Gute Nachricht Bibel (GNB)
4

41Darum dürfen wir nicht leichtfertig sein, sondern müssen darauf achten, dass nicht womöglich jemand von uns zurückbleibt. Denn Gottes Zusage, Menschen in seine Ruhe aufzunehmen, gilt ja weiter. 2Genauso wie den Leuten damals in der Wüste ist auch uns die Gute Nachricht verkündet worden, die Botschaft, dass wir in Gottes Ruhe aufgenommen werden sollen.4,2 die Botschaft ...: verdeutlichender Zusatz. Aber denen hat diese Botschaft nichts genützt; sie ist ihnen nicht in Fleisch und Blut übergegangen – was durch die Kraft ihres Vertrauens hätte geschehen müssen.4,2 sie ist ihnen nicht ...: Nach dem besser bezeugten Text müsste übersetzt werden da sie nicht durch vertrauenden Glauben mit denen verbunden waren, die es gehört hatten.

3aSo werden auch wir nur in die Ruhe Gottes hineinkommen, wenn wir im Vertrauen festbleiben; sonst gilt, was Gott von den anderen gesagt hat:

»Ich schwor in meinem Zorn:

›In meine Ruhe nehme ich sie niemals auf!‹«

Gottes Ruhe – die Zusage, die weiterhin offensteht

3bDabei stehen doch Gottes Werke schon seit Vollendung der Weltschöpfung fertig da – auch seine Ruhe! 4Es heißt vom siebten Schöpfungstag: »Am siebten Tag ruhte Gott von aller seiner Arbeit aus.«

4,4
nach

5An der vorher genannten Stelle heißt es jedoch: »In meine Ruhe nehme ich sie niemals auf!« 6Dann muss es also noch Leute geben, die aufgenommen werden, nachdem die anderen, die die Gute Nachricht zuerst gehört haben, durch ihren Ungehorsam ausgeschlossen blieben.

7Deshalb setzt Gott aufs Neue einen Tag fest, ein neues »Heute«! Nach so langer Zeit lässt er – ich habe es schon angeführt – durch David ausrufen:

»Seid heute, wenn ihr seine Stimme hört,

nicht so verstockt!«

8Denn hätte schon Josua das Volk in die Ruhe hineingeführt, dann würde Gott nicht noch von einem anderen Tag danach sprechen.
4,8
Dtn 31,7
Jos 22,4
9Folglich steht die versprochene Ruhe, der große Sabbat, dem Volk Gottes erst noch bevor. 10Denn wer in die Ruhe Gottes gelangt ist, ruht auch selbst aus von seiner Arbeit, so wie Gott ausruht von der seinen.

11Wir wollen also alles daransetzen, zu dieser Ruhe zu gelangen! Niemand soll – nach dem abschreckenden Beispiel, das damals das Volk in der Wüste gab – durch Ungehorsam zu Fall kommen und von ihr ausgeschlossen bleiben.

12Das Wort Gottes ist lebendig, es ist eine wirkende Macht. Es ist schärfer als das schärfste beidseitig geschliffene Schwert. So wie ein Schwert tief einschneidet, die Gelenke durchtrennt und das Mark der Knochen freilegt, so dringt das Wort Gottes ins Innerste von Seele und Geist. Es deckt die geheimen Wünsche und Gedanken des Menschenherzens auf und hält über sie Gericht.

4,12
1 Petr 1,23
Jes 55,11
13Es gibt niemand, dessen Inneres vor Gott verborgen wäre. Alles liegt nackt und bloß vor den Augen dessen da, dem wir Rechenschaft schuldig sind.

JESUS ALS UNSER OBERSTER PRIESTER

(4,14–10,18)

Jesus, unser Oberster Priester, tritt bei Gott für uns ein

14Lasst uns also festhalten an der Hoffnung, zu der wir uns bekennen.4,14 Wörtlich festhalten an dem Bekenntnis (vgl. 10,23). Wir haben doch einen überragenden Obersten Priester, der alle Himmel durchschritten hat und sich schon bei Gott, im himmlischen Heiligtum, befindet:4,14 und sich schon ...: verdeutlichender Zusatz. Jesus, den Sohn Gottes.

