BasisBibel (BB)
47

Der König der Welt

471FÜR DEN CHORLEITER.

EIN PSALM DER KORACHITER47,1 Korachiter: Eine Gruppe von Sängern am Tempel in Jerusalem..

2Ihr Völker, klatscht alle in die Hände!

Heißt Gott willkommen mit fröhlichem Jubel!

3Denn der Herr47,3 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. ist der Höchste47,3 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist..

Wo er erscheint, verbreitet er Furcht.

Er ist ein großer König47,3 König: Ehrentitel für Gott, der als Herrscher der Welt verehrt wird und für Recht und Gerechtigkeit sorgt. über die ganze Welt.

4Völker wird er uns unterwerfen,

und Nationen legt er uns zu Füßen.

5Er bestimmt das Land zu unserem Erbbesitz47,5 Erbbesitz: Der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Sie dürfen das Land für ihren Lebensunterhalt nutzen, der Eigentümer bleibt Gott..

Es ist der Stolz Jakobs47,5 Stolz Jakobs: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt. und seiner Nachkommen,

die er liebt. Sela47,5 Sela: Zeichen zum Atemholen..

6Unter lautem Jubel ist Gott hinaufgezogen47,6 hinaufziehen: Lässt an einen feierlichen Zug hinauf zum Tempel denken, mit dem Gottes Einzug in Jerusalem und der Antritt seiner Herrschaft gefeiert wird..

Widderhörner47,6 Widderhorn: Hebräisch schofar. Ein Musik- und Signalinstrument, das aus dem Horn eines Widders hergestellt wird. erschallen beim Einzug des Herrn.

7Singt für Gott und musiziert!

Singt für unseren König47,7 König: Ehrentitel für Gott, der als Herrscher der Welt verehrt wird und für Recht und Gerechtigkeit sorgt. und musiziert!

8Denn Gott ist König über die ganze Welt.

Singt bei seinem Einzug ein kunstvolles Lied!

9Gott hat seine Herrschaft über die Völker angetreten.

Er hat Platz genommen auf seinem heiligen Thron47,9 Thron: Bild für die Königsherrschaft Gottes..

10Die Fürsten der Völker sind versammelt –

als ein Volk unter dem Gott Abrahams47,10 Gott Abrahams: Abraham gilt als Stammvater vieler Völker. Durch ihn wird der Gott Israels zum Gott der Völker..

Denn Gott gehören die Schilde der Erde47,10 Schilde: Bild für alle Waffen, die Völker im Krieg gegeneinander einsetzen..

Er steht hoch über der ganzen Welt.

48

Die Stadt Gottes

481EIN LIED, EIN PSALM DER KORACHITER48,1 Korachiter: Eine Gruppe von Sängern am Tempel in Jerusalem..

2Groß ist der Herr48,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. und hoch zu loben

in der Stadt unseres Gottes48,2 Stadt unseres Gottes: Meint die Stadt Jerusalem, in der sich der Tempel Gottes befand.:

3Sein heiliger Berg48,3 heiliger Berg: Meint den Berg Zion, auf dem der Tempel in Jerusalem steht., die schönste Erhebung,

ist eine Freude für die ganze Welt!

Der Berg Zion48,3 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt., der Gipfel des Nordens48,3 Gipfel des Nordens: Anspielung auf den Gottesberg Zafon, der im Norden der syrischen Stadt Ugarit gelegen ist.,

ist die Stadt des großen Königs48,3 großer König: Anspielung auf den assyrischen und babylonischen Herrschertitel »Großkönig«..

4Gott wohnt in ihren Palästen.

Als feste Burg ist er bekannt!

5Seht, Könige hatten sich versammelt,

sie zogen gemeinsam gegen die Stadt48,5 Stadt: Meint die Stadt Jerusalem, in der sich der Tempel Gottes befand..

6Als sie aufsahen, erstarrten sie vor Schreck,

verloren den Mut, liefen verstört davon.

7Sie bebten am ganzen Leib,

so heftig wie eine Frau in den Wehen –

8so heftig wie ein Orkan aus dem Osten,

der die Schiffe aus Tarschisch48,8 Schiffe aus Tarschisch: Große Handelsschiffe, die für ihre Seetüchtigkeit bekannt waren. Mit Tarschisch ist die phönizische Kolonie Tartessos in Spanien gemeint. zerschmettert.

9Früher hatten wir davon nur gehört,

jetzt sahen wir es mit eigenen Augen –

in der Stadt des Herrn Zebaot48,9 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck.,

in der Stadt unseres Gottes.

Gott lässt sie für immer bestehen. Sela48,9 Sela: Zeichen zum Atemholen..

