BasisBibel (BB)
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Grundlagen einer guten Politik

1011VON DAVID101,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete., EIN PSALM.

Von Gnade101,1 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. und Recht will ich singen!

Für dich, Herr101,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., musiziere ich!

2Ich will einen vorbildlichen Weg gehen.

Wann kommst du zu mir?

Ich will mich so in meinem Haus101,2 Haus: Bezeichnet hier nicht nur den Palast des Königs, sondern auch seine Familie und seine Regierungsbeamten. verhalten,

wie es mein ehrliches Herz verlangt.

3Ich fasse keine Vorhaben ins Auge,

die Verderben mit sich bringen.

Ich hasse es, wenn Gebote101,3 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. übertreten werden.

Damit will ich nichts zu tun haben.

4Verkehrte Gedanken lasse ich nicht zu.

Böses kommt mir gar nicht erst in den Sinn.

5Wer seinen Freund heimlich verleumdet,

den bringe ich zum Schweigen.

Wer stolz dreinblickt und überheblich ist,

den kann ich nicht ertragen.

6Meine Augen suchen die Treuen101,6 Treue: Menschen, die sich zu Gott und zu seiner Gemeinschaft halten. im Land.

Sie sollen in meiner Nähe wohnen.

Wer einen vorbildlichen Weg einschlägt,

den will ich in meinen Dienst nehmen.

7Doch wer betrügerisch handelt,

den dulde ich nicht in meinem Haus.

Und wer sich aufs Lügen verlegt,

darf mir nicht unter die Augen treten.

8Alle Frevler101,8 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen., die es im Land gibt,

bringe ich jeden Morgen zum Schweigen.

So sollen alle Übeltäter entfernt werden,

aus der Stadt101,8 Stadt: Meint die Stadt Jerusalem mit dem Tempel., die dem Herrn gehört.

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Wie ein Steinkauz in Ruinen

Der fünfte Bußpsalm102,0 Bußpsalm: Seit frühester Zeit werden Psalm 6; 32; 38; 51; 102; 130 und Psalm 143 von Christen als persönliche Schuldbekenntnisse gebetet.

1021GEBET102,1 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. EINES ARMEN, WENN ER VERZWEIFELT IST

UND DEM Herrn102,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. SEIN HERZ AUSSCHÜTTET.

2Herr, höre doch mein Gebet102,2 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.!

Mein Hilfeschrei soll dich erreichen!

3Verbirg dein Angesicht102,3 Angesicht verbergen: Wenn Gott sein Gesicht verbirgt, nimmt er die Bitten des Beters nicht an. nicht vor mir,

wenn ich in Schwierigkeiten bin.

Hab doch ein offenes Ohr für mich!

Wenn ich rufe, antworte mir bald!

4Denn meine Lebenszeit löst sich auf in Rauch.

Meine Glieder brennen wie Feuer.

5Ich fühle mich zerschlagen, matt wie verdorrtes Gras.

Ich mag nicht einmal mehr etwas essen.

6Meine Stimme versagt vor lauter Stöhnen.

Nur noch Haut klebt an meinen Knochen.

7Ich fühle mich wie eine Eule in der Wüste.

Ich gleiche einem Steinkauz102,7 Steinkauz: Eulenart, die Wüsten und Trümmerstätten bewohnt. in Ruinen.

8Ich finde keinen Schlaf und klage

wie ein einsamer Vogel auf dem Dach.

9Den ganzen Tag verhöhnen mich meine Feinde.

Beim Fluchen nennen sie meinen Namen,

um mich zu verspotten.

10Was ich esse, schmeckt wie trockener Staub.

Was ich trinke, ist mit meinen Tränen vermischt.

11Dein glühender Zorn102,11 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. macht mir Angst und Bange.

Du hebst mich hoch und wirfst mich wieder hin.

12Mein Leben ist nur noch ein langer Schatten.

Ja, ich fühle mich matt wie verdorrtes Gras.

13Du aber, Herr, sitzt für immer auf dem Thron102,13 Thron: Bild für die Königsherrschaft Gottes..

Dein Name102,13 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. bleibt von Generation zu Generation.

14Du wirst aufstehen und dich der Stadt Zion102,14 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. annehmen.

Denn es ist Zeit, die Stadt zu begnadigen,

ja, der Zeitpunkt dafür ist gekommen.

15Denn deine Knechte102,15 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn dadurch als ihren Herrn anerkennen. lieben die Mauern Zions.

Dass sie in Trümmern102,15 Trümmer: Die Stadt Jerusalem und der Tempel wurden 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. liegen, tut ihnen weh.

16Doch in Zukunft werden die fremden Völker

den Namen des Herrn mit Ehrfurcht102,16 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. nennen.

Und alle Könige der Welt zittern

vor deiner Herrlichkeit102,16 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor..

17Denn der Herr hat Zion wieder aufgebaut

und sich dort in seiner Herrlichkeit gezeigt.

18Er hat das Gebet der verlassenen Stadt gehört.

