Gott kommt und schweigt nicht
EIN PSALM, VON ASAF.
Gott, Gott, der Herr,
begann zu reden und rief die Welt –
vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang.
Vom Zion her, dem schönsten Berg –
von dort erschien Gott in strahlendem Glanz.
Unser Gott kommt und schweigt nicht.
Vor ihm her zieht verzehrendes Feuer
und um ihn tobt heftiger Gewittersturm.
Er ruft den Himmel hoch oben
und die Erde als Zeugen auf.
Er will über sein Volk Gericht halten:
»Versammelt um mich die Frommen,
die den Bund mit mir eingegangen sind
und ihn durch Schlachtopfer bestätigt haben.«
Der Himmel verkündet seine Gerechtigkeit:
Gott selbst ist der Richter. Sela.
»Höre, mein Volk, ich will reden!
Gegen dich, Israel, will ich aussagen!
Ich bin Gott! Ja, dein Gott bin ich.
Es sind nicht die Schlachtopfer,
weshalb ich dir ins Gewissen rede.
Es sind nicht die Brandopfer,
die mir täglich vor Augen sind.
Trotzdem will ich keinen Stier
aus deinem Haus als Opfer haben.
Ich will keine Ziegenböcke
von deinen umzäunten Weiden.
Denn mir gehören alle Tiere des Waldes,
das Wild auf den Bergen zu Tausenden.
Ich kenne alle Vögel in der Höhe.
Ebenso ist mir die Grille auf dem Feld vertraut.
Ich würde es dir nicht sagen, wenn ich Hunger hätte.
Denn mir gehört der Erdkreis und was ihn füllt.
Esse ich etwa das Fleisch von Stieren?
Oder trinke ich das Blut von Ziegen?
Bring Gott dein Dankgebet als Opfer dar!
Erfülle, was du dem Höchsten versprochen hast!
Wenn du in Not bist, rufe nach mir!
Dann rette ich dich, und du wirst mich ehren.«
Doch zum Frevler sagte Gott:
»Wie kommst du dazu, meine Gebote aufzusagen?
Warum redest du leichtfertig von meinem Bund?
Du hasst es doch, wenn ich dich erziehe.
Und meine Worte wirfst du hinter dich.
Siehst du einen Dieb, suchst du seine Gesellschaft.
Mit Ehebrechern setzt du dich gern zusammen.
Dein Mund sendet böse Worte.
Und deine Zunge verführt zum Betrug.
Du redest schlecht von deinem Bruder.
Den Sohn deiner Mutter verleumdest du.
Ja, das hast du getan! Sollte ich dazu schweigen?
Du hast dir wohl eingebildet, ich wäre wie du.
Aber ich werde dich zur Verantwortung ziehen
und dir deine Taten vor Augen halten.
Merkt euch das, die ihr Gott vergesst!
Sonst werde ich euch in Stücke reißen,
und niemand ist da, der euch retten kann.
Wer sein Dankgebet als Opfer darbringt,
ehrt mich, wie es sich gehört.
Wer auf dem richtigen Weg ist,
den lasse ich Gottes Hilfe erfahren.«