ist es bei einem neidischen Menschen, der nur unter Zwang etwas gibt. denn mit einem Auge gibt er und mit vielen Augen wartet er auf die Gegenleistung. 15Er gibt wenig, aber er schimpft über vieles mit lauter Stimme wie ein Marktschreier. Heute leiht er dir etwas und morgen schon will er es zurückhaben. Solche Leute sind ekelhaft! 16Und dann sagt solch ein Dummkopf: »Niemand mag mich! Keiner weiß meine Wohltaten zu schätzen! Sie lassen sich von mir füttern und reden schlecht von mir.« 17Oft und viel wird über ihn gelacht.20,17 Zusatz Gh: Denn das, was er besitzt, hat er nicht mit der richtigen Einstellung empfangen. Aber auch das, was er nicht besitzt, ist ihm gleichgültig.

Über unpassendes Reden

18Mit der Zunge ausgleiten ist schlimmer als auf dem Pflaster ausgleiten. Genauso schnell gleiten die Unheilstifter aus und stürzen.

20,18
Spr 12,13

19Ein Mensch ohne Benehmen gleicht einer schlecht angebrachten Geschichte, wie man sie so oft von unwissenden Leuten hört.

20Wenn ein Dummkopf ein kluges Wort zitiert, nimmt ihn niemand ernst; denn er gebraucht es nicht im richtigen Zusammenhang.

20,20
20,7
Spr 26,7

21Manche sind zu arm, um zu sündigen; sie können sich mit einem ruhigen Gewissen schlafen legen.

22Manche richten sich selbst zugrunde, weil sie sich scheuen, einem Dummkopf die Stirn zu bieten.

23Mancher verspricht einem Freund etwas, weil er nicht Nein sagen will; damit macht er ihn ungewollt zu seinem Feind.

24Lügen sind hässliche Flecken im Charakterbild eines Menschen; aber die Unverständigen lügen immerzu.

20,24-25
5,14
Spr 12,22
Eph 4,25
25Ein Dieb ist nicht so schlimm wie ein Gewohnheitslügner; aber beide laufen ins Verderben. 26Ein Lügner hat keine Ehre im Leib, seine Schande wird er nicht mehr los.

Weisheit verpflichtet

27Wer seine Worte klug gebraucht, kommt im Leben voran; ein verständiger Mensch gewinnt die Gunst seiner Vorgesetzten.

28Wer seinen Acker bebaut, kann hinterher viel Getreide anhäufen; und wer die Gunst der Mächtigen hat, kann viel Unrecht abbauen.

29Geschenke und Bestechungen können sogar Weise blind machen; wie ein Maulkorb verhindern sie den Tadel.

20,29
Ex 23,8

30Weisheit, die du für dich behältst, ist wie ein vergrabener Schatz – beide sind nutzlos.

20,30
41,14
Mt 13,44
31Jemand, der seine Dummheit versteckt, handelt besser als jemand, der seine Weisheit versteckt.20,31 Zusatz einer Handschrift: 32 Es ist besser, mit unablässiger Ausdauer nach dem Herrn zu fragen, als herrenlos sein Leben selbst zu lenken.