Gute Nachricht Bibel (GNB)
45

Der Perserkönig Kyrus als Werkzeug Gottes

451Der Herr sagt zu Kyrus, den er gesalbt und zum König eingesetzt hat:

»Ich habe dich bei der Hand genommen und stehe dir zur Seite. Ich unterwerfe dir die Völker und nehme ihren Königen die Macht; ich öffne dir Türen und Tore.

45,1-5
41,25
42,6-7
43,14
44,28
45,13
46,11
48,14-15
Esra 1,1-4
2Ich selbst gehe vor dir her und beseitige alles, was dir im Weg steht. Die bronzenen Türen schlage ich in Stücke und zerbreche die eisernen Riegel. 3Ich liefere dir die verborgenen Schätze und die versteckten Vorräte aus.

Daran sollst du erkennen, dass ich der wahre Gott bin, dass der Herr, der Gott Israels, dich beim Namen gerufen und in seinen Dienst gestellt hat. 4Obwohl du mich nicht kennst, habe ich dich berufen und verleihe dir einen Ehrennamen; denn durch dich will ich meinem Diener und Schützling Israel helfen, der Nachkommenschaft Jakobs, die ich erwählt habe. 5Ich bin der Herr, ich bin der Einzige, außer mir gibt es keinen Gott. Ich gebe dir die Macht, obwohl du nichts von mir weißt.

6Überall auf der ganzen Erde sollen sie erkennen, dass ich allein Gott bin, ich, der Herr, und sonst keiner. 7Ich mache das Licht und ich mache die Dunkelheit; Glück wie Unglück kommen von mir. Ich, der Herr, bin es, der dies alles vollbringt.

45,7
Am 3,6
5,8

8Öffne dich, Himmel! Sende Rettung auf die Erde herab wie Regen! Die Erde lasse Heil und Frieden aufsprießen! Dies bewirke ich, der Herr, der Schöpfer.«

Gott ist den Völkern keine Rechenschaft schuldig

9Weh dem Menschen, der seinen Schöpfer zur Rechenschaft zieht! Aus Erde ist er gemacht; vor dem, der ihn geformt hat, ist er nicht mehr als eine Tonscherbe! Sagt vielleicht der Ton zum Töpfer: »Was machst du da?«? Hält er ihm vor: »Was du formst, ist misslungen!«?

45,9
29,16
64,7
Jer 18,6
Röm 9,20-21
10Wer hat das Recht, zu einem Vater zu sagen: »Warum hast du gezeugt?«? Oder zu einer Frau: »Warum hast du in Geburtswehen gelegen?«?

11Der Herr, der heilige Gott Israels und sein Schöpfer, sagt: »Ihr Völker wollt mich zur Rechenschaft ziehen? Ihr wollt mir vorhalten, dass ich mein eigenes Volk bevorzuge?45,11 Ihr Völker ... ziehen: verdeutlichender Zusatz. Ihr wollt mir vorhalten ...: mit einer kleinen Textänderung, die der Zusammenhang nahe legt; wörtlich Das Künftige fragt mich wegen meiner Söhne. Ihr wollt mir vorschreiben, wie ich mit ihm, dem Werk meiner Hände, zu verfahren habe?

12Ich habe die Erde gemacht und die Menschen, die darauf leben. Ich habe den Himmel ausgespannt mit eigener Hand, ich bestimme den Sternen ihre Bahn.

45,12
40,22
40,26
13Ich bin es auch, der Kyrus erweckt hat und ihm den Sieg gibt. Ich ebne ihm die Wege und breche jeden Widerstand. Er wird meine Stadt Jerusalem wieder aufbauen und mein verbanntes Volk heimkehren lassen – und er bekommt dafür keine Bezahlung und keine Geschenke!« Das sagt der Herr, der Herrscher der Welt.45,13 Wörtlich der Herr Zebaot.
45,13
45,1-5
52,3

Gott hilft seinem Volk

14Der Herr sagt zur Zionsstadt: »Die Leute aus Ägypten und dem Sudan kommen zu dir und bringen dir ihre Schätze; die hochgewachsenen Äthiopier45,14 Im Hebräischen steht hier Leute von Seba; siehe Anmerkung zu 43,3. werden deine Sklaven, in Fesseln kommen sie herbei. Sie werfen sich vor dir nieder, beten zu deinem Gott und bekennen: ›Nur bei dir ist Gott! Es gibt sonst keinen, absolut keinen!‹«

45,14
60,6

15Wahrhaftig, du bist ein Gott, der sich verbirgt, du Gott Israels, der Retter!

45,15
43,3

16Alle, die sich Götzenbilder machen, werden enttäuscht und gehen in Schmach und Schande zugrunde.

