Gute Nachricht Bibel (GNB)
2

Israels Wiederannahme nach dem Gericht

21Die Israeliten werden einmal so zahlreich werden wie der Sand am Meer, der sich weder zählen noch mit dem Hohlmaß messen lässt. Sie, zu denen der Herr gesagt hatte: »Ihr seid nicht mein Volk«, werden dann »Söhne des lebendigen Gottes« genannt werden.

2,1
Gen 12,2
Röm 9,26

2Die Leute von Juda und die Leute von Israel werden aus dem ganzen Land zusammenkommen und sich ein gemeinsames Oberhaupt wählen. Sie werden das Land bedecken wie Gras, das aus dem Boden sprießt. Das wird ein großer Tag sein, wenn geschieht, was der Name Jesreel bedeutet: »Gott sät«.2,2 Das wird ...: wörtlich Groß ist der Tag von Jesreel.

2,2
Jer 3,18
Hos 1,4
2,23-24

3Sagt zu euren Brüdern »Mein Volk!« und zu euren Schwestern »Es gibt Erbarmen!«

2,3
1,9.6

Gott zieht das treulose Israel zur Rechenschaft

4»Erhebt Anklage gegen eure Mutter Israel!«, sagt der Herr. »Klagt sie an! Denn sie hat so gehandelt, dass sie nicht mehr meine Frau sein kann und ich nicht mehr ihr Mann. Sie soll die Zeichen ihrer Hurerei aus ihrem Gesicht und von ihrer Brust entfernen,2,4 Wahrscheinlich handelt es sich um Amulette, die im Zusammenhang mit der Verehrung anderer Götter stehen. alles, was daran erinnert, dass sie mir die Treue gebrochen hat.

2,4
1,2
5Sonst werde ich ihr alle Kleider nehmen, sodass sie nackt und bloß ist wie am Tag ihrer Geburt. Ich mache sie zu einer Wüste, zum wasserlosen Land; ich lasse sie verdursten.
2,5
Ez 16,4-5
23,29

6Mit ihren Kindern habe ich kein Erbarmen, weil sie Kinder einer Hure sind. 7Ihre Mutter hat es mit anderen Männern getrieben und gesagt: ›Ich laufe meinen Liebhabern nach. Sie geben mir, was ich brauche: Brot und Wasser, Wolle und Flachs, Öl und Wein.‹

2,7
Jer 44,17-18

8Darum versperre ich ihr den Weg mit Dornengestrüpp und verbaue ihn mit einer Mauer. 9Wenn sie dann ihren Liebhabern nachläuft, kann sie sie nicht erreichen; sie sucht sie, aber kann sie nicht finden. Dann wird sie sagen: ›Ich will zu meinem ersten Mann zurückkehren. Bei ihm ging es mir besser!‹

2,9
Lk 15,17-18
10Sie wollte nicht wahrhaben, dass ich es gewesen bin, der ihr Korn, Wein und Öl gab. Mit Silber und Gold habe ich sie überhäuft – und sie hat es zu ihrem Baal getragen!
2,10
Dtn 7,12-13
Ez 16,1719

11Darum nehme ich mein Korn und meinen Wein wieder an mich, gerade dann, wenn sie die Ernte einbringen will. Ich nehme ihr meine Wolle und meinen Flachs, sodass sie nichts mehr anzuziehen hat. 12Ich stelle sie nackt vor ihren Liebhabern an den Pranger und keiner von ihnen kann sie aus meiner Hand befreien.

2,12
Ez 16,36-37

13Ich mache all ihren Freudenfesten ein Ende, den Feiern am Neumond und am Sabbat und den großen Festen im Jahreslauf.

2,13
Am 8,10
14Ich vernichte ihre Weinstöcke und Feigenbäume, von denen sie sagte: ›Das ist der Lohn, den mir meine Liebhaber gegeben haben!‹ Die Pflanzungen lasse ich verwildern; was noch wächst, wird vom Wild abgefressen.

15So bestrafe ich sie dafür, dass sie ihren Liebhabern, den Baalen, nachgelaufen ist, dass sie ihnen Opfer dargebracht und sich für sie mit Ohrringen und Halsketten geschmückt hat – und mich hat sie vergessen! Das sage ich, der Herr

Gottes Treue überwindet Israels Untreue

16»Dann aber will ich selbst sie umwerben. Ich werde sie in die Wüste bringen und ihr zu Herzen reden.