4,14
2,17-18
3,1
5,5-610
7,24-28
8,36
9,11

15Dieser Oberste Priester ist nicht einer, der kein Mitgefühl für unsere Schwächen haben könnte. Er wurde ja genau wie wir auf die Probe gestellt – aber er blieb ohne Sünde.

4,15
2,18
5,2
16Darum wollen wir mit Zuversicht vor den Thron unseres gnädigen Gottes treten. Dort werden wir, wenn wir Hilfe brauchen, stets Liebe und Erbarmen finden.
4,16
10,19

5

51Jeder Oberste Priester wird aus den Menschen genommen und für die Menschen eingesetzt, um ihre Angelegenheiten vor Gott zu vertreten: Er soll Gaben und Opfer für ihre Sünden darbringen. 2Weil er selbst ein schwacher Mensch ist, kann er mitfühlen mit den Unwissenden und Irrenden.

5,2
2,17-18
4,15
7,28
3Weil er in seiner Schwachheit selber sündigt, muss er sogar für sich selbst Opfer darbringen, nicht nur für das Volk.
5,3
7,27
9,7
Lev 9,7
16,6

4Auch nimmt sich niemand selbst die Würde, Oberster Priester zu sein. Er erhält sie vielmehr durch Gottes Berufung, so wie Aaron.

5,4
Ex 28,1
5So hat sich auch Christus nicht selbst die Würde des Obersten Priesters genommen, sondern Gott hat sie ihm gegeben, der zu ihm sagte:

»Du bist mein Sohn,

heute habe ich dich dazu gemacht.«

5,5
1,5

6Und an einer anderen Stelle sagt Gott:

»Du bist Priester auf ewig,

nach der Art Melchisedeks.«

5,6
zit

7Als er noch auf der Erde lebte, hat Jesus sich im Gebet mit Bitten und Flehen an Gott gewandt, der ihn vom Tod retten konnte; mit lautem Rufen und unter Tränen hat er seine Not vor ihn gebracht. Weil er treu zu Gott hielt, ist er schließlich auch erhört worden.
5,7
Mk 14,32-42

8Und doch: Obwohl er Gottes Sohn war, hat er zunächst durch das, was er durchmachen musste, Gehorsam gelernt.

5,8
3,6
4,15
Phil 2,8
9Nachdem er nun das Ziel erreicht hat, ist er für alle, die ihm gehorchen, zum Begründer ihrer endgültigen Rettung geworden.
5,9
7,27
10Denn Gott hat ihn zum Obersten Priester ernannt – und zwar zum Obersten Priester »nach der Art Melchisedeks«.
5,10
4,14
6,20

Der Zustand der Angeschriebenen und die Größe des Themas

11Hierüber muss ich nun einiges sagen. Das ist nicht leicht, zumal ihr stumpf geworden seid und Mühe habt, zuzuhören und mitzudenken. 12Ihr solltet inzwischen längst andere unterrichten können; stattdessen habt ihr wieder jemand nötig, der euch ganz von vorne das ABC der Botschaft Gottes erklärt. Ihr braucht wieder Milch statt fester Nahrung.

5,12-13
1 Kor 3,1-2
1 Petr 2,2

13Wer Milch braucht, ist ein kleines Kind, das die Sprache der Erwachsenen noch nicht versteht. 14Erwachsene aber brauchen feste Nahrung – solche Leute nämlich, die durch beharrliche Übung ihr Wahrnehmungsvermögen geschärft haben, um Gut und Böse zu unterscheiden.

5,14
13,9
Röm 16,19
1 Kor 14,20
Eph 4,14

6

61Deshalb wollen wir jetzt die Anfangslektionen der christlichen Botschaft hinter uns lassen und uns dem zuwenden, was für die im Glauben Erwachsenen bestimmt ist. Ich will mich also nicht noch einmal mit den grundlegenden Themen befassen wie der Abkehr vom Götzendienst und der Hinwendung zum wahren, lebendigen Gott, 2der Taufe6,2 Wörtlich der Lehre von den Taufen. Die Mehrzahl Taufen ist vielleicht daher zu erklären, dass in der Lehre nicht zuletzt auch das Verhältnis zwischen Johannestaufe (siehe Sacherklärung »Täufer«) und christlicher Taufe zu behandeln war (vgl. Joh 3,25-26; Apg 19,1-6). Die Mehrzahl könnte aber auch ein Hinweis auf ein dreimaliges Untergetauchtwerden des Täuflings sein, wie es sich sehr früh in der Kirche herausbildete. und der Handauflegung, der Auferstehung der Toten und dem letzten Gericht. 3Ich werde jetzt vielmehr weitergehen, und wenn Gott will, wird es euch von Nutzen sein.