45,16
44,9-11
17Euch aber, den Leuten von Israel, hilft der Herr, er bringt euch die endgültige Rettung. Nie und nimmer werdet ihr enttäuscht werden und untergehen.

Einladung an alle Völker

18Der Herr, der einzige Gott, hat Himmel und Erde gemacht. Er hat die Erde fest gegründet; und er hat sie nicht geschaffen, damit sie leer und öde sein soll, sondern damit seine Geschöpfe auf ihr wohnen können. Und dieser Gott sagt:

»Ich bin der Herr, es gibt keinen anderen Gott!

45,18 (leer und öde)
Gen 1,2
19Ich habe mich nicht vor euch verborgen und mich nicht in Dunkel gehüllt, ich habe geredet! Und ich habe zu den Nachkommen Jakobs nicht gesagt: ›Sucht mich vergeblich!‹ Ich, der Herr, rede zu euch von Hilfe und Rettung, und was ich ankündige, das geschieht.
45,19
48,16
Jer 29,12-14
Mt 7,7

20Kommt alle her, die ihr übrig geblieben seid, als eure Völker untergingen! Kommt zur Gerichtsversammlung! Wer Götterbilder aus Holz mit sich herumträgt, hat keinen Verstand; er betet zu einem Gott, der nicht helfen kann.

45,20-21
41,21-29
43,11
21Beratet miteinander, was ihr zu eurer Verteidigung vorbringen könnt! Wer hat seit Langem angekündigt, was nun geschehen ist? War nicht ich es, der Herr? Es gibt keinen Gott außer mir, keinen, der Hilfe und Rettung bringen kann.

22Kommt zu mir und lasst euch helfen, ihr Menschen der ganzen Erde! Denn nur ich bin Gott und sonst keiner. 23Ich schwöre bei mir selbst, und was ich sage, das geschieht auch: Alle werden vor mir auf die Knie fallen und feierlich bekennen:

45,23-24
Röm 14,11
Phil 2,10-11
24›Nur beim Herrn gibt es Rettung und sicheren Schutz.‹«45,24 Nach beim Herrn folgt noch sagt man über mich.

Beschämt werden alle zum Herrn kommen, die sich ihm widersetzt haben. 25Alle Nachkommen Jakobs aber finden bei ihm Rettung und werden ihn voller Freude und Stolz dafür preisen.

46

Die hilflosen Götter und der helfende Gott

461Gott Bel geht in die Knie,

Gott Nebo sinkt um;46,1 Bel (= Marduk) und Nebo waren die babylonischen Hauptgötter (siehe die Sacherklärungen).

ihre Bilder werden weggeschleppt

auf dem Rücken des Lastviehs.

Ihr Leute von Babylon,46,1 Ihr Leute ...: verdeutlichender Zusatz.

eure Götter sind aufgeladen,

das Vieh schleppt sich müde daran!

46,1-2
21,9
Jer 50,2

2Die Götter sind umgesunken,

sind in die Knie gegangen;

sie können die eigene Last nicht retten,

müssen selber in die Gefangenschaft!

3»Hört, Volk Israel, der ganze Rest, der von den Nachkommen Jakobs übrig geblieben ist«, sagt der Herr. »Ich habe euch getragen, seit es euch gibt; ihr seid mir aufgeladen, seit ihr aus dem Mutterleib kamt.
46,3-4
Dtn 1,31
Hos 11,3
Ps 71,17-18
4Und ich bleibe derselbe in alle Zukunft! Bis ihr alt und grau werdet, bin ich es, der euch schleppt. Ich habe es bisher getan und ich werde es auch künftig tun. Ich bin es, der euch trägt und schleppt und rettet!

5Mit wem wollt ihr mich vergleichen? Gibt es irgendjemand, den ihr mit mir auf eine Stufe stellen könnt?

46,5-8
40,18-21
44,9-20
6Da schütten sie Gold und Silber aus ihrem Beutel, sie wiegen es ab und beauftragen den Goldschmied, dass er ihnen einen Gott daraus macht. Vor dem werfen sie sich nieder, 7sie heben ihn auf ihre Schultern, sie tragen ihn feierlich umher, sie setzen ihn wieder auf seinen Platz – und da steht er dann und rührt sich nicht. Wenn jemand um Hilfe zu ihm ruft, antwortet er nicht; er rettet keinen aus der Not. 8Macht euch das einmal klar und nehmt es euch zu Herzen! Kommt endlich zur Besinnung!«

Die Hilfe ist nahe

9»Denkt an das, was ich früher getan habe!«, sagt der Herr. »Ich allein bin Gott und sonst keiner, niemand ist mir gleich.

