BasisBibel (BB)
38

Gebet eines Verzweifelten

Der dritte Bußpsalm38,0 Bußpsalm: Seit frühester Zeit werden Psalm 6; 32; 38; 51; 102; 130 und Psalm 143 von Christen als persönliche Schuldbekenntnisse gebetet.

381EIN PSALM, VON DAVID38,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

ZUR ERINNERUNG38,1 zur Erinnerung: Vielleicht Hinweis auf eine mit dem Gebet verbundene Opfergabe, die den Beter bei Gott in Erinnerung bringen soll..

2Herr38,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., straf mich nicht in deinem Zorn38,2 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten.!

Schlag mich nicht in deiner Wut!

3Denn deine Pfeile haben mich getroffen,

und deine Hand hat mich niedergedrückt.

4Kein Fleck an meinem Körper ist mehr heil.

Der Grund dafür ist dein Zorn.

Sämtliche Knochen tun mir weh.

Der Grund dafür ist meine Sünde38,4 Sünde: Die Trennung des Menschen von Gott, seinem Schöpfer. Sie führt dazu, dass der Mensch sein Leben nicht nach Gottes Willen ausrichten kann..

5Ja, ich habe schwere Fehler gemacht.

Sie sind mir über den Kopf gewachsen.

Sie sind so schwer wie eine Last –

zu schwer für mich, um sie zu tragen.

6Meine Wunden beginnen zu stinken, zu eitern.

Der Grund dafür ist meine Dummheit.

7Ich bin gekrümmt und tief gebeugt.

Den ganzen Tag gehe ich traurig umher.

8Ja, meine Sehnen sind entzündet.

Kein Fleck an meinem Körper ist mehr heil.

9Ich bin erschöpft und ganz und gar zerschlagen.

Ich brülle38,9 brüllen: Der Beter klagt so laut, wie ein Löwe brüllt. heraus, was mein Herz bedrückt.

10Ach Herr, du kennst meine ganze Sehnsucht.

Mein Stöhnen bleibt dir nicht verborgen.

11Mein Herz pocht heftig, die Kraft geht mir aus.

Sogar mein Augenlicht lässt mich im Stich.

12Meine Lieben und Freunde halten sich fern.

Sie wollen mit meinem Elend nichts zu tun haben.

Auch meine Verwandten meiden mich.

13Leute, die mich zur Strecke bringen wollen,

haben Schlingen38,13 Schlinge: Zur Jagd verwendetes Seil mit einer Schlaufe, das am Boden versteckt wird, um wilde Tiere zu fangen. ausgelegt auf meinem Weg.

Und die auf mein Unglück aus sind,

setzen böse Gerüchte über mich in die Welt.

Den ganzen Tag denken sie sich Lügen aus.

14Ich aber stelle mich taub und höre nicht zu.

Ich bleibe stumm und halte den Mund.

15So weit ist es mit mir gekommen:

Ich will nichts mehr davon hören

und niemandem mehr widersprechen.

16Doch auf dich, Herr, setze ich meine Hoffnung.

Du wirst gewiss antworten, mein Herr und Gott.

17Ich möchte ihre Schadenfreude nicht erleben.

Niemand soll sich darüber lustig machen,

dass ich den Boden unter den Füßen verlor.

18Ja, ich stehe kurz vor dem Zusammenbruch.

Mein Leiden erinnert mich ständig daran.

19Ja, ich bereue meine schweren Fehler.

Ich bekenne meine Sünde38,19 Sünde: Die Trennung des Menschen von Gott, seinem Schöpfer. Sie führt dazu, dass der Mensch sein Leben nicht nach Gottes Willen ausrichten kann. von Herzen.

20Doch meine Feinde sind stark,

sie bekämpfen mich ohne Grund.

Es sind viele, die mich zu Unrecht hassen.

21Gutes vergelten sie mir mit Bösem.

Sie verklagen mich, weil ich Gutes tun will.

22Herr, lass mich nicht im Stich!

Mein Gott, bleib nicht fern von mir!

23Komm mir schnell zu Hilfe!

Mein Herr, du bist meine Rettung!