4-6Denn es ist unmöglich, Menschen, die Gott einmal mit seinem Licht erfüllt hat und die ihm dann den Rücken kehren, dahin zu bringen, dass sie sich Gott wieder zuwenden. Sie haben doch schon die Gaben des Himmels gekostet und den Heiligen Geist empfangen. Sie haben erfahren, wie zuverlässig Gottes Wort ist, und haben schon die Kräfte der kommenden Welt gespürt. Und dann haben sie trotzdem Gott den Rücken gekehrt und haben damit den Sohn Gottes noch einmal ans Kreuz genagelt, sich selbst zum Gericht, und ihn öffentlich zum Gespött gemacht.6,4-6 Die Verse 4-6 entspringen der leidvollen Erfahrung mit abgefallenen Christen und wollen die Gemeinde eindringlich warnen (vgl. Verse 7-8; 10,26-27). Sie dürfen nicht verstanden werden als Aufruf zu selbstquälerischen Zweifeln (siehe Vers 9).

6,4-6
10,26-29
12,25
2 Petr 2,20

7Gott segnet den Boden, der den reichlich auf ihn fallenden Regen aufnimmt und Pflanzen wachsen lässt für die, die den Boden bebauen. 8Aber der Boden, der nur Dornen und Disteln trägt, ist nichts wert. Ihm droht, dass er von Gott verflucht und zum Schluss verbrannt wird.

6,8
Mk 4,718-19

Ermutigung zum Durchhalten

9Aber auch wenn ich so hart rede, meine Lieben, bin ich doch überzeugt, dass es um euch so schlimm nicht steht und dass ihr gerettet werdet. 10Denn Gott ist nicht ungerecht. Er vergisst nicht, was ihr getan habt. Ihr habt anderen Christen6,10 Wörtlich den Heiligen. geholfen und tut es noch. Damit beweist ihr eure Liebe zu ihm.

6,10
10,32-34
11Ich wünsche nur sehnlichst, dass jeder und jede von euch genau denselben Eifer auch an den Tag legt, wenn es darum geht, die Hoffnung auf das, was Gott uns versprochen hat, mit voller Kraft bis zum Ende durchzuhalten. 12Ihr dürft darin nicht nachlassen! Nehmt euch ein Beispiel an denen, die Vertrauen und Ausdauer bewahrt und darum empfangen haben, was Gott versprochen hat.
6,12
11,1–12,1

Gott ist zuverlässig und treu

13Gott machte Abraham eine Zusage und schwor bei seinem eigenen Namen, da er bei nichts Höherem schwören konnte als bei sich selbst.

6,13-14
nach
14Er sagte: »Ich gebe dir mein Wort, dass ich dich überaus segnen und dir viele Nachkommen geben werde.« 15Und so wartete Abraham beharrlich und erhielt, was Gott ihm versprochen hatte.

16Menschen schwören beim Namen eines Größeren, und der Eid dient dazu, die Aussage zu bekräftigen und jeden Zweifel zu beseitigen. 17So bekräftigte auch Gott seine Zusage mit einem Eid. Damit wollte er den Menschen, denen die Zusage galt, die feste Gewissheit geben, dass seine Absicht unumstößlich ist. 18Er wollte uns doppelte Sicherheit geben: durch die Zusage und durch den Eid; und da Gott nicht lügen kann, ist auf beide unbedingt Verlass.

Das soll uns einen starken Ansporn geben, dass wir unsere Zuversicht nicht preisgeben und an der Hoffnung auf die uns zugesagte Erfüllung festhalten.

6,18 (nicht lügen)
Num 23,19
19Diese Hoffnung ist für uns wie ein sicherer und fester Anker, der hineinreicht bis ins innerste Heiligtum, in das Allerheiligste hinter dem Vorhang im himmlischen Tempel.
6,19 (Allerheiligstes)
9,3
20Dorthin ist Jesus uns vorausgegangen, um uns den Weg zu bereiten; denn so wurde er zum Obersten Priester nach der Art Melchisedeks, und das heißt: auf ewig.
6,20
4,14