2,16-17
11,1-3
12,10
13,4-5
Jer 31,2-4
17Dort wird sie meine Liebe erwidern wie damals, als sie jung war, als sie aus Ägypten kam. Danach werde ich sie zurückbringen und ihr die Weinberge wiedergeben, und das Achor-Tal, das ›Unglückstal‹,2,17 Vgl. Jos 7 und Sacherklärung »Achor-Tal«. soll zu einem Tor der Hoffnung werden.
2,17
Jos 7,26

18Wenn das geschieht, wirst du mich deinen Mann nennen – sagt der Herr zu Israel – und nicht mehr deinen Baal.2,18 Baal bedeutet »Herr, Besitzer«; es ist gleichzeitig Name des kanaanitischen Hauptgottes und die übliche Bezeichnung für »Ehemann«. Siehe weiter die Sacherklärung »Baal«. 19Ich werde dich dazu bringen, dass du das Wort Baal nie mehr in den Mund nimmst. 20Und ich werde mit dem Wild, den Vögeln und allen anderen Tieren eine Übereinkunft treffen, dass sie dir keinen Schaden mehr tun. Ich zerbreche alle Kriegswaffen und entferne sie aus deinem Land, sodass du in Frieden und Sicherheit leben kannst.

2,20
Jes 11,6-9
2,4
21Ich schließe die Ehe mit dir für alle Zeiten; mein Brautgeschenk für dich sind meine Hilfe und mein Schutz, meine Liebe, mein Erbarmen
2,21
Jes 54,5-6
22und meine unwandelbare Treue. Du wirst erkennen, wer ich bin – ich, der Herr.
2,22
Jer 31,34

23Zu jener Zeit – sagt der Herr – werde ich die Bitten des Himmels erhören und der Himmel die Bitten der Erde. 24Die Erde wird die Bitten von Korn, Wein und Öl erhören und Korn, Wein und Öl die Bitten von Jesreel.2,24 Der Name der Ebene Jesreel steht hier für das ähnlich klingende »Israel«; er klingt im folgenden Vers in einsäen an (vgl. 2,2).

25Ich will dich, Israel, wieder in dein Land einsäen. War dein Name zuvor ›Kein Erbarmen‹, so werde ich mich jetzt über dich erbarmen. Warst du zuvor ›Nicht mein Volk‹, so sage ich jetzt zu dir: ›Du bist mein Volk‹, und du antwortest: ›Du bist mein Gott!‹«

2,25
1,3-9
Röm 9,25
1 Petr 2,10

3

Hosea veranschaulicht Gottes Gericht über Israel

31Der Herr befahl mir: »Nimm dir nochmals eine Frau und liebe sie3,1 Wörtlich Geh nochmals, liebe eine Frau. Viele Ausleger sehen in der Frau die verstoßene Ehefrau des Propheten (vgl. 1,2). – eine Frau, die einen anderen Mann liebt und wegen Ehebruch verstoßen ist! Denn genauso liebe ich die Leute von Israel, obwohl sie sich anderen Göttern zuwenden und Presskuchen aus Rosinen lieben.«3,1 Der Genuss von getrockneten Weinbeeren, die zu »Kuchen« zusammengepresst wurden, gehörte offenbar zum landesüblichen Baalskult.

3,1
1,2

2Ich kaufte die Frau um fünfzehn Silberstücke und sechs Zentner Gerste3,2 Hebräische Maßangabe 1 Homer und 1 Letech (Letech = halbes Homer); 1 Homer = 10 Efa. 3und sagte zu ihr: »Für eine lange Zeit wirst du jetzt im Haus bleiben und dich mit keinem Mann einlassen und auch ich werde nicht mit dir verkehren.«

4Genauso wird es den Leuten von Israel ergehen: Sie werden lange Zeit keinen König und keine führenden Männer haben, keine Opferstätten, keine geweihten Steinmale und keine Orakel.3,4 keine Orakel: wörtlich weder Efod noch Terafim, das sind Geräte, mit deren Hilfe in einer Art Losverfahren der Wille Gottes erfragt wurde (siehe Sacherklärung »Priesterschurz (2)«). 5Zuletzt aber werden sie umkehren, sie werden sich dem Herrn, ihrem Gott, zuwenden und ihrem König aus der Nachkommenschaft Davids. Sie werden dem Herrn voll Ehrfurcht dienen und alles Gute allein von ihm erwarten. So geschieht es am Ende der Zeit.

3,5 (König)
Jer 23,5

4

GERICHTSWORTE GEGEN ISRAEL UND SEINE FÜHRER

(Kapitel 4–10)

Die Priester als die Hauptschuldigen

41Hört das Wort des Herrn, ihr Leute von Israel! Der Herr erhebt Anklage gegen die Bewohner des Landes, denn nirgends mehr gibt es Treue und Liebe, niemand kennt Gott und seinen Willen. 2Sie missbrauchen den Gottesnamen,4,2 Sie missbrauchen ...: verdeutlichender Zusatz. um andere zu verfluchen; sie verdrehen die Wahrheit, sie morden, stehlen, brechen die Ehe; ein Verbrechen reiht sich ans andere.