Ihr Bittgebet hat er nicht gering geschätzt.

19So soll man es aufschreiben für die Späteren,

damit das neu erschaffene Volk den Herrn lobt.

20Von seiner heiligen Höhe schaute der Herr herab,

vom Himmel102,20 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. blickte er auf die Erde nieder.

21So hört er das Stöhnen der Gefangenen

und rettet die, die den Tod erwarten.

22Dann werden sie in der Stadt Zion102,22 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt.

den Namen des Herrn102,22 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. wieder verkünden.

In Jerusalem102,22 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. singen sie zu seinem Lob.

23Völker und Königreiche werden kommen,

um gemeinsam dem Herrn zu dienen.

24Mitten auf meinem Lebensweg

hat er mir die Kraft genommen.

Er hat meine Lebenszeit verkürzt.

25Ich sagte: »Mein Gott, lass mich nicht sterben,

jetzt, in der Mitte meines Lebens!«

Deine Zeit überdauert die Generationen.

26Du hast am Anfang die Erde gegründet,

der Himmel ist das Werk deiner Hände.

27Eines Tages werden sie vergehen, du aber bleibst.

Alles Geschaffene wird zerfallen wie ein Kleid.

Du wechselst es wie ein Kleidungsstück,

so wird alles Geschaffene ausgewechselt.

28Du aber bleibst, deine Zeit geht nicht zu Ende.

29Lass nun die Kinder deiner Knechte102,29 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn dadurch als ihren Herrn anerkennen. im Land wohnen,

und ihre Nachkommen mögen vor dir bestehen.

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Jung wie ein Adler

1031VON DAVID103,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

Lobe den Herrn103,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., meine Seele103,1 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen.!

Und alles in mir preise

seinen heiligen Namen103,1 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum.!

2Lobe den Herrn, meine Seele!

Und vergiss nicht das Gute,

das er für dich getan hat!

3Er vergibt dir alle deine Sünden103,3 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können..

Er heilt alle deine Krankheiten.

4Er führt dein Leben aus der Todesnähe.

Er schmückt dich mit einer Krone103,4 Krone: Bild für die königliche Stellung des Menschen.

sie besteht aus Güte und Barmherzigkeit.

5Er versorgt dich mit Gutem dein Leben lang.

So fühlst du dich jung wie ein Adler103,5 Adler: Großer Greifvogel, der sich kraftvoll und frei in die Luft schwingt. Er steht sinnbildlich für Kraft und Stärke..

6Der Herr schafft Gerechtigkeit.

Allen Unterdrückten verhilft er zum Recht.

7Er hat Mose103,7 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. seine Wege offenbart

und den Israeliten103,7 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. seine Taten.

8Reich an Barmherzigkeit und Gnade103,8 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. ist der Herr,

unendlich geduldig und voller Güte.

9Er liegt nicht ewig mit uns im Streit

und ist nicht für immer böse mit uns.

10Er straft uns nicht, wie wir es verdienen,

und unsere Sünden103,10 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. zahlt er uns nicht heim.

11So hoch, wie der Himmel über der Erde steht,

so weit reicht seine Güte.

Sie umfasst alle, die zu ihm gehören.

12So fern, wie der Osten vom Westen ist,

so weit rückt er unsere Vergehen von uns weg.

13Wie ein Vater seinen Kindern mit Güte begegnet,

so barmherzig handelt der Herr an denen,

die zu ihm gehören.

14Denn er weiß, was für Geschöpfe wir sind.

Er denkt daran, dass wir nur aus Staub bestehen.

15Der Mensch ist so vergänglich wie das Gras,

er blüht wie eine Blume auf dem Feld.

16Wenn der Wind über sie hinwegfegt, ist sie dahin.

Wo sie gestanden hat, bleibt keine Spur von ihr.

17Doch die Güte des Herrn bleibt bestehen,

von Anfang an bis in alle Zukunft.

Sie bleibt bei denen, die zu ihm gehören,

und seine Gerechtigkeit bei den Kindern und Enkeln.

18Sie gilt denen, die an seinem Bund103,18 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. festhalten,

an seine Gebote103,18 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. denken und danach handeln.

19Der Herr hat im Himmel103,19 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. seinen Thron103,19 Thron: Bild für die Königsherrschaft Gottes. aufgestellt.

Als König103,19 König: Ehrentitel für Gott, der als Herrscher der Welt verehrt wird und für Recht und Gerechtigkeit sorgt. herrscht er über die ganze Welt.

20Lobt den Herrn, ihr dienstbaren Engel103,20 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen.

ihr starken Helden, die sein Wort ausführen

und seine Befehle entgegennehmen!

21Lobt den Herrn, ihr himmlischen Heere103,21 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck.

ihr treuen Diener, die seinen Willen tun!

22Lobt den Herrn, ihr alle, die er geschaffen hat –

an allen Orten, die seine Herrschaft umfasst!

Lobe den Herrn, meine Seele103,22 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen.!