BasisBibel (BB)
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Gott kommt und schweigt nicht

501EIN PSALM, VON ASAF50,1 Asaf: Sänger und Leiter einer Gruppe von Musikern am Tempel in Jerusalem..

Gott, Gott, der Herr50,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.,

begann zu reden und rief die Welt –

vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang.

2Vom Zion50,2 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. her, dem schönsten Berg –

von dort erschien Gott in strahlendem Glanz.

3Unser Gott kommt und schweigt nicht.

Vor ihm her zieht verzehrendes Feuer50,3 Feuer: Gottes machtvolles Erscheinen wird begleitet von Naturgewalten wie Feuer, Gewitter und Erdbeben.

und um ihn tobt heftiger Gewittersturm.

4Er ruft den Himmel50,4 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. hoch oben

und die Erde als Zeugen auf.

Er will über sein Volk Gericht50,4 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. halten:

5»Versammelt um mich die Frommen50,5 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen.,

die den Bund50,5 Bund: 2. Mose/Exodus 19–20 erzählt vom Bund, den Gott mit seinem Volk am Berg Sinai schließt. Das Volk erhält dabei die Zehn Gebote, die beschreiben, wie das Verhältnis der Menschen zu Gott und untereinander gestaltet werden soll. mit mir eingegangen sind

und ihn durch Schlachtopfer50,5 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. bestätigt haben.«

6Der Himmel verkündet seine Gerechtigkeit:

Gott selbst ist der Richter. Sela50,6 Sela: Zeichen zum Atemholen..

7»Höre, mein Volk, ich will reden!

Gegen dich, Israel50,7 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen., will ich aussagen!

Ich bin Gott! Ja, dein Gott bin ich.50,7 Ich bin Gott! Ja, dein Gott bin ich.: Die beiden Sätze erinnern an den Beginn der Zehn Gebote vgl. 2. Mose/Exodus 20,2.

8Es sind nicht die Schlachtopfer50,8 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde.,

weshalb ich dir ins Gewissen rede.

Es sind nicht die Brandopfer50,8 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt.,

die mir täglich vor Augen sind.

9Trotzdem will ich keinen Stier

aus deinem Haus als Opfer50,9 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. haben.

Ich will keine Ziegenböcke

von deinen umzäunten Weiden.

10Denn mir gehören alle Tiere des Waldes,

das Wild auf den Bergen zu Tausenden.

11Ich kenne alle Vögel in der Höhe.

Ebenso ist mir die Grille auf dem Feld vertraut.

12Ich würde es dir nicht sagen, wenn ich Hunger hätte.

Denn mir gehört der Erdkreis und was ihn füllt.

13Esse ich etwa das Fleisch von Stieren?

Oder trinke ich das Blut von Ziegen?

14Bring Gott dein Dankgebet als Opfer dar!

Erfülle, was du dem Höchsten50,14 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist. versprochen hast!

15Wenn du in Not bist, rufe nach mir!

Dann rette ich dich, und du wirst mich ehren.«

16Doch zum Frevler50,16 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. sagte Gott:

»Wie kommst du dazu, meine Gebote50,16 Gebote: Die folgenden Verse erinnern an die Zehn Gebote; vgl. 2. Mose/Exodus 20,1-17. aufzusagen?

Warum redest du leichtfertig von meinem Bund50,16 Bund: 2. Mose/Exodus 19–20 erzählt vom Bund, den Gott mit seinem Volk am Berg Sinai schließt. Das Volk erhält dabei die Zehn Gebote, die beschreiben, wie das Verhältnis der Menschen zu Gott und untereinander gestaltet werden soll.?

17Du hasst es doch, wenn ich dich erziehe.

Und meine Worte wirfst du hinter dich50,17 Worte hinter sich werfen: Bild dafür, dass Gottes Gebote nicht beachtet werden..

18Siehst du einen Dieb, suchst du seine Gesellschaft.

Mit Ehebrechern50,18 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten. setzt du dich gern zusammen.

19Dein Mund sendet böse Worte.

Und deine Zunge verführt zum Betrug.

20Du redest schlecht von deinem Bruder.

Den Sohn deiner Mutter verleumdest du.

21Ja, das hast du getan! Sollte ich dazu schweigen?

Du hast dir wohl eingebildet, ich wäre wie du.

Aber ich werde dich zur Verantwortung ziehen

und dir deine Taten vor Augen halten.

22Merkt euch das, die ihr Gott vergesst!

Sonst werde ich euch in Stücke reißen50,22 in Stücke reißen: Das Gerichtshandeln Gottes wird mit dem Zerreißen der Beute durch einen Löwen verglichen.,

und niemand ist da, der euch retten kann.

23Wer sein Dankgebet als Opfer darbringt,

ehrt mich, wie es sich gehört.

Wer auf dem richtigen Weg ist,

den lasse ich Gottes Hilfe erfahren.«