4,2
Jer 7,9
3Deshalb vertrocknet das Land und seine Bewohner verdursten, auch die Tiere des Feldes und die Vögel; sogar die Fische verenden.
4,3
Jer 12,4

4»Aber nicht das Volk soll man dafür zur Rechenschaft ziehen«, sagt der Herr. »Dein Volk hat allen Grund, die Priester anzuklagen!

4,4
Jer 5,4-5

5Ihr Priester werdet am helllichten Tag zu Fall kommen und die Propheten werden mit euch fallen bei Nacht; ich lasse euch mit eurer ganzen Sippschaft zugrunde gehen.4,5 ich lasse euch ...: mit veränderten Vokalen; H ich werde deine Mutter vernichten. 6Denn mein Volk rennt in den Untergang, weil es den rechten Weg nicht kennt. Ihr habt euch geweigert, meine Weisungen weiterzugeben; darum weigere auch ich mich, euch noch länger als meine Priester gelten zu lassen. Ihr habt mein Gesetz vergessen, darum werde ich eure Nachkommen vergessen.

4,6
Mal 3,7-8
Jer 2,8
Ez 22,26

7Je zahlreicher sie wurden, die Priester, desto mehr haben sie gegen mich gesündigt. Deshalb entziehe ich ihnen ihre Ehrenstellung und stürze sie in Schimpf und Schande. 8Sie mästen sich von den Sühneopfern meines Volkes, deshalb sind sie so gierig nach seinen Verfehlungen.4,8 Sie profitieren von den Sühneopfern, von denen ihnen ein Anteil zufällt (vgl. Lev 7,6-7).

4,8
Lev 7,6-7

9Darum wird es den Priestern ergehen wie dem Volk: Ich bestrafe sie für ihren Ungehorsam und lasse ihre Taten auf sie selbst zurückfallen. 10Sie essen und werden nicht satt. Sie treiben Hurerei, aber haben keine Nachkommen. So ergeht es ihnen, weil sie mir, dem Herrn, die Treue gebrochen haben.«

Der Götzendienst der Israeliten

11Der Herr sagt: »Hurerei und neuer Wein rauben den Verstand!

4,11
1,2
4,18
12Mein Volk holt sich Rat bei seinen Götzenbildern aus Holz, seine Orakelstäbe sollen ihm Weisung geben. Es lässt sich vom Geist der Hurerei verführen und in die Irre locken. Treulos wenden sich alle von mir ab, von ihrem Gott, dem sie doch gehören.
4,12
Jer 2,27
13Sie verbrennen Opfergaben und halten Opfermähler auf den Bergen und Hügeln, unter den Eichen, Pappeln und Terebinthen. In deren Schatten ist es so angenehm!

Daher kommt es, dass eure Töchter zu Huren werden und eure Schwiegertöchter die Ehe brechen.

4,13
Jer 3,13
Dtn 12,2-3
14Aber nicht sie ziehe ich zur Rechenschaft! Die Priester selbst gehen mit den Huren beiseite und schlachten Opfertiere zusammen mit den geweihten Frauen. Kein Wunder, dass das unwissende Volk es ihnen nachmacht!
4,14
9,1
1 Kön 14,24

15Aber wenn es auch die Leute von Israel so treiben und mir untreu werden: Ihr Leute von Juda sollt nicht dieselbe Schuld auf euch laden! Geht nicht zu den Heiligtümern von Gilgal oder Bet-El4,15 Wörtlich Bet-Awen (Haus des Unheils/Unrechts): bewusste Umdeutung von Bet-El (Haus Gottes) unter Verwendung des Namens eines Nachbarortes (vgl. 5,8). und schwört dort nicht: ›So gewiss der Herr lebt!‹«

4,15
Am 4,4-5
5,5

16Israel ist wie eine störrische Kuh. Wie könnte der Herr es auf freiem Feld weiden lassen wie die fügsamen Lämmer? 17Die Leute von Efraïm haben sich mit den Götzen verbündet; ihnen ist nicht zu helfen. 18Im Saufen und Huren sind sie groß; am schlimmsten treiben es ihre Führer. Aber es nimmt mit ihnen ein böses Ende.4,18 Die Deutung des Verses ist unsicher.

4,18 (Saufen)
Jes 5,11-12
Hos 4,11
7,5
19Ein Sturmwind fegt sie hinweg. Dann helfen ihnen ihre Opfer nichts mehr.