10Gott, wir denken an deine Güte,

wenn wir in deinem Tempel48,10 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. sind.

11Groß wie dein Name48,11 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum., Gott, so ist dein Ruhm:

Bis an die Ränder der Erde soll er dringen.

Deine starke Hand sorgt für Gerechtigkeit48,11 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes..

12Freude herrscht auf dem Berg Zion48,12 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt.,

die Töchter Judas48,12 Töchter Judas: Bild für die Städte Judas, die in der Umgebung von Jerusalem liegen. brechen in Jubel aus.

Denn du setzt das Recht in Kraft.

13Geht um den Zion herum!

Umschreitet ihn, zählt seine Türme!

14Bewundert seine starke Mauern!

Bestaunt seine Paläste, wenn ihr sie seht!

Dann könnt ihr euren Kindern davon erzählen:

15»Dieser Gott ist unser Gott für alle Zeit.

Er wird uns sicher durchs Leben führen.«

49

Kein Geld hilft gegen den Tod

491FÜR DEN CHORLEITER.

EIN PSALM DER KORACHITER49,1 Korachiter: Eine Gruppe von Sängern am Tempel in Jerusalem..

2Hört dies, ihr Völker alle!

Passt auf, ihr Bewohner der ganzen Welt!

3Ihr Menschen, hoch oder niedrig geboren,

reich oder arm, spitzt doch die Ohren!

4Aus meinem Mund kommen Lebensweisheiten,

aus meinem Herzen sprudeln49,4 sprudeln: Wie das Murmeln einer Wasserquelle strömen die Weisheiten aus Herz und Mund. kluge Einsichten.

5Dem Gleichnis49,5 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt. öffne ich mein Ohr,

mein Rätsel löse ich beim Saitenspiel49,5 Saitenspiel: Musik, die auf Saiteninstrumenten wie Harfe oder Leier gespielt wird.:

6Warum sollte ich mich fürchten in bösen Tagen,

wenn mich die Bosheit meiner Gegner umgibt?

7Sie fühlen sich sicher, weil sie reich sind.

Sie lassen sich blenden vom vielen Geld.

8Doch kein Mensch kann sich vom Tod freikaufen49,8 freikaufen: In bestimmten Fällen konnte man sich von einem Todesurteil freikaufen. Ein Beispiel dafür steht in 2. Mose/Exodus 21,28-32..

Niemand kann Gott das Lösegeld dafür bezahlen.

9Zu teuer ist der Kaufpreis für das eigene Leben.

Einmal ist es für immer vorbei –

10auch wenn einer meint, er könne ewig leben

und müsse sein eigenes Grab nicht sehen.

11Denn die Erfahrung zeigt:

Auch kluge Menschen müssen sterben.

Mit dem Dummkopf und mit dem Rindvieh

gehen sie zusammen in den Tod.

Ihr Hab und Gut müssen sie anderen lassen.

12Grabkammern49,12 Grabkammer: Ein in den Felsen geschlagener Raum mit mehreren Nischen zur Ablage von Toten, dessen Eingang nach der Bestattung verschlossen wurde. sind nun ihr Zuhause für immer,

ihre Wohnung von Generation zu Generation –

auch wenn sie sich Länder erworben49,12 erworben: Wörtlich »seinen Namen über etwas ausrufen«. Die hebräische Wendung bedeutet, dass etwas erworben, in Besitz genommen oder erobert wird. haben.

13Der Mensch in seiner Pracht bleibt nicht bestehn.

Er gleicht den Tieren, die elend zugrunde gehn.

14So geht es allen, die auf sich selbst vertrauen

und sich am Ende mit eigenen Reden feiern. Sela49,14 Sela: Zeichen zum Atemholen..

15Wie Schafe ziehen sie ins Totenreich49,15 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt..

Dort unten führt der Tod sie auf die Weide.

Sie gehen geradewegs hinab ins Grab:

Ihr Körper verwest, ihr Platz ist im Totenreich.

16Doch mein Leben wird Gott vom Tod freikaufen.

Er wird mich aus dem Totenreich herausholen. Sela.

17Darum fürchte dich nicht, wenn einer reich wird

und große Schätze in seinem Hause sammelt.

18Denn im Tod nimmt er nichts davon mit.

Seine Schätze folgen ihm nicht ins Grab.

19Wenn er sich im Leben auch glücklich schätzt,

und man zu ihm sagt: »Es geht dir doch gut!« –

20Am Ende geht auch er zu seinen Vorfahren,

die niemals mehr das Tageslicht erblicken.

21Der Mensch in seiner Pracht wird nicht bestehn.

Er gleicht den Tieren, die elend zugrunde gehn.