46,9
43,16-17
44,6
10Ich kündige an, was geschehen wird, lange bevor es eintrifft. Und das sage ich euch: Wenn ich etwas plane, dann wird es auch ausgeführt. Alles, was ich mir vornehme, das tue ich auch.
46,10
41,21-29
Ps 115,3
11Ich rufe jetzt den Adler aus dem Osten, den Mann aus fernem Land, der meinen Plan ausführen wird. Ich habe es angekündigt und es wird eintreffen; es ist schon im Gang, ich führe es herbei.
46,11
45,1-5

12Hört her, ihr Starrsinnigen! Ihr habt alle Hoffnung aufgegeben, weil ihr weit und breit keine Hilfe seht.

46,12
40,27
13Aber von mir kommt eure Rettung, sie ist ganz nahe; meine Hilfe lässt nicht auf sich warten. Auf dem Zionsberg gebe ich euch einen neuen Anfang und Israel mache ich zu meinem Schmuckstück!«

47

Der Prophet kündet den Sturz Babylons an

471Der Herr sagt:

»Steig von deinem Thron herunter,

Babylon, du stolze Jungfrau!

In den Staub musst du dich setzen,

niemand wird dich fortan nennen

›die verwöhnte zarte Dame‹.

47,1-15
13,1-22

2Sklavenarbeit wird dein Los sein:

Bück dich nieder, dreh den Mühlstein.

Weg den Schleier, weg die Schleppe!

Raff das Kleid hoch, geh durch Pfützen!

3Jeder sehe deine Blöße,

offenbar sei deine Schande.

Ich, der Herr, will jetzt vergelten,

niemand soll mich daran hindern.«

4Ja, der Herr ist unser Retter,

ihm gehorchen alle Mächte,47,4 Ja, der Herr ...: wörtlich Unser Befreier, der Herr Zebaot ist sein Name.

er ist unser heiliger Gott.

5»Hör, was ich, der Herr, dir sage:

Babylon, du musst ins Dunkel,

einsam in der Stille sitzen,

niemand wird dich künftig nennen

›Herrin vieler Königreiche‹.

6Auf mein Volk war ich sehr zornig,

gab mein Land dem Feinde preis,

lieferte mein Volk dir aus.

Doch du hattest kein Erbarmen;

auch die hochbetagten Alten

hast du mitleidlos geschunden.

47,6
Sach 1,15

7Und du sagtest: ›Ewig leb ich,

ewig bleibe ich die Herrin!‹

Dachtest nicht, was deine Taten

dir am Ende bringen würden.

47,7
37,24-25

8Üppig lebst du, Wohlstand liebst du,

wiegst dich stets in Sicherheit.

Ja, du sagst: ›Ich bin die Größte!

Neben mir kommt keiner auf.

Niemals werd ich Witwe sein,

ohne Zahl sind meine Kinder!‹

47,8-9
Zef 2,15
Offb 18,7-8

9Doch an einem Tag verlierst du,

was bis jetzt dein Ruhm und Stolz ist:

Du verlierst den Mann, die Kinder,

einsam, schutzlos stehst du da.

Nichts kann dich davor bewahren,

Zaubersprüche helfen nicht.

10Doch du denkst noch: ›Ungestraft

bleiben meine bösen Taten;

es gibt keinen, der sie sieht.‹

Durch dein Wissen, deine Weisheit

ließt du dich zum Stolz verleiten,

sagtest: ›Ja, ich bin die Größte!

Neben mir kommt keiner auf!‹

47,10
Ps 14,1

11Doch schon naht sich dir das Unglück!

Eh du dessen dich versiehst,

stürzt du plötzlich ins Verderben.

Du hast es nicht kommen sehen

und du kannst ihm nicht entrinnen,

nicht durch Zauber, nicht durch Opfer.

12Stell dich hin, brauch deine Künste,

mit Beschwörungen versuch es!

Darin bist du ja geübt,

schon seit deiner Jugendzeit!

Sieh, ob sie dir helfen können,

um das Unheil abzuwenden!

13Hast du dich nicht stets bemüht,

von den Sternen Rat zu holen?

Ruf doch deine Himmelsdeuter,

die dir Horoskope stellen!

Ob sie dich wohl retten können?

47,13
Dan 2,1-3

14Wie den Stoppeln geht es ihnen,

die im Nu das Feuer frisst:

Keiner kann sein Leben retten,

wenn der Feuersturm hereinbricht.

Das ist dann kein Lagerfeuer,

dran man sich die Hände wärmt,

nichts für eine traute Runde!

15Wahrlich, schöne Stützen sind sie,

dieses ganze Händlervolk!

Seit der frühen Jugendzeit

hast du viel für sie getan.

Aber jetzt stehst du allein da:

Einer wie der andere taumelt

seines Weges – fort, nach Hause!

Da ist niemand, der dir hilft.«

47,15
Ez 27,36
Nah 3,16
Offb 18,15